Straßenmusik mag nicht jeder. Rastatt erlässt nun strengere Regeln.
Straßenmusik mag nicht jeder. Rastatt erlässt nun strengere Regeln. | Foto: dpa

Straßenmusik in Rastatt

Missklänge unter Anwohnern

Die Stadt Rastatt will Straßenmusik massiv einschränken. Der Verwaltungsausschuss hat neue Regeln erstellt, die im Gemeinderat beschlossen werden sollen. Demnach ist Straßenmusik in den Fußgängerzonen nur noch in der Zeit von 10 bis 14 Uhr erlaubt – bisher konnten Musiker ganztags singen und spielen. Die maximale Spieldauer beträgt eine halbe Stunde am gleichen Ort, danach müssen die Musiker ihre Koffer packen und mindestens 200 Meter weiter ziehen. Bislang lag der Mindestabstand bei 100 Metern.
Die neuen Restriktionen, mit denen die Straßenmusiker ausschließlich in die Frühschicht geschickt werden, gehen auf massive Beschwerden der Anwohner und Angestellten vor allem beim Marktplatz zurück. Stundenlang wird dieser derzeit insbesondere von einer osteuropäischen Familie mit ständigen Wiederholungen beschallt. Auch Panflöte und Saxofon sind im regelmäßigen musikalischen Innenstadtangebot. Die Musiker halten sich oft nicht an die bereits bestehenden Regelungen.
Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch kündigte an, dass die neuen Regeln, die ab 1. Juli gelten sollen, verstärkt überwacht würden. Auch in den vergangenen Wochen verwarnten Vollzugsbedienstete die Musiker mehrmals, was allerdings immer nur sehr kurzfristige Auswirkungen hatte.
Nicht erlaubt sind übrigens Verstärkeranlagen. Außerdem dürfen keine „erheblichen Lärmbelästigungen“ entstehen. Wie eine Lärmbelästigung als „erheblich“ eingestuft wird, ist unklar.