Nachdenklich: Philipp Michalzick glaubte nicht, dass seine Impulse nach sechs Jahren die Mannschaft noch erreichen.
Nachdenklich: Philipp Michalzick glaubte nicht, dass seine Impulse nach sechs Jahren die Mannschaft noch erreichen. | Foto: Rubner

Frauenfußball-Oberliga

Trainer Michalzick tritt beim FV Niefern zurück

Zuletzt hatte Philipp Michalzick das Gefühl, mit seinen Impulsen die Mannschaft nicht mehr wirklich zu erreichen. Nun hat der Trainer des Frauenfußball-Oberligisten FV Niefern versucht, seinen Spielerinnen einen letzten großen Anstoß zu geben: mit seinem Rücktritt vom Amt des Cheftrainers. „Nach reiflicher Überlegung bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass jetzt auch keine Krisensitzung mehr hilft. Nach sechs Jahren, in denen ich mit der Mannschaft vom Kleinfeld in die Oberliga aufgestiegen bin, merkt man eine gewisse Abnutzung“, erklärte Michalzick gegenüber dem Pforzheimer Kurier seine Beweggründe.

Keine Stabilität

Nach guter Vorbereitung und gelungenem Start ins dritte Oberligajahr erkannte der nun zurückgetretene Trainer in den vergangenen Wochen in seiner Mannschaft ähnliche Tendenzen wie in der durchwachsenen Saison 2015/16. „Ich habe mir ein Stabilisierungsjahr erhofft, aber die Entwicklung der letzten Wochen ging in eine andere Richtung.“ Das 1:5 am Sonntag beim SV Alberweiler war die vierte sieglose Partie in Serie, obwohl die Personalsituation sich inzwischen entspannt hatte. „Die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft stimmte“, betont Michalzick, der sich am Freitag von seinen Spielerinnen verabschieden wollte. „Ich bin stolz auf die Mädchen und bin von ihrer Qualität überzeugt. Die Mannschaft hat die Nachricht schockiert aufgenommen. Aber es braucht einfach neue Impulse, neue Ansprachen.“

Duo rückt in der Verantwortung auf

Dafür sollen zumindest bis zur Winterpause der neue Chef Tim Dopichay (bisher Ko-Trainer) und der neue Ko-Trainer Karsten Scheffelmeier (auch Trainer des FV Niefern II in der Landesliga) sorgen. Das Duo steht erstmals am Sonntag (14.30 Uhr) in der Partie beim VfB Obertürkheim in der Verantwortung, wie Nieferns Vorsitzender Roman Gichau bestätigte. Zum Rücktritt Michalzicks sagte er: „Wir haben es akzeptiert, es ist seine Entscheidung.“
Michalzick fühlt sich dem Frauenfußball-Projekt in Niefern weiterhin verbunden und will als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Zunächst hofft er, mit seinem Rücktritt ein Signal gesetzt zu haben, „damit die Mannschaft am Sonntag drei Punkte holt“.