Die Winzer wollen die Marke „Baden“ als Inbegriff für ihre Weine, die einzigartige Kulturlandschaft sowie  für Genuss und Lebensfreude in den Mittelpunkt des Bewusstseins der Verbraucher  rücken.
Die Winzer wollen die Marke „Baden“ als Inbegriff für ihre Weine, die einzigartige Kulturlandschaft sowie für Genuss und Lebensfreude in den Mittelpunkt des Bewusstseins der Verbraucher rücken. | Foto: Roland Spether

Ortenauer Winzer

„Sind zur aktiven Zukunftsgestaltung verpflichtet“

Von Roland Spether
„Die Marke ,Baden’ muss zum Inbegriff für eine einzigartige Kulturlandschaft, für die Weine sowie für Genuss und Lebensfreude werden“. Wie ein roter Faden zog sich diese Zielvorgabe von Kilian Schneider, Präsident des Badischen Weinbauverbandes, durch die Bereichsversammlung der Ortenauer Winzer im Winzerkeller der „Hex vom Dasenstein“ in Kappelrodeck, verbunden mit dem Vorhaben, die geschützte Ursprungsbezeichnung „Baden“ und das „Weinparadies Ortenau“ noch besser zu vermarkten.

„Wollen in den Markt investieren“

„Wir haben in unsere Weinberge, in Maschinen und in unsere Keller investiert, es ist nun Zeit in den Markt zu investieren“. Hierbei verwies der Präsident auf die „Badische Wein GmbH“, die mit Blick auf die künftigen Herausforderungen noch stärker die Solidarität aller in der Finanzierung, Mitarbeit und Umsetzung benötige.

„Gnadenloser Konkurrenzkampf“

Dass die Winzer und Weingüter in den vergangenen Jahren nicht nur investierten sondern mit viel Kreativität, Können und Weinphilosophie Nischen besetzten und sich gut positionierten, sei auf der einen Seite sehr erfreulich. Andererseits stehe ein „gnadenloser Konkurrenzkampf“ einer handvoll Konzerne und die „scheinbar genetische Veranlagung der Deutschen, alles möglichst „billig, billig, billig zu bekommen“.

Gutes Gewissen nicht nur bei „Fairtrade“

Man wolle zwar ein gutes Produkt und beim Kauf auch ein gutes Gewissen haben, doch dieses müsste auch billig sein. Der Handel habe dieses Problem erkannt und werbe mit einem „sauberen Image“, mit Fairtrade-Aktionen und besonderen Aktionen. Doch wem das Wohl von Kaffee- und Kakaobauern in fernen Ländern wichtig sei, dem könne doch das Wohl der heimischen Landwirtschaft nicht egal sein, betonte der Präsident.

Fehler hart bestraft

Dass im Weinjahr 2016 „gut ausgebildete Winzer, gute Beratung und ständige Bereitschaft“ gefordert waren, betonte der Bereichsvorsitzende Franz Benz. „Jeder kleine Fehler wurde hart bestraft“ meinte er rückblickend auf ein Jahr, das es mit solchen Wetterkapriolen vor allem im Mai und Juni ganz selten gab. „Selbst ältere Winzer könne sich an ein solch verregnetes Jahr nicht erinnern“. Wurde noch im Sommer von einem Ausfall von 20 Prozent in der Ortenau gesprochen, so entwickelte sich der Spätsommer zum „Glanzstück des Jahres“. Die prognostizierte Schadensmenge trat nicht ein und es gab gleiche bis leicht höhere Erträge als 2015. Gut bewährt haben sich laut Benz die beiden Hagelflieger, die bis Mitte des Sommers 14 Flüge absolvierten.

Ein besonderes Lob von Franz Benz galt dem neuen Weinbauberater beim Landwirtschaftsamt Offenburg, Johannes Werner, der in seinem ersten, extrem schwierigen Jahr die „Feuertaufe“ bestand“. Dieser berichtete über den Kampf gegen den falschen Mehltau „Peronospora“, der in der Ortenau punktuell auch Schäden verursachte.

„Wirtschaftlichkeit stärken“

„Wir sind zur aktiven Zukunftsgestaltung verpflichtet, um die Wirtschaftlichkeit unserer Winzerbetriebe nachhaltig zu stärken“. Was dies konkret bedeutet, zeigte der Geschäftsführer Peter Wohlfahrt entlang der Leitlinien aus einer Klausurtagung ausführlich auf. Wichtig sei, auch die junge Generation stärker in die Zukunftsgestaltung einzubeziehen. Angesprochen wurden Themen wie Aktivierung des Exports durch Vernetzung der Vermarktung, Bündelung der Anbieterinteressen, Schaffung von noch mehr Bewusstsein für die Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zum Verkauf, deutliche Steigerung des Marketing-Budgets oder Entwicklung von Grundlagen zur Nutzung der „Schutzgemeinschaft Baden“. Habe die Weinregion Elsass mit 15000 Hektar Anbaufläche so viel wie Baden, eine Marketing-Budget von 6,7 Millionen Euro, so das Weinland Baden 2,1 Millionen Euro.

Im Verlauf der Versammlung befassten sich Fachvorträge mit der Esca-Krankheit (Michael Fischer), der Kirschessigfliege 2016 (Michael Breuer) sowie der Erlebnismarke Badische Weinstraße (Julian Semet) und dem Ortenauer Weinparadies (Gunia Wassmer).

Kalturgut Wein als Markenzeichen

„Willkommen in der Hauptstadt der Rebflurbereinigung“, so Bürgermeister Stefan Hattenbach, der das Kulturgut Wein als ein Markenzeichen vieler Orte in der Ortenau bezeichnete. Dieses Weinparadies darf Hanna Mußler repräsentieren, die neue Ortenauer Weinprinzessin ist und ebenfalls die Bedeutung des Weines und die Arbeit der Winzer würdigte.

Arbeit in steilsten Lagen

Mit dem Goldenen Gütezeichens des Badischen Weinbauverbandes wurde die Firma Erd- und Wegebau GmbH Schwörer aus Steinach ausgezeichnet. Gewürdigt wurden die Leistueng des Unternehmens bei der Planie und der Anlegungen von Rebbergen, insesondere im Rahmen von Flurneuordnungen. Laut Franz Benz sei die Firma in der Lage, selbst in steilsten Lagen zu arbeiten.