Mal richtig schnuppern: Die Mitglieder der internationalen Jury bewerten beim Rosenneuheiten-Wettbewerb neben dem Duft drei weitere Kriterien der 135 Neuzüchtungen, die um die Auszeichnung „Goldene Rosen von Baden-Baden“ konkurrieren.
Mal richtig schnuppern: Die Mitglieder der internationalen Jury bewerten beim Rosenneuheiten-Wettbewerb neben dem Duft drei weitere Kriterien der 135 Neuzüchtungen, die um die Auszeichnung „Goldene Rosen von Baden-Baden“ konkurrieren. | Foto: Rudolphi

Goldene Rose von Baden-Baden

„Märchenzauber“ betört

Rosen- oder doch lieber Seerosenneuheiten-Wettbewerb? Markus Brunsing war sich da gar nicht so sicher. „Wir haben mal überlegt, die Konkurrenz umzubenennen“, meinte der Leiter des städtischen Gartenamts  scherzhaft bei der Eröffnung des Wettbewerbs im Rosenneuheitengarten auf dem Beutig in Baden-Baden.
Doch eigentlich war ihm gar nicht nach Lachen zumute. Schließlich hat der Dauerregen in der vergangenen Woche den städtischen Gärtnern gehörig einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Angesichts der sintflutartigen Regengüsse wird dieser Wettbewerb als der regenreichste in die Geschichte eingehen“, sagte Brunsing. 140 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in einer Woche, was 20 Prozent des Jahresmittels entspreche, hätten den Rasen zwischen den Rosenbeeten teilweise in eine Sumpflandschaft verwandelt und die Kieswege regelrecht weggespült. Das Team des Gartenamts habe einen Kraftakt vollbracht, um den Garten rechtzeitig wieder auf Vordermann zu bringen.
„Natürlich ist der Regen den Rosen anzusehen“, betonte Brunsing und appellierte an die Jury, Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Viele Blüten hätten sich noch nicht richtig herausgetraut. „Bei einigen haben wir mit Folienhäusern nachgeholfen, um die Blüte zu beschleunigen und herauszukitzeln“, verriet der Gartenamtschef. Seine Mitarbeiter hätten aber auch einen Züchter ertappt, der seiner Rose heimlich mit einem Dünger habe nachhelfen wollen. Das ist natürlich nicht akzeptabel“, stellte Brunsing klar. Die Folge: Die Jury hat den Züchter für die kommenden vier Jahre vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Überzeugt die Rose? Die Experten halten ihre Eindrücke von den sechs Rosenklassen auf einem Bewertungsbogen fest.
Überzeugt die Rose? Die Experten halten ihre Eindrücke von den sechs Rosenklassen auf einem Bewertungsbogen fest. | Foto: Rudolphi

Oberbürgermeisterin Margret Mergen hieß 120 Experten aus 19 Ländern bei der „Oscar-Verleihung der Rosen“ willkommen. 35 Züchter aus 14 Ländern waren mit 135 Neuheiten am Start und hofften auf den begehrtesten Ehrenpreis „Goldene Rose von Baden-Baden“. Rosen seien die Sonnenseiten des Lebens und die Züchter trügen immer wieder dazu bei, „sie uns schmackhaft zu machen“, meinte die OB.
Der internationalen Jury stand Breda Copi, Vizepräsidentin der World Federation of Rose Societies und Präsidentin der Slowenischen Rosengesellschaft vor. 13 Wertungsgruppen nahmen die Neuzüchtungen genau unter die Lupe und bewerteten sie nach folgenden Kriterien: Gesamteindruck, Blüte, Krankheitsresistenz und Duft. Die Bewertung erfolgte in sechs Rosenklassen: 33 Teehybriden, 53 Floriundarosen, sechs Miniaturrosen, sieben Bodendecker-/Kleinstrauchrosen, 22 Strauchrosen und 14 Kletterrosen. Neben den Experten dürfen auch die Besucher am Rosenneuheiten-Wettbewerb teilnehmen: Beim Publikumspreis wählen sie ihre schönste Rose. Zur Wahl stehen alle Pflanzen des Bewertungsjahres 2106. Die Kür des persönlichen Favoriten ist auf ausliegenden Stimmzetteln möglich.

Die „Goldene Rose von Baden-Baden“

„Märchenzauber“ lautet der Name der Neuzüchtung, die in diesem Jahr beim Rosenneuheiten-Wettbewerb auf dem Beutig den Ehrenpreis „ Goldene Rose von Baden-Baden“ erhalten hat. Die Teehybride ist eine Züchtung der Firma Kordes in Schleswig-Holstein.
Nach Auskunft von Gartenamtsleiter Markus Brunsing überzeugte die Pflanze mit ihrer rosafarbenen und nostalgischen Blüte, dem guten Duft, dem satten Grün der Blätter und ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten die internationale Jury.
Kordes gewann zum vierten Mal die „Goldene Rose“. Auch die Plätze zwei und drei gehen mit „Limona“ und „Phoenix“ an Züchtungen aus diesem Haus.

 Ein Traum in Rosa: Die Teehybride "Märchenzauber" erhält beim internationalen Rosenneuheiten-Wettbewerb in Baden-Baden den begehrtesten Ehrenpreis "Goldene Rose".
Ein Traum in Rosa: Die Teehybride „Märchenzauber“ erhält beim internationalen Rosenneuheiten-Wettbewerb in Baden-Baden den begehrtesten Ehrenpreis „Goldene Rose“. | Foto: Deck