Leichtigkeit statt Leiden: Petit Pierre geht seinen Weg, auch wenn er mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen hat.
Leichtigkeit statt Leiden: Petit Pierre geht seinen Weg, auch wenn er mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen hat. | Foto: Ellen Matzat

Baal novo zeigt Kinder-Theater

Schwere Kost leicht serviert

Von Bärbel Nückles

Wie man Kindern ein ernstes, schweres Thema nahe bringt, ohne dass sie das Schwere als bedrückend empfinden? Die Geschichte des Kindes Pierre, genannt Petit Pierre, weil er einfach nicht wächst, zeigt die deutsch-französische Theaterkompanie Baal novo anrührend und poetisch.
Pierre ist klein – und er ist hässlich und fast taub. Die Darsteller Jean-Michel Räber und Horst Kiss lassen das Publikum erleben, wie das Kind zur Welt kommt, wie der Schrei der Mutter nicht nur dem bei der Geburt erlebten physischen Schmerz gilt, sondern auch dem Ansehen des Menschenbündels, das sie aufziehen wird. Ein Kind, vor dem manche erschrecken werden.
Pierre wird gehänselt, auch ausgegrenzt werden. Seinen Weg durch das Leben und in die Herzen der Menschen findet er dennoch. Der Text von Suzanne Lebeau nimmt dazu stets den Umweg über die beiden Arbeitssprachen des Theaters Baal novo. Deutsche wie französische Zuschauer sollen schließlich auf ihre Kosten kommen. Die beiden Schauspieler halten die Dinge im Fluss und entwickeln ein sattes Gewebe aus deutschen und französischen Sätzen.
Schon früh wird Pierre zu den Kühen auf die Weide abgeschoben. Was bleibt einem wie ihm anderes in der ländlichen Welt. Als er auf einem Bauernhof Kühe zu hüten beginnt, lernt er, mechanische Prozesse zu verstehen, sammelt Werkzeuge, baut aus Metallstücken und Brettern Figuren. Stück für Stück entsteht die Magie dieses ungewöhnliche Werk eines Menschen, der anders ist, auch vor den Augen des Zuschauers.

Die Geschichte von Petit Pierre ist täglich außer Montag noch bis zum 28. August um 14.30 Uhr zu sehen. Weitere Infos auf www.levaisseau.com.