Trotz schlechtem Wetter machten  rund 500 Läufer beim Halbmarathon mit.
Trotz schlechtem Wetter machten rund 500 Läufer beim Halbmarathon mit. | Foto: Kleber

SWE-Halbmarathon in Ettlingen

500 Läufer trotzen dem Wetter

 Von Andreas Kleber

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, hatte Rolf Maier aus Oberweier unmittelbar vor dem Startschuss zum neunten SWE-Halbmarathon  in Ettlingen  Samstagabend im Horbachpark zu Protokoll gegeben. Das Mitglied des Lauftreffs Ettlingen sollte Recht behalten. Kaum einer der rund 500 Läufer  ließ sich vom Dauerregen auch nur ansatzweise beeindrucken. Im Gegenteil: Daniel Noll vom TSV 1896 Glems lief in einer Zeit von 1:13,06 Stunden sogar neuen Streckenrekord. Zweiter wurde Habton Weldu (1:14,40) aus Kraichtal vor Semere Gaim (1:16,08) von der LG Karlsruhe. Einen hervorragenden sechsten Platz belegte Christian Stöckl (1:21,08) von der Feuerwehr Rheinstetten.

Streckenrekord auch bei den Frauen

Ebenfalls einen neuen Streckenrekord gab es bei den Frauen zu bejubeln. Hier erreichte die Französin Latifa Schuster vom ASL Robertsau nach 1:26,35 Stunden das Ziel vor Franziska Pfeifer (1:33,18/LG Region Karlsruhe) und Julia Bush (1:37,35/LSG Karlsruhe). Dominika Grünewald (1:40,18) vom Lauftreff Ettlingen wurde Siebte. Als Finisher-stärkste Gruppe erhielt die LSG Karlsruhe eine Drei-Liter-Flasche Champagner.
Auch Maier durfte mit seinem Abschneiden zufrieden sein. Mit dem Vorhaben gestartet, unter zwei Stunden zu bleiben, überquerte der 64-Jährige nach 1:50,11 Stunden die Ziellinie im Horbachpark. „Die Strecke ist ein Traum und die Organisation immer top“, fand der passionierte Hobbyläufer bereits im Vorfeld des Events lobende Worte für die Veranstalter SSV Ettlingen und Lauftreff Ettlingen.
Für Jörg Schneider aus Oberweier, der mit einer Zeit von 1:51,24 Stunden knapp hinter Maier ins Ziel kam, war es der erste Start beim Halbmarathon. „Ich bin die Strecke vorgelaufen und bin von ihr begeistert. Zugleich nötigt sie mir aber auch gehörig Respekt ab. Vor allem die Steigung beim Friedhof Schluttenbach und die nicht enden wollende Schlussetappe von Ettlingenweier in den Horbachpark haben es in sich“, erklärte der 46-Jährige, dem das Schmuddelwetter in die Karten spielte: „Ich bin froh, dass es ein wenig kühler ist.“

Bürgermeister Fedrow gibt den Startschuss

Etwas Magengrummeln beim Blick gen Himmel und auf das Thermometer hatte zunächst Efram Testay aus Eritrea, der für den Lauftreff Ettlingen an den Start ging: „Es ist schon sehr kalt heute, das bin ich nicht gewohnt.“ Kaum auf der Strecke – den Startschuss für den Wettbewerb gab Bürgermeister Thomas Fedrow – waren die Bedenken des 21-jährigen Flüchtlings dann aber verflogen, was vielleicht auch an den zahlreichen Zuschauern lag, die die Läufer begeistert anfeuerten.
Damit es den rund 500 Läufern und 20 Walkern unterwegs an nichts mangelte, hatten die Veranstalter 18 Versorgungsstände eingerichtet, an denen sich die Athleten mit Wassermelonen, Orangen, Müsliriegeln, Wasser sowie isotonischen Getränken eindecken konnten. Insgesamt sorgten etwa 80 Helfer für eine perfekte Organisation des Lauf-Spektakels, das von keinen schweren Verletzungen oder gesundheitliche Notfällen überschattet wurde.