Public Viewing
Public Viewing wie hier bei der Fußball-EM wird es bei Olympia in Rastatt nicht geben. | Foto: Kraft

Riva-Wirt scheitert

Rastatt untersagt Olympia-Public-Viewing

Von Ralf Joachim Kraft

Schlechte Nachrichten für alle Sportfans, die im Sommer nicht gern allein vorm Fernseher im Freien sitzen: Als „einziger Veranstalter in Rastatt“ wollte Romano Romano, Inhaber des „Barestaurants Riva“ in der Innenstadt, pünktlich zum Start der olympischen Sommerspiele in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro zum „Olympia-Public-Viewing“ in sein Lokal einladen. Doch die Stadt hat ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht.
„Seit Jahren lade ich während der Fußball-Welt- und Europameisterschaft zum Public Viewing ins Riva ein – und da dachte ich mir: Warum nicht auch zu den Olympischen Spielen?“, berichtet der Gastronom, der gestern im Außenbereich in der Museumstraße 5 eigentlich einen 75-Zoll-Fernseher aufstellen wollte, um diesen zu testen. „Es hätte sich um ein mobiles TV-Gerät gehandelt, das ich jederzeit hätte wegschieben können“.

Amt erteilt keine Ausnahmegenehmigung

Den entsprechenden Antrag stellte Romano beim städtischen Fachbereich Sicherheit und Ordnung, Kundenbereich Ordnungsangelegenheiten. „Rein vorsorglich“ wurde ihm dann per E-Mail mitgeteilt, dass es keine generelle Sperrzeitverkürzung wie bei der EM 2016 geben werde. Es könne in diesem Fall keine Sondergenehmigung zur Verlängerung der Öffnungszeiten erteilt werden. Falls der Gastronom tatsächlich beabsichtige, im Außenbereich die Olympischen Spiele zu übertragen, sei auf jeden Fall ab 22 Uhr die Nachtruhe einzuhalten. Die Außenbewirtung müsse er sonntags bis donnerstags ab 23 Uhr und freitags bis samstags ab 24 Uhr einstellen. Eine Ausnahme von dieser Regelung könne nicht erteilt werden – „und wird laut Gewerbeamt auch nicht erteilt“, heißt es in dem Schreiben.

Wirt versteht Absage nicht

„Der Wille war da, aber es soll eben nicht sein. Verstehen kann ich die Absage trotzdem nicht. Denn unerwünschten Lärm würde es nicht geben. Man kann die Olympischen Spiele nicht mit der Fußball-WM oder -EM vergleichen, bei der es bei deutscher Beteiligung durchaus schon mal lauter werden kann“, sagt Romano, der in seinem Antrag darauf hinwies, dass die Übertragungen im Rahmen seiner Ausnahmegenehmigung zur Bewirtung in der Fußgängerzone stattfinden würden und er sich wünsche, „dass dies auch im Sinne der Stadt Rastatt ist“.

Fernseher steht nun drinnen

Statt im bestuhlten Außenbereich mit 100 Plätzen wird Romano die Spiele jetzt nur im Lokal selbst übertragen, wo 50 Plätze und ein 50-Zoll-TV-Gerät zur Verfügung stehen. Gezeigt würden ab der Eröffnungsfeier im Maracanã-Stadion in der Nacht von Freitag auf Samstag alle Fußballspiele der Damen und der Herren, aber auch die Handball- und Basketballspiele mit deutscher Beteiligung. Außerdem, so Romano, wolle er auch die „interessanten Abend-Entscheidungen in der Leichtathletik oder in anderen Sportarten“ präsentieren.