Das Aktionsbündnis "s' Bühler Kind" überreichte OB Schnurr Tausende Unterschriften für den Erhalt der Geburtshilfe.
Das Aktionsbündnis "s' Bühler Kind" überreichte OB Schnurr Tausende Unterschriften für den Erhalt der Geburtshilfe. | Foto: Lienhard

Bühl: Übergabe beim OB

Tausende Unterschriften für die Geburtshilfe

Mehr als 4 000 Unterschriften hat das Aktionsbündnis „s’ Bühler Kind“ für den Erhalt der Geburtshilfe gesammelt und jetzt an Oberbürgermeister Hubert Schnurr übergeben. Christiane Schababerle-Wagner, eine der Initiatorinnen des Aktionsbündnisses, sagte bei der Übergabe, dass Schnurr als Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden und des Kreistags in den Gremien vertreten sei, die über die Zukunft der Geburtshilfe zu entscheiden hätten, und deshalb der richtige Adressat für die Unterschriftensammlung sei.
Die Unterschriftenaktion auf der Internetplattform OpenPetition fand 4 112 Unterstützer (davon 2 260 aus Bühl), etliche weitere Unterschriften waren handschriftlich dazugekommen. Zur Übergabe, an der auch Bürgermeister Wolfgang Jokerst teilnahmen, hatten die Vertreterinnen des Aktionsbündnisses zudem ein Plakat mit einer Auswahl von Kommentaren mitgebracht, die Befürworter der Petition im Internet eingestellt hatten und von anderen Nutzern besonders große Zustimmung erhalten hatten. Mehr als 500 Kommentare seien auf OpenPetition abgegeben worden, berichtete Christiane Schababerle-Wagner, und die Hebamme Marlis Kirschenmann freute sich, dass auf diesem Wege auch die Hebammen und Kinderschwestern „endlich eine Wertschätzung erfahren“.
Die fünf Frauen, die zur Übergabe gekommen waren, forderten „bei so einer einer wichtigen Entscheidung“ ein Mitspracherecht der Bürger. Es reiche nicht, von einer „alternativlosen Entscheidung“ zu sprechen: „Die Kreisräte sind unsere vom Volk gewählten Vertreter und sollten deshalb nicht blind auf die Argumentation der Klinikleitung vertrauen, sondern auch ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger haben.“ Der Kreistag müsse nicht zwangsläufig schwierige politische Vorgaben der Bundespolitik wortlos umsetzen: „Auch ein Kreistag kann hier das Signal nach oben weitergeben, dass man mit der Politik nicht einverstanden ist und sie deshalb so nicht umsetzen will. ’Alternativlos’ darf es in einer Demokratie nicht geben.“ Für eine Entscheidung von solcher Tragweite brauche es einen politischen Diskurs, „den wir bisher so nicht sehen und der auch angesichts der kurzen Zeit bis zur Entscheidung kaum möglich ist. Eine Bürgerinformation am 19. Juli, wenn am 26. Juli bereits über die Schließung beschlossen wird? Warum will man die Entscheidung so übers Knie brechen?“ Ohne jede Diskussion seien Fakten geschaffen worden. Auch die Ankündigung, die Angebote der Elternschule am Krankenhaus fortzuführen, sei ohne Rücksprache mit jenen erfolgt, diese Angebote leiteten.

Konsequenzen aus der Schließung

Hubert Schnurr nahm die Unterschriftenliste entgegen und wies darauf hin, dass der große Kampf dem Erhalt des Krankenhauses gelte. Er begrüßte es, dass das Aktionsbündnis seine Argumente vortrage, gerade mit Blick auf die in den nächsten Tagen anstehenden Termine. Schnurr sagte aber auch, dass er als medizinischer Laie dem Urteil der ärztlichen Leitung vertrauen müsse, die empfohlen habe, die Geburtshilfe aus Gründen der Sicherheit aufzugeben.
Im Gespräch machten die Vertreterinnen von „s’ Bühler Kind“ auf mögliche Konsequenzen aus der Schließung aufmerksam. Ohne Geburtshilfe müsste das Krankenhaus etwa keinen nächtlichen Bereitschaftdienst der Anästhesisten und der Anästhesiepflege vorhalten. In der Konsequenz würde auch der OP-Betrieb ruhen, nächtliche Notfälle würden nicht mehr behandelt. Auf lange Sicht wäre so der Standort als Akutklinik gefährdet – und damit seien nicht nur Schwangere betroffen.