Ausgebrannt: Nur noch Wracks sind von den 15 Baufahrzeugen und Baumaschinen nach dem Feuer übrig geblieben.
Ausgebrannt: Nur noch Wracks sind von den 15 Baufahrzeugen und Baumaschinen nach dem Feuer übrig geblieben. | Foto: PR

Brandstiftung in Bretten

15 Schlepper und Baumaschinen komplett ausgebrannt

Als die Feuerwehr eintrifft, brennen bereits drei Lastwagen. Meterhohe Flammen schlagen in den Himmel, Explosionen sind zu hören, die – wie sich später herausstellt – von den platzenden Reifen der brennenden Sattelschlepper stammen. Als das sich rasch ausweitende Feuer nach zwei Stunden unter Kontrolle ist, offenbart sich erst das ganze Ausmaß der Katastrophe: 15 Lastwagen und Baumaschinen – vom Bagger über Kehrmaschinen bis zur Asphaltiermaschine – sind nur noch ausgebrannte Wracks. Auch Pkw sind betroffen. Die Firmenleitung des Brettener Bauunternehmens Harsch spricht von einem Schaden in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Aufgrund des Brandverlaufs und der Umstände gehen die Ermittler von Brandstiftung aus.

Drei Laster im Vollbrand

Kurz nach 20 Uhr wird die Feuerwehrleitstelle Karlsruhe am Samstagabend über einen Brand auf dem Firmengelände an der Rinklinger Straße informiert. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass zu diesem Zeitpunkt bereits etliche Feuerwehrleute bei einer kleinen Feier im Feuerwehrhaus zugegen sind und sofort ausrücken können. „Beim Eintreffen standen bereits drei Laster im Vollbrand“, berichtet der stellvertretende Kreisbrandmeister Werner Rüssel. Aufgrund der Explosionen nähert man sich der Brandstelle mit Vorsicht. Befürchtet wurde, dass sich Treibstoff und Gasflaschen entzünden könnten. Dies war aber nicht der Fall.

Mehrere Brandstellen

Bei der weiteren Erkundung stellt die Feuerwehr fest, dass mehrere Fahrzeuge auf zwei verschiedenen Parkplätzen brennen, es also mehrere Einsatzstellen gibt. Während sich die Feuerwehr auf die großen Brände konzentrierte, um zu verhindern, dass auch Gebäude in Mitleidenschaft gezogen werden, konnten Firmenangehörige kleinere Brände mit Feuerlöschern ablöschen. Durch das schnelle Eintreffen der Feuerwehr und die sofort eingeleitete Brandbekämpfung konnte weiterer Schaden an den umliegenden Gebäuden sowie an weiteren Fahrzeugen verhindert werden. Ein Mitarbeiter der Firma, der sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in der Nähe der Fahrzeuge aufgehalten hatte, war durch den Feuerschein aufmerksam geworden und konnte noch mehrere Fahrzeuge mit dem Feuerlöscher ablöschen beziehungsweise aus dem Gefahrenbereich schaffen, teilt die Polizei später mit. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

Großaufgebot im Einsatz

Aufgrund des Gefahrenpotenzials hatte die Leitstelle ein Großaufgebot in Marsch gesetzt: Die Feuerwehren aus Bretten, Diedelsheim, Dürrenbüchig, Gondelsheim, Gölshausen, Rinklingen und Ruit waren mit insgesamt 19 Fahrzeugen und rund 80 Kräften im Löscheinsatz. Auch der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen zur Brandstelle geeilt.

Feuerwehr auf dem Gelände der Firma
Mit 19 Fahrzeugen und 80 Einsatzkräften bekämpfte die Feuerwehr am Samstagabend mehrere Brände auf dem Gelände der Brettener Baufirma Harsch. | Foto: Geier/7aktuell

„Bei weiteren Erkundungen fand man deutliche Hinweise darauf, dass es sich um einen Brandanschlag handeln könnte“, erklärte der stellvertretende Kreisbrandmeister. So fanden sich nach dem Brand Kohleanzünder und Tücher, getränkt mit Brandbeschleuniger, die sich allerdings nicht entzündet hatten. Verantwortliche der Firma Harsch sowie Oberbürgermeister Martin Wolff waren zur Einsatzstelle gekommen, um sich ein Bild der Lage zu machen. Sie äußerten sich fassungslos über die offenkundige Brandstiftung. Gegen 22.34 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Kriminalbeamte und Firmenvertreter waren allerdings noch viele weitere Stunden am Ort des Geschehens. Heute will sich die Geschäftsführung in einem Pressegespräch zur Sache äußern.