Marienkäfer in vielen Farben und Mustern sitzen auf einem Balkongeländer.
Marienkäfer in vielen Farben und Mustern sitzen auf einem Balkongeländer. | Foto: Kraft

Marienkäfer bei Rastatt

Invasion der Glücksbringer

Von Ralf Joachim Kraft

Nicht wenige Rastatter dürften sich momentan die Augen reiben angesichts der Invasion der Glücksbringer, die vor allem an den sonnigen und milden Tagen Ende Oktober über sie hereinbricht. Überall Marienkäfer, soweit das Auge reicht. Und das in Massen. Ein Krabbeln in Gelb, Rot oder Schwarz, mal mit, mal ohne Punkte. Im Brufert zum Beispiel versammelten sich die nützlichen Blattlaus-Vertilger am Wochenende zu Hunderten, ja Tausenden an den Hauswänden, in großer Zahl auf den Balkongeländern, in Mauerritzen, Dachsparren oder den Nischen der Fensterrahmen. Und wer nicht aufpasste und das Fenster offen ließ, der hatte die bunten Tierchen dann zuhauf in der Wohnung.
Aber wie kriegt man sie da wieder raus? Kreisfachberater Uwe Kimberger von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau im Landratsamt Rastatt bekommt wegen des Phänomens, das die Amerikaner „Halloween Beetle“ nennen, immer wieder Anrufe – nicht nur von der Presse.

Tiere kommen aus Asien

Seiner Aussage zufolge handelt es sich nicht um einheimische, sondern um asiatische Marienkäfer, die jetzt auf der Suche nach trockenen und frostsicheren Überwinterungsquartieren sind. „Sie sind später dran als die einheimischen Marienkäfer. Es war lange warm und sie konnten sich gut vermehren“, nach zwei, drei Wochen sei der Spuk aber vorbei, beruhigt der Fachmann. Solange die Käfer nur auf der Hauswand herumkrabbeln, sei das nicht so schlimm. Halten sie sich aber erst mal im warmen Wohnbereich auf, sei es ratsam, sie von dort zu entfernen und die nützlichen Tiere wieder ins Freie zu setzen. „Und zwar manuell, um sie nicht zu verletzten. Aber nicht mit der bloßen Hand, sondern zum Beispiel mit Hilfe eines Blattes Papier, auf die man sie krabbeln lässt. Nicht ratsam ist der Einsatz eines Staubsaugers. Ich kenne Leute, die haben den hinterher weggeworfen“, erzählt Kimberger, dass die asiatischen Einwanderer eine gelbliche Flüssigkeit absondern, die nicht nur Wände und Vorhänge verschmutzen kann, sondern auch unangenehm riecht.
Damit in dieser Jahreszeit keine oder nur wenige Insekten in die Wohnungen eindringen, sollte – worauf Kimberger bereits in den Vorjahren hinwies – nicht bei eingeschaltetem Licht in der Nacht und nicht in der Abenddämmerung gelüftet werden. Außerdem sollte auf der Hausseite gelüftet werden, deren Wände kühl sind. Insekten würden im Herbst verstärkt durch sogenannte Solarleuchten angelockt. Ein Entfernen dieser Leuchten bis zum Winter sei ratsam. Am wirkungsvollsten sei ein Insektenfilter im Fenster.