OPTION: Die Stadt Baden-Baden möchte gerne ein Flüchtlingsheim in eine Kindertageseinrichtung umwandeln. Ein möglicher Standort ist die Gemeinschaftsunterkunft in der Schussbachstraße.
OPTION: Die Stadt Baden-Baden möchte gerne ein Flüchtlingsheim in eine Kindertageseinrichtung umwandeln. Ein möglicher Standort ist die Gemeinschaftsunterkunft in der Schussbachstraße. | Foto: Rudolphi

Baden-Baden plant Projekt

Flüchtlingsheim soll zur Kita werden

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist ungebrochen hoch. Nach Angaben der Stadt sind 150 Kinder mittelfristig nicht versorgt. Darunter sind 95 Kinder im Krippenalter und 55 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Auch bei der Betreuung von Flüchtlingsfamilien entsteht zunehmend Bedarf. Mittlerweile sind davon 29 Kinder in Kindertageseinrichtungen. Das geht der Vorlage für die kommende Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 12. Oktober hervor.

Nutzungszeitraum beträgt 15 Jahre

Angesichts der wachsenden Nachfrage schlägt das städtische Fachgebiet Kindertagesbetreuung und Jugendförderung vor, auf dem Areal einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen zu bauen. Dabei ist ein Nutzungszeitraum von 15 Jahren vorgesehen. Als möglicher Standort ist entweder das Asylbewerberheim in der Schussbachstraße oder Im Rollfeld geplant. Für das Vorhaben in der Schussbachstraße fielen außerplanmäßige Ausgaben von rund 347 600 Euro an, für das Projekt im Rollfeld rund 350 800 Euro.

Standort Schussbachstraße

Die Flüchtlingsunterkunft in der Schussbachstraße ist nach Auskunft des Rathauses nach einem Umbau für den Betrieb einer Kindertageseinrichtung geeignet. Die Kapazität reiche für fünf Gruppen, darunter drei Krippengruppen für Kinder ab dem ersten Lebensjahr (30 Plätze) und zwei Kindergartengruppen ab dem dritten Lebensjahr (40 Plätze) aus. Die Stadt sieht einen Ganztagesbetrieb vor.

Neuer Zugang ist erforderlich

Auf dem Grundstück ließe sich zudem ein kindgerechtes Außengelände schaffen. Der Beschlussvorlage zufolge ist es erforderlich, einen neuen, flacheren Zugang zum Gebäude aus östlicher Richtung anzulegen. Eine Gefährdung durch Altlasten auf dem Grundstück sei auszuschließen. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sei über die Haltestellen Wörthstraße sowie Schussbachstraße gewährleistet.

Standort Im Rollfeld

Für das bereits erstellte Gebäude im Rollfeld 25c sucht die Stadt eine Nutzung. Das Gebäude sei grundsätzlich für den Betrieb einer Kindertageseinrichtung geeignet. Die Kapazität reiche für fünf Gruppen, darunter drei Krippengruppen für Kinder ab dem ersten Lebensjahr (30 Plätze) und zwei Kindergartengruppen ab dem dritten Lebensjahr (40 Plätze) aus.

 

Weitere Option: Auch das Gebäude Im Rollfeld 25c ist nach Ansicht der Stadt für den Betrieb einer Kita geeignet.
Weitere Option: Auch das Gebäude Im Rollfeld 25c ist nach Ansicht der Stadt für den Betrieb einer Kita geeignet. | Foto: Rudolphi

Ganztagesbetrieb ist vorgesehen

Auch dort ist ein Ganztagesbetrieb vorgesehen. Um eine Abgrenzung zu den benachbarten Gebäuden zu erreichen, schlägt die Verwaltung vor, das Gebäude über die Flugstraße zu erschließen. Das Vorhaben an diesem Standort inem Gewerbegebiet bedarf voraussichtlich einer Änderung des Bebauungsplans „Gewerbepark Oos West“, da dieser Plan die Zulässigkeit von Anlagen für soziale Zwecke nicht vorsieht.

ÖPNV-Anbindung ist vorhanden

Der Standort im Gewerbegebiet Oos-West ist nach Ansicht der Stadt über den Bahnhof gut an gebunden an den ÖPNV. Weiter gebe es für Eltern sehr gute Anfahrtsmöglichkeiten auf dem Weg zur Arbeit beziehungsweise von der Arbeit (Betriebe im Gewerbegebiet, verkehrsgünstige Wege zu Bundesstraße 3 und Autobahn 5). Für die Verwaltung stellt sich die grundsätzliche Frage, ob es sinnvoll ist, eine Kita in einem Gewerbegebiet anzusiedeln.

Weitere Informationen gibt es in der Beschlussvorlage zum Jugendhilfeausschuss unter:

https://baden-baden.more-rubin1.de/sitzungen_top.php?sid=2016-JHA-11