An der Zerrennerstraße 3 war der Pforzheimer Kurier seit dem Jahr 1960 (aus dem dieses Bild stammt) beheimatet.
An der Zerrennerstraße 3 war der Pforzheimer Kurier seit dem Jahr 1960 (aus dem dieses Bild stammt) beheimatet. | Foto: Archiv

Der Kurier in neuen Räumen

Startschuss im Gartenhaus

Für den Pforzheimer Kurier hat mit dem Umzug in die Fußgängerzone eine neue Ära begonnen. Grund genug, die Redaktion einmal genauer vorzustellen. Ihre Geschichte, ihr Themenspektrum, ihre Leseraktionen – all das gibt es in den nächsten Tagen hier zu lesen.

Die Wiege des Pforzheimer Kurier stand in der Nordstadt. In einem Gartenhaus am Wartberg und im Wohnzimmer des damaligen Redakteurs Erich Herre wurden die ersten Artikel geschrieben, die unter der Rubrik „Pforzheimer Umschau“ in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) erschienen.

Mit Gründung der BNN am 1. März 1946 gab es auch gleich einen Pforzheimer Lokalteil. Doch erst am Dienstag, 3. August 1948, erschien erstmals eine BNN-Lokalausgabe unter dem Titel Pforzheimer Kurier. Der Verkaufspreis betrug 20 Pfennige. Als Redaktionsadresse war die Hohenstaufenstraße 5a angegeben. Dahinter verbarg sich die besagte Wohnung, in der journalistische Nachkriegspioniere wie Herre und Günter Oberst tätig waren, und zu denen später auch Gerd Lutz und Kurt Griguscheit stießen.

Dezenten Blumenschmuck und Bilder gab es im Zeitungsaushang in der Bahnhofstraße.
Dezenten Blumenschmuck und Bilder gab es im Zeitungsaushang in der Bahnhofstraße. | Foto: Herre

Stalin und die Stadtmeisterschaft

Auf der Titelseite der ersten Kurier-Ausgabe sorgte ein Treffen von Marschall Stalin mit Diplomaten der drei Westmächte in Moskau für Schlagzeilen. In dem zwei Seiten umfassenden Lokalteil ging es unter anderem um die Brotknappheit am Wochenende, um die bevorstehende Weihe einer „Notkirche“ am Weiherberg und der von der Pforzheimer Spielgemeinschaft aufgeführten Schwank „Der Meisterdieb“ wurde ausführlich gewürdigt. Mit einem „fabelhaften Schnappschuss aus dem Entscheidungsspiel“ (Originaltext) wurde der Gewinn der Fußball-Stadtmeisterschaft des FC Germania Brötzingen vermeldet. Im Anzeigenteil kündigte unter anderem der Eissalon Casal seine Wiedereröffnung an, während die Firma Wilhelm Staib in einem Stelleninserat nach Dosenmachern, Polisseusen, Löterinnen und Aushauerinnen suchte.

56 Jahre lang an der Zerrennerstrasse

Zunächst erschien der Pforzheimer Kurier – wie die meisten anderen Zeitungen – nur montags, dienstags, donnerstags und samstags. Ab 1951 gab es dann die gewohnten sechs Ausgaben pro Woche. Die Geschäftsstelle befand sich zunächst in der Ebersteinstraße 18. In den 1950er Jahren ging es runter in die Bahnhofstraße 14. Am 20. August 1960 erfolgte der Umzug von Redaktion und Geschäftsstelle in die Zerrennerstraße 3.

Fast 30 Jahre lang führte Pfrommer die Geschicke

Mit Fritz Pfrommer wurde 1967 erstmals ein Redaktionsleiter berufen. Pfrommer leitete die Lokalredaktion, bis er 1993 in Ruhestand ging. Danach folgten Matthias Kuld (bis 2000), Theo Westermann (bis 2007) und der aktuell in dieser Funktion tätige Mike Bartel.
Die Räumlichkeiten im verlagseigenen Gebäude an der Zerrennerstraße wurden 1984 umgebaut und grundlegend saniert. Nach 56 Jahren an dieser Wirkungsstätte übersiedelt der Pforzheimer Kurier im Oktober 2016 mit Redaktion und Geschäftsstelle ins Gebäude Westliche 24 in der Fußgängerzone.