Freilichtmuseum: Das Oldtimer-Meeting Baden-Baden feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Auf die Besucher im Kurpark warten rund 400 Klassiker der Automobilgeschichte – vom kleinen Schnauferl bis zur Luxus-Limousine.
Freilichtmuseum: Das Oldtimer-Meeting Baden-Baden feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Auf die Besucher im Kurpark warten rund 400 Klassiker der Automobilgeschichte – vom kleinen Schnauferl bis zur Luxus-Limousine. | Foto: pr

Oldtimer-Meeting Baden-Baden

Chrom blitzt im Kurpark

Die Besucher des Oldtimer-Meetings Baden-Baden von Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. Juli, dürfen sich auf eine Rarität der Automobilgeschichte freuen: Ein De Dietrich Spider Couvert wird durch die Kaiserallee zuckeln und dort auf Demonstrationsfahrt gehen. „Das ist ein echtes Juwel“, sagte Organisator Marc Culas in einem Pressegespräch. Ein Benzinmotor mit acht PS treibt den 118 Jahre alten Wagen an.
Das Fahrzeug verfügt über mehrere Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. „Er benötigt 22 Grad Außentemperatur, sonst startet er nicht“, erläuterte Culas. Der Oldtimer kann auch nur in der Kaiserallee hin- und herfahren, weil er die leichte Steigung zum Kurhaus hin nicht bewältigt.
Die Rarität aus dem Elsass ist eines von rund 400 Schmuckstücken, die das Oldtimer-Meeting, bei dem die Badischen Neuesten Nachrichten Medienpartner sind, präsentiert. „Für mich ist es in diesem Jahr eine besondere Veranstaltung, weil das Meeting seinen 40. Geburtstag feiert“, betonte Culas. Passend zu diesem Anlass gibt es eine Sonderschau der Ehrengastmarke Volkswagen zum Thema 40 Jahre Golf GTI (siehe Stichwort). Der Wolfsburger Autobauer habe die automobile Entwicklung im Nachkriegs-Deutschland wie kaum ein anderer Hersteller geprägt. Der VW-Käfer habe vielen Deutschen den Einstieg in die Automobilität ermöglicht, der VW-Bus Bulli sei das erste Ferien-Mobil gewesen. Beide Modelle sind Culas zufolge heute begehrte Fahrzeug-Klassiker und beim Meeting zu bestaunen.
„Die Vielfalt der präsentierten Wagen ist einmalig in Deutschland“, bekräftigte der Organisator und verwies auf sieben Fahrzeuge, die aus der Karosserie-Manufaktur Erdmann & Rossi stammen. In den 20er- und 30er-Jahren veredelte die Firma die Wagen renommierter Autohersteller. Die grandiosen Karosserieformen und die luxuriösen Ausstattungen seien ein Augenschmaus für jeden Oldtimer-Fan. „Jedes dieser Fahrzeuge ist mit über einer Million versichert“, verdeutlichte Culas den Wert dieser Limousinen.
Echte Kuriositäten der Automobilgeschichte sind drei Dampf-Oldtimer aus den Jahren 1911, 1912 und 1913. Zum Antrieb nutzen sie Wasserdampf und können mit ihrem 250-Liter-Wassertank eine Strecke von rund 30 Kilometern zurücklegen. Die Besucher dürfen das nostalgische Flair dieser „Steamers“ hautnah erleben, wenn die Dampfmaschinen mehrmals täglich von der Brücke beim Europäischen Hof zu Fahrten durch den Kurpark starten.
Aber nicht nur die Fahrzeug-Klassiker locken. Mit Modenschauen und Big-Band-Konzerten bietet das Meeting ein stimmungsvolles Programm, zu dem auch die Gartenpartys mit Pop-Tenor Claudio Versace gehören. Zudem setzen bei Dunkelheit 2106 Lampions die Oldtimer ins ein besonderes Licht.

Volkswagen ist Ehrengastmarke

Volkswagen ist die Ehrengastmarke des diesjährigen Oldtimer-Meetings. Zu Ehren des Golf GTI, der in diesem Jahr wie das Meeting seinen 40. Geburtstag feiert, sind in einer Sonderschau 40 Golf GTI aller sieben Generationen zu sehen. Die Fahrzeuge stammen zum größten Teil aus Privatbesitz. Organisator Marc Culas möchte damit vor allem jüngere Besucher ansprechen.

Als Ehrengastmarke präsentiert VW weitere Klassiker der Automobilgeschichte aus seinem Bestand wie Brezelkäfer, elegante Karmann Ghia, Bullis oder Strand-Buggys aus den 70er-Jahren. Mit dabei sind auch einige Sondermodelle wie der SP2 oder der Puma, die der Autokonzern für den südamerikanischen Markt produziert hat und die in Europa nie zu kaufen waren.

Zu den Exponaten, die zum Teil aus dem VW-Museum in Wolfsburg stammen, gehört auch das Hebmüller Cabriolet aus dem Jahr 1950 und das Postauto Typ 147 „Fridolin“ von 1969. Culas zufolge transportiert VW die Fahrzeuge mit mehreren Tiefladern nach Baden-Baden.