Einen Tag und eine Nacht hat Tanja Höschele in Ittersbach auf dem "Climber" zugebracht und letztlich den Rolltreppenlauf-Weltrekord geknackt. | Foto: Klaus Müller

Weltrekord in Karlsbad

Harter Rolltreppen-Marathon über 24 Stunden und 82 218 Stufen

Von Klaus Müller

Immer weiter, immer weiter zum Weltrekord: Jetzt läuft die Frau schon über 20 Stunden „treppauf“ und macht dennoch einen recht relaxten Eindruck. Klar, ein bisschen müde sei sie schon, sagt die ambitionierte Treppenläuferin lachend. „Ansonsten geht es mir gut.“ Knapp zwei Stunden muss Tanja Höschele noch durchhalten – dann hat sie den Weltrekord im „Rolltreppenlaufen“. Am Freitag, Schlag zwölf Uhr, begann der Treppen-Marathon im Karlsbad-Ittersbacher Vitalclub „Enorm in Form“, der erst am darauffolgenden Tag um zwölf Uhr sein Ende finden sollte. Die 45-jährige Extremsportlerin aus Straubenhardt hat es geschafft. Und das richtig eindrucksvoll. 82 218 Stufen (16 500 Höhenmeter) erklomm sie auf einem sogenannten Climber, ein Fitnessgerät in Form einer Art Rolltreppe.

So etwas muss man wollen

Damit hat sie den bisherigen Weltrekord in der Frauenwertung um mehrere Tausend Stufen pulverisiert. Und die 24 Stunden, eine weitere Weltrekordvorgabe, hielt sie ebenso durch. All das wurde akribisch dokumentiert. Nur so erhält das Unterfangen vom „Rekord-Institut für Deutschland“ das Siegel Weltrekord.
Wie kommt man auf so eine Idee? Eigentlich wollte sie einen Weltrekord auf dem Stepper (ebenfalls ein Fitnessgerät) aufstellen. Wegen fehlender Vergleichbarkeit, es gibt zu viele unterschiedliche Stepper, sei das nicht möglich gewesen – dafür aber der Versuch auf dem Climber. Die Grundausdauer, um so einen Treppen-Marathon zu überstehen, hat die Sportlerin, deren normale Läufe unter 100 Kilometer erst gar nicht anfangen. „Der Weltrekordversuch ist für mich eine persönliche Herausforderung“, erzählt die Sportlerin, währenddessen sie gleichmäßig eine Stufe nach der anderen überwindet.

In den Nachtstunden wird es schwer

Und ganz wichtig: „So etwas muss man wollen.“ Unterstützung erfuhr sie vom Club, der nach Auskunft von Geschäftsführer Andreas Erlenmaier den Treppen-Marathon mit einer Spendenaktion für ein landwirtschaftliches Projekt an der Elfenbeinküste (Fair-Trade Kakao) verband. Obendrein wurde die unermüdliche Treppenläuferin von guten Freunden, Freundinnen und Bekannten begleitet. „Das hat gut getan und wirklich geholfen – besonders in den Nachtstunden“, berichtet Tanja Höschele. Sicher, langsam würden die Beine schwer werden. Und sie freue sich schon auf ihr Bett und auf ein großes Stück Kuchen. In den vergangenen Stunden musste sie diszipliniert auf ihre Nahrungseinnahme achten. Noch ein paar Minuten, dann kann sie das genießen, wofür sich der ganze Aufwand lohnt: „Das Gefühl angekommen zu sein. Das lässt sich mit nix vergleichen.“