Der Bahnübergang wird erneuert, obwohl er ein Jahr später durch eine Brücke ersetzt wird.
Der Bahnübergang wird erneuert, obwohl er ein Jahr später durch eine Brücke ersetzt wird. | Foto: Collet

Sicherheitsrisiko bei Rastatt

Keine Gnadenfrist für Bahnübergang

Der Bahnübergang der Baulandstraße in Rastatt muss trotz des geplanten Brückenbaus im nächsten Jahr erneuert werden. Das Eisenbahnbundesamt habe dies gefordert, erklärte Landrat Jürgen Bäuerle in der Sitzung des Planungsausschusses. Bereits im folgenden Jahr hat der Bahnübergang schon wieder ausgedient, dann ist der Bau einer Brücke über die Murgtalstrecke vorgesehen. Der Landkreis muss für den neuen Übergang 78.000 Euro zahlen.
Die Kreisräte hatten dagegen im Vorfeld protestiert, allerdings scheint die Technik so marode zu sein – es ist von einem „Sicherheitsrisiko“ die Rede –, dass die Gnadenfrist endgültig abgelaufen ist. Die seinerzeit baugleichen Bahnübergänge bei der Haltestelle Beinle sowie jenseits der Autobahn bei den Erdbeerplantagen sind längst erneuert.

Bau in drei Abschnitten

Dezernent Claus Haberecht stellte die aktuelle Planung vor: Die Baulandstraße wird zwischen der Dehner-Kreuzung in Rastatt und der Murgbrücke bei Niederbühl in drei Bauabschnitten erneuert. Gestartet wird wegen des Neubaus des Ehrmann-Möbelhauses von Rastatt aus bis zum Abzweig Lochfeldstraße. Ursprünglich hätte dieser Abschnitt nur bis zum neuen Kreisel Woogseestraße gehen sollen – er wird nun verlängert, weil die Stadt Rastatt in dem Bereich einen Regenwasserkanal bauen will.
Der zweite Abschnitt wird voraussichtlich ab dem Jahr 2018 gebaut, in ihm ist die Brücke über die Bahnstrecke enthalten, gegen die von Seiten der Grünen jedoch Bedenken geäußert wurden. Der dritte Abschnitt führt schließlich über den Abzweig Finkenstraße bis zur Murgbrücke.

Kommentar
Sicherheit geht vor: Gegen die Erneuerung des Bahnübergangs an der Baulandstraße ist im Grunde nichts einzuwenden. Wenn die Anlage aus den frühen 70er Jahren ein Sicherheitsrisiko darstellt, wäre es fahrlässig, noch länger zu warten. Dennoch: Dass der neue Bahnübergang ein oder zwei Jahre später wieder abgerissen und eine Brücke gebaut wird, macht einen ziemlich planlosen Eindruck.
So kurzfristig umzuplanen und die Baulandstraße in einer anderen Reihenfolge zu sanieren, ist nicht mehr möglich. Außerdem würde bei einem Tausch der Bauabschnitte an einer anderen Stelle ein Engpass entstehen, und zwar beim Neubau des Möbelhauses Ehrmann, das dann keine richtige Zufahrt hätte.
Aus diesem unglücklichen Ablauf, bei dem nebenbei ordentlich Steuergeld verschleudert wird, kann es nur eine Lehre geben: Es ist immer schlecht, wenn eine Sanierung so weit hinausgeschoben wird. Die Baulandstraße ist schon seit vielen Jahren in einem unzumutbaren Zustand – nicht nur der Bahnübergang ist ein Sicherheitsrisiko. Hätte man sie rechtzeitig saniert, wäre es weder beim Ehrmann-Möbelhaus noch beim Bahnübergang zu einem zeitlichen Druck gekommen.