Martinsumzug
Sankt Martin hoch zu Ross: 2016 bleibt es noch beim alten Konzept. | Foto: Collet

Zentraler Umzug abgesagt

Rastatt zieht sich von Sankt Martin zurück

In diesem Jahr wird es keinen zentralen Sankt Martinsumzug geben. Wie die städtische Pressestelle mitteilt, sei die Nachfrage bei den Kindergärten nicht mehr groß genug: Im vergangenen Jahr seien dem Heiligen Martin auf seinem Weg vom Museumstor zum Marktplatz nur noch rund 500 Teilnehmer gefolgt, früher waren es bis zu 2 000.
Es seien nicht die Kosten, sondern vielmehr der Aufwand, der die Stadt dazu bewogen habe, sich von der Veranstaltung zurückzuziehen. Ein anderer Veranstalter, etwa die katholische Seelsorgeeinheit Rastatt, die sich immer am Umzug beteiligt hat, stehe wegen eigener Veranstaltungen in den katholischen Kindergärten nicht zur Verfügung, heißt es seitens der Stadt.

Empörung bei Lokalpolitikern

Gegenüber den Medien äußerten die Freien Wähler und die Christdemokraten bereits ihr Unverständnis über die Entscheidung. „So stirbt wieder eine Tradition“, bedauert FW-Fraktionsvorsitzender Herbert Köllner und merkt an, dass es andere städtische Veranstaltungen gebe, bei denen 500 Interessierte ein toller Erfolg gewesen wären. Die CDU lenkt das Augenmerk zudem auf die integrative Funktion des Martinsumzugs, der Migranten die Gelegenheit biete, „mit unserer Kultur und unseren christlichen Wurzeln in Berührung zu kommen“, so Brigitta Lenhard. Beide kritisieren zudem deutlich, dass die Stadt den Gemeinderat nicht in die Entscheidung eingebunden hat.