Zalando Logistikzentrum Fassade
Mit dem Werk wächst auch das Logo. Das Zalando-Logistikzentrum schafft in Lahr neue Arbeitsplätze. | Foto: Christoph Breithaupt

Probebetrieb läuft schon

Zalando ist in Lahr auf der Zielgeraden

Z, A, L, A – die vier Buchstaben sind schon auf dem Gebäude angebracht. Das N befindet sich gerade im Aufbau. So wie vieles andere. Denn das Zalando-Logistiklager auf dem Lahrer Flugplatzareal ist zwar bereits in Betrieb, aber noch eine große Baustelle. „Knapp über 100 Mitarbeiter sind hier bereits beschäftigt“, sagt Simon Straub. Der 35-Jährige hat den Aufbau der Logistiklager in Erfurt und Mönchengladbach mitbegleitet. Nun ist er Leiter der Lahrer Niederlassung – und damit wieder in der Heimat angekommen. Straub stammt aus Emmendingen.

Gelbe Label begleiten die Pakete

Die Tour beginnt am Empfang, der noch unbesetzt ist. Dann führt der Weg in Halle zwei von vier. Dort läuft der Betrieb bereits. Straub deutet nach links und rechts: „In den Hallen eins und vier entstehen Einlager- und Kommissionierbereiche.“ Dazwischen, in den Hallen zwei und drei, werden sich die Mitarbeiter um die Ware kümmern, beispielsweise die Pakete verpacken. Derzeit passiert fast alles noch in einer Halle. Die allein schon so groß ist, dass sie andernorts locker ein vollständiges Firmengelände abgeben würde.
„Wir erhalten die Ware auf Paletten. Dann wird sie verbucht“, sagt Straub. Jedes Paket erhält bei Zalando ein kleines, gelbes Label. „Um den Weg weiter verfolgen zu können.“ Straub mustert den Arbeitsplatz, der noch unbesetzt ist. „Höhenverstellbarer Tisch, Fußmatte, zweisprachige Arbeitsanweisungen.“ Fast alles wird auf Deutsch und auf Französisch erklärt.

Mitarbeiter mit Knick in der Laufbahn

„Sehr reizvoll“ sei die Lage nahe der französischen Grenze, meint der Niederlassungsleiter. Auch ein Grund dafür, dass sich Zalando für Lahr entschieden habe. Wie hoch ist derzeit der Anteil der Arbeitnehmer aus dem Elsass? Straub will sich nicht festlegen. „Sagen wir, es sind mehrere Dutzend.“ Er spricht von guter Zusammenarbeit mit Arbeitsagenturen auf beiden Seiten des Rheins, von Infotagen, die Zalando selbst auf die Beine stelle.

Bei Zalando in Lahr läuft bereits der Probebetrieb.
Bei Zalando in Lahr läuft bereits der Probebetrieb.                                 Foto: Breithaupt

Bereits jetzt von Menschen aus zehn Nationen unter den gut 100 Arbeitskräften. Straub will auch Menschen „mit Knick in der Laufbahn“ eine Chance geben. Auch das sei ein Ansporn, sagt er. 90 Prozent der Jobs in Lahr seien Anlerntätigkeiten, einfache Arbeiten. Aktuell komme der Großteil der Arbeiter aus bestehenden Beschäftigungen, so Straub. „Die Nachfrage war bislang groß.“ Zalando zahle in Lahr einen Einstiegslohn von 12,67 Euro pro Stunde. Der richte sich nach den regionalen Logistik-Tarifen. „Niemand verdient hier weniger.“

Vieles ist bei Zalando automatisiert

Eine Frau schiebt zwei Regale auf Rollen durch den Raum. In einem Jahr wird das voraussichtlich nicht mehr nötig sein. „Waren von A nach B bringen, das wird automatisiert“, sagt Straub. Wer Richtung Decke blickt, kann das bereits erahnen. Andere Dinge, wie das Verpacken der Pakete, sollen auch weiterhin die Mitarbeiter übernehmen.

Die Regale wachsen noch

Zuvor landet die Ware aber im Lager. „Regale, wie man sie aus dem Keller kennt.“ Eines neben dem anderen, gefüllt mit bunten Päckchen, mit Schuhen, mit Accessoires. „Das wird alles noch deutlich höher“, sagt Straub. Wenn wieder einer der Stammkunden auf „Kaufen“ geklickt hat, wird die Ware kommissioniert, verpackt, geht wieder auf Reise.

Jedes zweite Produkt kommt zurück

An anderen Standorten sind es mehrere 10 000 Päckchen pro Tag. Jedes zweite Produkt kommt wieder zurück. Für Straub kein Problem, sondern Teil des Geschäftsmodells. „Wir verlegen die Umkleidekabine nach Hause.“ Im Retourenbereich will der Online-Versandhändler in Lahr neue Wege gehen. Straub spricht von einem „dynamischen Puffer“, mit dem die Ein- und Auslagerung der Retouren übersprungen werden könne. Wie sieht die Prognose für Lahr aus? Straub will sich nicht genau festlegen. Im Sommer 2017 sollen die Prozesse wie geplant automatisiert laufen. Dann soll auch die Zahl der Mitarbeiter deutlich höher sein.