Ein Millionenprojekt ist der Bau der Gemeinschaftsschule in Malsch.
Ein Millionenprojekt ist der Bau der Gemeinschaftsschule in Malsch. | Foto: Rainer Obert

Gemeinschaftsschule in Malsch

Finanzdiskussion: „Blindflug“ oder „Panikmache“

Das Malscher Millionenprojekt Umbau der Hans-Thoma-Schule zur Gemeinschaftsschule wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor dem Hintergrund der klammen mittelfristigen Finanzlage zum Zankapfel. Letztlich ging es darum, ob überhaupt und wie der zweite Bauabschnitt angegangen werden soll. Letztlich entschied man sich nach harter Diskussion mehrheitlich für die Variante weiterbauen – jedoch über drei statt zwei Jahre.

Millioneninvestition wird gestreckt

„Keine Entscheidung zu treffen wäre das Falscheste“, betonte Bürgermeister Elmar Himmel zur Gemeinschaftsschule. Für ihn wäre dies ein negatives Signal an Schüler und Eltern. Der erste Abschnitt des Schul-Umbaus ist praktisch fertig, er riet dranzubleiben. Die Frage ist, ob die finanzielle Belastung von 4,4 Millionen Euro in der Bauvariante über zwei Jahre in nur zwei Abschnitten zu stemmen wäre. Hier herrschten auch im Gremium wohl erhebliche Zweifel. Wenn, man will es in drei Jahren und insgesamt vier Abschnitten angehen. Zuvor gab es aber einen Schlagabtausch zwischen den Fraktionen. „Wir müssen durch ein Nadelöhr“, so Thomas Kastner (CDU) laut Kämmerei brauche man dafür die dreijährige Bauphase, mehrheitlich sei die Fraktion dafür. „Die Reißleine ziehen“, wollte indes Fraktionskollegin Elke Schick-Gramespacher ebenso wie Gerhard Schmidt. „Die Bauabschnitte in andere Jahre verschieben.“ Dass der Brandschutz mangelhaft sei ließ sie nicht gelten. Das lasse sich vor den Behörden vertreten. Der nächste Bauabschnitt beginne erst mit dem Schuljahr 2017/18, merkte der Bürgermeister nochmals an. „Angefangenes zu Ende führen!“, pochte Karlheinz Bechler (BfU/Grüne). Und Erich Fehr von der SPD plädierte für nur zwei Jahre Ausbauzeit, die Beeinträchtigung des Schulbetriebs sei hierbei wesentlich geringer, die Kosten insgesamt geringer.

Alle Menschen sind schlau…

Die Freien Wähler wollen laut Horst Sahrbacher mit der Drei-Jahres-Variante leben, um mit etwas Spielraum andere Projekte wie den Hochwasserschutz angehen zu können. Finanziellen „Blindflug“ warf CDU-Mann Schmidt dem Gremium vor. Immense Belastungen für die Bürger sehe er kommen. Starken Gegenwind bekam er von mehreren Fraktionen. Veronika Wehr-Schwander (SPD) warf „unfaire Panikmache“ vor. Der Gemeinderat mache sehr wohl seine Hausaufgaben.
„Alle Menschen sind schlau – einige vorher und einige hinterher“, warb Hermann Geiger (CDU) nochmals für die Bauzeit über drei statt zwei Jahre und mehr Finanzspielraum. Dieser Variante wurde dann am Ende auch mit 13 zu zehn zugestimmt.