Die Kriegsstraße vor dem Umbau, der im Frühjahr 2017 beginnt.
EIN BILD DER VERGANGENHEIT ist bald die City-Autobahn Kriegsstraße in ihrem Abschnitt östlich der Ritterstraße. Dort verschwindet im Frühjahr auch die Fußgängerbrücke. | Foto: jodo

Kriegsstraße bis 2021 umgebaut

Ab April Arbeiten am Autotunnel

Im nächsten Jahr wird in der Kombi-Bau-Stadt Vieles anders: An einigen Stellen der City ziehen die Bagger und die Kräne ab, und an anderen entstehen ab April 2017 für den Autotunnel Kriegsstraße neue Gruben. Dabei wird der mit gut zwei Jahren Verspätung anstehende Eingriff in der City-Autobahn für neue Behinderungen des Verkehrs sorgen. Uwe Konrath, Chef des Kombi-Bauherrn Kasig, und der städtische Baustellenmanager Jürgen Lohmeyer rechnen damit, dass der Umbau der Kriegsstraße den Autofahrern aber erst in den Jahren 2018, 2019 und 2020 richtig schwer zu schaffen macht.

Weniger U-Strab-Baustellenfläche

Endlich sollen 2017 indessen mit ebenfalls über zwei Jahren Verspätung die U-Strab-Baustellen an der Oberfläche stark reduziert werden: Die Karlsruher gewinnen die Durlacher Allee und die Ettlinger Straße zurück. Auch bei Marktplatz, Durlacher Tor und Kronenplatz würden die abgesperrten Bauflächen 2017 immerhin wesentlich kleiner, verspricht die Kasig. Und der Verkehrsknoten Mühlburger Tor wird nach vier Jahren U-Strab-Umbau schon zu Weihnachten frisch gebunden sein.

Start am Nymphengarten

Im April 2017 legt die jüngst gekürte Bietergemeinschaft Züblin/Schleith mit dem Rohbau des Autotunnels samt Rampen vom Erhardboulevard bis hinter das Karlstor los. Zunächst wird die Kriegsstraße auf Höhe des Nymphengartens aufgerissen. Dazu gehört im Frühjahr der Abriss der Fußgängerbrücke über die City-Autobahn bei der Ritterstraße. Zum Jahresende 2018 soll auch der Steg auf Höhe der Lammstraße fallen. Der erste Bauabschnitt des Tunnels in der Kriegsstraße zwischen Ritter- und Lammstraße wird im Unterschied zur U-Strab-Röhre unter der Kaiserstraße in offener Grube von der Sohle über die Wände bis zum Deckel implantiert. Dem Autoverkehr werde dort zwar die Straße verengt und verschwenkt, er behalte aber pro Richtung zwei Spuren, erklärt Konrath.

Der Erhardboulevard ist für den Einbau der Autotunnelrampe vorbereitet.
DER BAUPLATZ für die Ostrampe des Autotunnels ist in der Mitte der Ludwig-Erhard-Allee längst freigeräumt. Auch die Einmündung der Kapellenstraße (oben) wird verändert. | Foto: jodo

Ebenfalls im Frühjahr 2017 gehe es mit dem Rampenbau in der Ludwig-Erhard-Allee zwischen Volksbank und LBBW los, versichert der Kasig-Bauherr. Bei diesen Arbeiten östlich des Mendelssohnplatzes erwartet Baustellen-Koordinator Lohmeyer keine Verkehrsbehinderungen. Ist doch die Bautrasse in der Mitte des Boulevards durch die aufwendigen Vorarbeiten mit Verlegen der Leitungen und der Fahrspuren bereits vor zwei Jahren für das Einfügen der Autotunnelrampe freigeschlagen.

Mendelssohnplatz 2018

„Die besondere Herausforderung beim Umbau der Kriegsstraße kommt erst 2018 mit dem Tunnelbau auf dem Mendelssohnplatz“, sagt Konrath. Dann wandert die Tunnelbaustelle in der Hauptverkehrsader auf beiden Seiten von außen nach innen: im Osten vom Erhardboulevard zum Mendelssohnplatz und im Westen vom Nymphengarten zu dem Abschnitt zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor.

Mindestens ein Fahrstreifen je Richtung

„Besonders eng wird es auf dem Mendelssohnplatz. Aber wir wollen dort 2018 für die Autos zumindest einen Fahrstreifen pro Richtung aufrechterhalten“, betont er. Ab 2019 folgt nach dem Plan der Kasig der Zent-ralabschnitt zwischen Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz. „Damit wollen wir 2020 fertig werden“, sagt Konrath. Fehlt zum Schluss nur noch ab 2020 ganz im Westen der Bau von Tunnel und Rampe beim Karlstor. „Zum Sommer 2021 wollen wir fertig sein, dann können die Autos durch den Tunnel rollen“, erklärt Konrath.

Kombi geht Ende 2021 auf

Anschließend brauche man noch maximal ein halbes Jahr für das Einziehen der Straßenbahntrasse auf dem Autotunnel. Folglich könnte im Spätjahr 2021 die Kombilösung in Kraft treten: Also etwa ein Jahr nach der heute für 2020 – also mit vier Jahren Verspätung – anvisierten Betriebsaufnahme der U-Strab könnten die oberirdischen Straßenbahnen ganz aus der Kaiserstraße verschwinden, weil das Doppelgleis in der Kriegsstraße die Schienen in der Kaiserstraße ersetzt.

Der U-Strab-Tunnel allein kann nämlich nicht alle Straßen- und Stadtbahnlinien, welche vor dem 2010 angebrochenen U-Strab-Bau-Jahrzehnt von West nach Ost durch die Fußgängerzone rollten, aufnehmen. Deshalb gehört eben der Umbau der Kriegsstraße zur Kombilösung: Er bringt mit der neuen Straßenbahntrasse von West nach Ost parallel zur U-Strab unter der Kaiserstraße die für dieses Nahverkehrskonzept notwendige Gleiskapazität.