Die Gebäude mit den Hausnummern 4 bis 8 in der Bühler Rheinstraße (rechts) sollen abgerissen werden. Das links anschließende ehemalige Sporthaus Seiler wird saniert.
Die Gebäude mit den Hausnummern 4 bis 8 in der Bühler Rheinstraße (rechts) sollen abgerissen werden. Das links anschließende ehemalige Sporthaus Seiler wird saniert. | Foto: Ulrich Coenen

Sanierungsgebiet

Drei Häusern in Bühl droht die Abrissbirne

Am nördlichen Eingang zur Bühler Innenstadt tut sich was. Das Gebäude Rheinstraße 10 (ehemals Sport Seiler) wird saniert, das Hinterhaus abgebrochen. Auch den drei östlich anschließenden Altbauten in Richtung Kreisverkehr droht die Abrissbirne. Dort wird vermutlich eine große Wohnanlage entstehen. Dies teilte Oberbürgermeister Hubert Schnurr in der Sitzung des Gemeinderates mit. Alle Bauvorhaben liegen im Sanierungsgebiet „Nördlicher Stadteingang“.

Sporthaus Seiler wird saniert

Im früheren Wohn-und Geschäftshaus „Sport Seiler“ wird laut Verwaltungsvorlage das Ladengeschäft umgebaut. Dort entstehen die für eine geschäftliche Nutzung notwendigen Sanitär- und Aufenthaltsräume. Der Hauseingang für die Wohnung im Obergeschoss wird in Richtung Rheinstraße verlegt. Zehn Quadratmeter Ladenfläche entfallen.
Die Wohnungen im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss werden ebenfalls umgebaut. Bisher wurden die Räume lediglich von einer Familie genutzt. Durch die Neuaufteilung entstehen getrennte Wohnungen, die jeweils einen Balkon erhalten.

Schuppen wird abgerissen

Der Schuppen hinter dem Hauptgebäude wird abgebrochen. Auf der neuen Freifläche wird der Investor die notwendigen Fahrradabstellplätze nachweisen. Nach dem Abriss der drei östlich anschließenden Häuser Rheinstraße 4 bis 8 sind dort, sobald eine Überfahrtsregelung geklärt ist, auch Pkw-Stellplätze möglich.

Investor plant großen Neubau

Für diese drei östlich anschließenden Gebäude interessiert sich ein anderer Investor. Wie OB Schnurr dem Gemeinderat mitteilte, hat der allerdings bisher erst zwei dieser Immobilien aus Privatbesitz erworben. Die Verhandlungen mit dem dritten Eigentümer laufen. Das bisherige Konzept sieht vor, alle drei Grundstücke zusammenzufassen und dort ein großes Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Im Erdgeschoss gibt es auch in Zukunft ein Ladenlokal, das nach Auskunft von Schnurr weiterhin durch den bisherigen Schuster genutzt werden soll. Die Pläne will der Oberbürgermeister in absehbarer Zeit im Technischen Ausschuss vorstellen und diskutieren.

Für Bühl typische Fassade

Während das sehr kleine Haus Nr. 8 wenig ansprechend ist, haben Haus Nr. 6 und vor allem das Eckhaus 4 durchaus reizvolle und für ihre Entstehungszeit in Bühl typische Fassaden. Der erhebliche Sanierungsbedarf ist aber bei allen drei Gebäuden unübersehbar.
Im Gemeinderat fanden der Sanierungsantrag für das ehemalige Haus „Sport Seiler“ und die noch nicht spruchreifen Pläne des Investors für das östlich anschließende Gelände Zustimmung. „Es ist gut, dass etwas geschieht und dass ein Investor eine Menge Geld in die Hand nimmt“, meinte Oswald Grißtede (SPD) im Hinblick auf das Gebäude „Sport Seiler“. „Das Haus hat eine Sanierung verdient“.
„Dieses Projekt passt in das Sanierungsgebiet Nördlicher Stadteingang“, meinte Karl Ehinger (FW). „Das Haus wird auf einen modernen Stand gebracht.“

Neues Ladenlokal erwünscht

„Wir wünschen uns inständig, dass nicht nur Wohnungen entstehen, sondern auch, dass das Ladenlokal wieder belebt wird“, ergänzte Margret Burget-Behm (CDU). Dies sah Oberbürgermeister Hubert Schnurr ähnlich. „In Bühl gibt es nicht nur Bedarf für Geschäfte mit großen Flächen, sondern auch für kleinere Einheiten“, berichtete er.
Positiv überrascht über die Verwaltungsvorlage mit dem Sanierungsantrag zeigte sich Pit Hirn (SPD). „Wenn nun noch die Nachbargebäude abgerissen und das Gelände neu bebaut werden, haben wir in kurzer Zeit die Rheinstraße arrondiert“, konstatierte er.

Gemeinderat gibt grünes Licht

Der Sanierung des ehemaligen Gebäudes „Sport Seiler“ stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Über Abriss und Neubau auf dem östlich anschließenden Gelände wird erst entschieden, wenn die entsprechenden Pläne und Anträge des Investors vorliegen.