Die Tage des Freibads am Schwalbenrain sind gezählt.
Die Tage des Freibads am Schwalbenrain sind gezählt. | Foto: Collet

Aus für Alohra und Natura

Rastatt bekommt ein Kombibad

Das Ende des Hallenfreibades Alohra und des Freibades Natura ist beschlossen. Die Stadträte haben sich letztlich von den Ausführungen des Gutachters Kurt Pelzer von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen sowie den nahezu deckungsgleichen Ergebnissen des Arbeitskreises Bäder überzeugen lassen, dass ein Kombibad die sinnvollste Lösung ist. Mit einer Gegenstimme folgten die Räte dem Vorhaben, mit dem die Wasserfläche in Rastatt von rund 3.500 Quadratmeter auf höchstens noch 2.300 reduziert wird.
Genau daran schieden sich indes die Geister, denn SPD-Fraktionschef Joachim Fischer beantragte, die Obergrenze auf 2.600 Quadratmeter festzulegen. Mit 15 Ja-Stimmen, 20 Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde dies abgeschmettert. Mehrheitliche Zustimmung mit 21 Ja-Stimmen gab es für den SPD-Antrag, eine Rutsche in das Programm aufzunehmen.
Wie die BNN bereits aus der nichtöffentlichen Sitzung des Betriebsausschusses berichteten, sieht das Konzept vor, 620 Quadratmeter Wasserfläche im Hallenbereich und 1.680 Quadratmeter im Außenbereich anzubieten, wovon 320 Quadratmeter für ein ganzjährig beheiztes Becken vorgesehen sind. Das heißt: Mehr Platz im Hallenbereich, deutlich weniger im Außenbereich.

Mehr Platz im Hallenbad, deutlich weniger im Freibad

Gutachter Kurt Pelzer erklärte, dass der Bedarf im Hallenbad in erster Linie von den Schulen und dann von den Vereinen vorgegeben werde. Hier sei das Alohra deutlich unterdimensioniert. Parallelnutzung von Schulen und Vereinen mit öffentlichem Betrieb solle möglichst vermieden werden, was entweder durch getrennte Zeiten oder getrennte Becken ermöglicht werde. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch verwies darauf, dass es sich zunächst um einen Grundsatzbeschluss mit Obergrenzen handele. Angesichts der später errechneten Kosten könne sich noch manches ändern, auch beim Zuschnitt der Becken.
Horst Müller von der DLRG erklärte als Sprecher des Arbeitskreises Bäder, dass man mehrheitlich für das Kombibad sei. Einzelne Bedenken seien aus dem Bereich der Senioren gekommen, die eine zu starke Durchmischung des Frei- und Hallenbadpublikums befürchteten. Genau dies soll derweil mit getrennten Eingängen und Kassenbereichen vermieden werden. Ein 50-Meter-Becken werde favorisiert, so Müller, dies müsse aber nicht mehr wie bisher acht Bahnen haben. Aus dem Gemeinderat zweifelte Gülsün Akcakoca von den Grünen als einzige die Notwendigkeit eines 50-Meter-Beckens an.
CDU-Fraktionschefin Brigitta Lenhard forderte die Verwaltung auf, nach Alternativstandorten zum Schwalbenrain zu suchen. Wenn sich zeige, dass sich Stadt und Stadtwerke das Bad nicht leisten könnten, müsse man abspecken. In eine ähnliche Richtung argumentierte der Fraktionschef der Freien Wähler, Herbert Köllner. SPD-Chef Fischer, der bislang eher für eine Sanierung beider Bäder plädierte, ließ sich vom Kombibad überzeugen. Dies müsse aber trotz einer Reduzierung der Wasserfläche um 35 Prozent attraktiv bleiben. Auch Simone Walker (FuR) signalisierte Zustimmung für das Kombibad.
Fertig ist das bis zu 25 Millionen Euro teure Bad frühestens in fünf Jahren, bis dahin werden die alten Bäder weiter genutzt. Anstelle des Alohra entstehen Wohnungen.