Mit einer Talkrunde wurde 50 Jahre Große Kreisstadt Ettlingen gefeiert.
Mit einer Talkrunde wurde 50 Jahre Große Kreisstadt Ettlingen gefeiert. | Foto: kdm

Mehr als ein Verwaltungsakt

50 Jahre Große Kreisstadt Ettlingen

Von Klaus Müller

50 Jahre Große Kreisstadt Ettlingen: An der Richtigkeit der  Entscheidung   zweifelte niemand – weder im Rückblick auf die Vergangenheit, noch beim Blick in die Gegenwart und erst recht nicht beim Gedanken an die Zukunft. Zum 1. Januar 1966, wurde Ettlingen zur Großen Kreisstadt erhoben und erhielt damit   mehr Kompetenzen. Die Kommune  wurde dem Regierungspräsidium statt dem Landratsamt aufsichtsrechtlich unterstellt. Eine Feierstunde auf dem Marktplatz widmete sich  jetzt – und damit mitten im Sommer –  dem Verwaltungsakt von damals. Den Schritt zur Großen Kreisstadt (möglich ab 20 000 Einwohner) wollte Oberbürgermeister Johannes Arnold nicht allein als Verwaltungsakt verstanden wissen. Vielmehr habe Ettlingen dadurch an politisches Gewicht gewonnen. Übrigens: Einige Jahre später folgte die Gemeindereform, in deren Verlauf sechs, bis dato unabhängige (Klein-)Gemeinden zur Großen Kreisstadt kamen.

Lockere Talkrunde auf dem Marktplatz

Keine Frage, über die „Ettlinger Erhebung“ lässt sich vieles berichten. Darauf und auf die späteren Zeiten richteten bei einer Gesprächsrunde, moderiert von OB Arnold, Ehrenbürger Erwin Vetter, Landrat Christoph Schnaudigel, Friedrich-Wilhelm Kiel, der allererste Beigeordnete der dann Großen Kreisstadt, und der ehemalige Geschichtslehrer Dieter Stöcklin ihren jeweiligen Fokus. Eines wurde dabei schnell deutlich: Der Name des langjährigen Ettlinger Bürgermeisters (und spätereren Oberbürgermeisters), Hugo Rimmelspacher, ist untrennbar mit besagter Erhebung verbunden. Unbestritten seien die Verdienste von Rimmelspacher, wenngleich es nicht immer einfach gewesen sei, mit ihm zusammenzuarbeiten, erinnerte sich Kiel. „Bei all seinen Schwächen war Rimmelspacher ein großer Oberbürgermeister“, ergänzte Vetter, der Anfang  1972 Jahre die Nachfolge von Kiel antrat.
Durch die Erhebung zur Großen Kreisstadt habe die Bedeutung Ettlingens gegenüber Karlsruhe erheblich zugenommen, urteilte Stöcklin. Auch Arnold sprach von einer „wichtigen Weichenstellung“, insbesondere mit Blick in Richtung „unseres nördlichen Vorortes Karlsruhe“.

Landrat hält nichts von Wechselwunsch in Herrenalb

Die gute Zusammenarbeit  mit  Ettlingen,  eine von 32 Kommunen im Landkreis, hob Schnaudigel hervor. Von Arnold auf Bad Herrenalb angesprochen – dort gibt´s Bestrebungen, , den Landkreis Calw zu verlassen und sich dem Landkreis Karlsruhe anzuschließen – positionierte sich der  Landrat recht eindeutig: Verwaltungsgrenzen seien nicht mehr entscheidend.  Man solle  sich „wichtigeren Themen“ widmen. Für Vetter wiederum „gehört Herrenalb eigentlich zu uns“, schon wegen der AVG . Allerdings werde der Gesetzgeber in Stuttgart solche „Umgestaltungswünsche“ nie erfüllen.
Musikalisch begleitete die Feierstunde der Ettlinger  Albgau-Musikzug. Und am Schluss  erschallte gemeinsam das Badnerlied.