Die Pumpen im Muggensturmer Wasserwerk wurden erneuert.
Die Pumpen im Muggensturmer Wasserwerk wurden erneuert. | Foto: Collet

Vorsorge wegen PFC-Gefahr

Rastatt und Gaggenau verbinden Wassernetze

Mit einem Mausklick am Computer hat der Gaggenauer Oberbürgermeister Christof Florus die Verbindungsleitung von seinen Stadtwerken zu den star.Energiewerken in Betrieb genommen. Damit sind die Versorgungsnetze von Rastatt und Gaggenau miteinander verbunden – Florus sprach von einem „ersten Schritt“, dem andere Versorger in der Region folgen sollten. Anlass für die Leitung vom Gaggenauer Wasserwerk in Muggensturm zum Rastatter Wasserwerk in Rauental war die drohende PFC-Belastung, wegen der die Rastatter Wasserwerke sukzessive mit Reinigungstechnik ausgestattet werden müssen. Falls in dieser Zeit ein Engpass entsteht, wird jetzt Wasser aus Muggensturm ins Netz eingespeist. Gaggenau kann jetzt sozusagen Rastatt das Wasser reichen – aber auch umgekehrt.
Florus betonte, dass in einigen Jahren vielleicht ein anderes Problem mit dem Wasser an anderer Stelle auftrete. Wichtig sei, dass man sich gegenseitig helfen könne. OB Pütsch lobte die Zusammenarbeit der beiden Städte und deren Stadtwerken. Er unterstrich jedoch, dass derzeit viel Geld investiert werde, um sich vor einer „flächendeckenden Umweltsünde“ zu schützen. Dies dürfe nicht nur auf die „kleine Solidargemeinschaft der Gebührenzahler abgewälzt werden“. Vielmehr sei das Land mit der „großen Solidargemeinschaft aller Steuerzahler“ in der Pflicht. Dort sei „die Dimension des Problems noch nicht angekommen“, beklagte Pütsch.

Vier Millionen Euro für hohe Wasserqualität

Der Gaggenauer Stadtwerkechef Paul Schreiner erklärte, dass für die Verbindung der Wasserwerke über vier Millionen Euro investiert worden seien. Gaggenau habe sein Wasser chemisch desinfiziert. Dies sei nun auf das Rastatter Verfahren mit UV-Licht umgestellt worden. Außerdem wurden in Muggensturm sechs Pumpen erneuert. Auch bei einem Totalausfall in Rastatt könne Gaggenau die Versorgung mit 450 Kubikmeter pro Stunde – abgepuffert über nächtlich gefüllte Speicher – sicherstellen. Das Projekt wurde in weniger als einem Jahr nach Vertragsunterzeichnung fertiggestellt, lobte Schreiner die Arbeit der Firmen und der Stadtwerke-Mitarbeiter.
Rastatts Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk nannte die Verbindung der Netze als „in der Region bislang einmalig“.