Diese Discothek ist Pleite gegangen
BETTENBURG STATT TANZTEMPEL? Die A5-Großraumdisco an der gleichnamigen Autobahn firmierte zuletzt unter dem Namen "Vibez Club". Den Niedergang der einst so angesagten Partystätte hielt das dennoch nicht auf. | Foto: Heintzen

Eigentümer hat neue Pläne

A5 bei Bruchsal: Groß-Disco ist pleite

Sie war die größte Diskothek im Großraum Karlsruhe und lange auch eine der erfolgreichsten: das Discoplex A5 an der gleichnamigen Autobahn bei Karlsdorf. Auch ein Betreiberwechsel und zuletzt die Umbenennung in „Vibez Club“ konnte den Niedergang nicht stoppen. Jetzt ist der Tanz-Tempel endgültig pleite, das Insolvenzverfahren läuft. Doch der Eigentümer der Immobilie hat schon ganz neue Pläne. Er will den Komplex zu einem Hotel umwandeln.

Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit

Das A5 in Karlsdorf bei Bruchsal war über viele Jahre der wahrscheinlich gigantischste und großspurigste Disco-Tempel der Region. Bis zu 5.000 Besucher gleichzeitig konnten dort tanzen und feiern. Doch nach mehr als 15 Jahren verließ die Macher das Glück: Die Großraumdisco kam aus der Mode. Auch ein Betreiberwechsel und zuletzt die Umbenennung in „Vibez Club“ konnten den Niedergang nicht mehr stoppen. „Zum 1. Juni 2016 wurde das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet“, bestätigte jetzt Insolvenzverwalter Andreas Fischer von Fischer Rechtsanwälte in Karlsruhe auf BNN-Anfrage. Der Betrieb wurde bereits vor mehreren Wochen „mangels Rentabilität“ eingestellt.

Aus Tanz-Tempel soll Hotel werden

Eigentümer der 3 000-Quadratmeter-Anlage im Gewerbegebiet Ochsenstall ist der Unternehmer Ingbert Denner aus Waghäusel. Er hat für seine verkehrsgünstig gelegene Immobilie bereits konkrete Pläne, so teilte der den BNN mit. Gemeinsam mit einer Gruppe von Investoren plant er den umfangreichen Umbau des Disco-Komplexes zu einer Hotelanlage mit „mindestens 100 Betten“. Zudem soll auf dem noch unbebauten Teil des Grundstücks eine – weitere – große Tankstelle entstehen.
„Für beide Vorhaben sehen wir an diesem Standort großes Potenzial“, bestätigte Denner den BNN. Mit dem Hotel beziehungsweise Motel wolle man nicht nur dem wachsenden Bedarf vieler Bruchsaler Firmen Rechnung tragen, sondern auch motorisierte Fernreisende zur kürzeren oder längeren Pause von der Autobahn anlocken. Dabei sollen zur optimalen Auslastung auch Tageszimmer für erschöpfte Autofahrer angeboten werden.

Bürgermeister reagiert zurückhaltend

Konkrete Pläne würden derzeit von einem Fachunternehmen erarbeitet, so der Unternehmer, der nach eigenen Angaben die Fläche vor mehr als 20 Jahren gekauft hatte, weil er damals eine Teilverlagerung seiner – inzwischen verkauften – Waghäuseler Firma erwogen hatte. In all den Jahren habe er bei der Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung von Karlsdorf-Neuthard nur sehr gute Erfahrungen gemacht, betont Denner. Auch beim neuen Projekt rechnet der Unternehmer nicht mit größeren Schwierigkeiten, etwa hinsichtlich des Genehmigungsverfahrens.

Im Karlsdorf-Neutharder Rathaus gab man sich gestern etwas zurückhaltender. Bürgermeister Sven Weigt sagte auf Anfrage der Bruchsaler Rundschau: „Wir haben bislang nur ungefähre Kenntnisse von dem Vorhaben und können deshalb noch nicht dazu Stellung nehemen. Sobald uns konkrete schriftliche Pläne vorliegen, werden wir diese natürlich umfassend prüfen.“ Auch der Gemeinderat von Karlsdorf-Neuthard werde sich dann mit dem Vorhaben des Eigentümers und der Investoren auseinandersetzten.