In 80 Päckchen versteckten die Verdächtigen das Heroin in Karlsruhe.
In 80 Päckchen versteckten die Verdächtigen das Heroin in Karlsruhe. | Foto: LKA Baden-Württemberg

Grenzübergreifend ermittelt

Polizei stellt 40 Kilo Drogen in Karlsruhe sicher

So einen großen Fang hat es in der Region seit Jahren nicht mehr gegeben: Fast 40 Kilogramm Heroin haben Ermittler im Rheinhafengebiet in Karlsruhe entdeckt.

Laut Staatsanwaltschaft Stuttgart ist das der wohl größte Fund in Baden-Württemberg seit 2007. Aber der Fall geht weit über die Fächerstadt hinaus, denn die Täter waren international unterwegs, ermittelt wurde grenzübergreifend. Im Gebiet des Karlsruher Rheinhafens sollte das Heroin übergeben werden – aber daraus wurde nichts: Dort griffen die Ermittler zu und nahmen drei Verdächtige fest. Der mutmaßliche Rauschgifthändler habe die Drogen in 80 Päckchen gepackt und in den Hohlräumen eines Autos versteckt, heißt es in einer Mitteilung der Stuttgarter Staatsanwaltschaft und der Ermittlungsgruppe Rauschgift Polizei/Zoll des Landeskriminalamtes. Der Schwarzmarktwert der Drogen: mindestens eine Million Euro. Das war bereits am 25. Mai, wurde aber wegen der laufenden Ermittlungen erst jetzt öffentlich gemacht, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Fünf Verdächtige in Antwerpen festgenommen

Zeitgleich waren in Belgien Spezialkräfte der belgischen Polizei im Einsatz: In Antwerpen nahmen sie fünf weitere Verdächtige fest. Darunter soll der mutmaßliche Auftraggeber sein. Die 30- bis 51-Jährigen seien der Polizei bereits bekannt gewesen und stammen aus Deutschland und Belgien sowie Polen, Kasachstan und der Türkei. Vier von ihnen wurden inzwischen nach Deutschland ausgeliefert und sitzen in Untersuchungshaft. Der fünfte Verdächtige und mutmaßliche Kopf der Gruppe, der in Belgien gefasst wurde, wehrte sich gegen die Auslieferung. Ein belgisches Gericht muss nun darüber entscheiden. Die Ermittler hatten auch die Wohnungen der Verdächtigen in Alzey, Aachen, Hannover und Wuppertal sowie in Belgien durchsucht. Dabei fanden sie eine scharfe Pistole und zwei Magazine mit Munition. Bei der grenzübergreifenden Aktion waren neben belgischen Polizisten und dem Polizeipräsidium Baden-Württemberg auch Polizisten aus Köln, Mainz, Wuppertal und Stuttgart beteiligt.

Größter Heroinfund im Südwesten seit 2007

In Amstetten (Donau-Alb-Kreis) wurde 2007 die bisher größte Menge Heroin im Südwesten gefunden. Damals waren 300 Kilogramm im Lastwagen einer türkischen Spedition entdeckt worden. Einen Drogenfund in derselben Größe gab es im vergangenen September in Wörth am Rhein: Dort stellten die Ermittler Kokain mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von bis zu 90 Millionen Euro sicher.