Bloß nichts verschütten: Mit einem Sektglas auf dem Tablett ging es beim „Kellner-Lauf“ in der Lichtentaler Allee vom Theater bis zum Stadtmuseum und wieder zurück.
Bloß nichts verschütten: Mit einem Sektglas auf dem Tablett ging es beim „Kellner-Lauf“ in der Lichtentaler Allee vom Theater bis zum Stadtmuseum und wieder zurück. | Foto: Krause-Dimmock

Kellner-Lauf Baden-Baden

Gastronomie macht Beine

Ganz so dramatisch wie anno dazumal im Falle von Oberkellner Karl Knesebeck und der von Romy Schneider zu Knall gebrachten Champagnerflasche ging es  vor dem Theater zwar nicht zur Sache. Doch telegen und von öffentlichem Interesse war das läuferische Event in Baden-Badens  Lichtentaler Allee allemal. Dort hatte der SCL Heel in der Frühe mit rund 300 Teilnehmern seinen „Go Baden-Baden-Lauf“ gestartet und dies zum Anlass genommen, gewissermaßen auch der Gastronomie Beine zu machen. In der außergewöhnlichen Disziplin „Kellner-Köche-Pagen-Lauf“ brach das Fachpersonal eine dicke Lanze für das Arbeitstempo in seinem Metier. Und die Chefs zogen mit, schickten ihre Leute ins Rennen und könnten damit die Grundlage für einen neuen Höhepunkt im kurstädtischen Terminkalender geschaffen haben.
Der Lauf war aufgeteilt in die drei namensgebenden Kategorien, wobei die Pagen den Auftakt bildeten. In ihrer traditionellen und hausspezifischen Uniform traten sie an, hatten überdies einen Koffer zu transportieren, der mit zehn Litern in Flaschen gefülltes Wasser beschwert war. Ein Handicap, dass sich als genauso tückisch erwies wie das Tempo, mit dem alle an den Start gingen.
„Ich wollte mich natürlich sofort vom Feld absetzen“, betonte Philipp Kloos vom Hotel „Kleiner Prinz“ und musste schon nach einem Viertel der Strecke feststellen, dass die zehn Kilogramm Zusatzgewicht ein echtes Handicap waren. Langsamer wurde er dennoch nicht. „Ich wollte doch Erster werden.“ Am Ende rannte er auf den dritten Rang, während zwei seiner Kollegen zu Fall kamen. Den Sieg lief Lucas Labinsky vom „Belle Époque“ mit 1,14 Minuten ein. „Viele von uns hatten vorher nichts gegessen und auch nichts getrunken. Ich habe überdies noch gestern einen Sieben-Kilometer-Lauf unternommen und mir dabei die Wade gezerrt“, sagte Janosch Barbon vom „Kleinen Prinzen“. Er ist dennoch sicher, dass er nächstes Jahr wieder mit dabei sein wird, wenn es eine Wiederholung geben sollte.
Weniger unfallträchtig ging es beim Lauf der Köche zu, bei dem echte Hochkaräter wie Brenners Sternekoch Paul Stradner an den Start gingen. In Vollmontur galt es für diese Teilnehmer einen mit Wasser gefüllten Topf über die Rennstrecke zu transportieren. Einen Lauf, den Stradners Kollege Patrick Schubert als Schnellster (1,15Minuten) bewältigte, gefolgt von Maximilian Küchle vom „Jardin de France“.
Und dann kam sie endlich, die Königsdisziplin, der Kellner-Lauf, bei dem 1955 Hans Albers im Frack durch die Kreuzstraße gehastet war. In 1,15 Minuten rannte Timo Hänsel vom „Heliopark“ mit einem Sektglas auf dem Tablett die Museumsmeile 250 Meter hinunter und das Ganze retour, so dass er die Kollegen elegant hinter sich ließ. Als schnellste Frau lief Nora Bühler vom „Atlantic“ über die Ziellinie und wurde damit Dritte in ihrer Disziplin.

Christiane Krause-Dimmock

Service

„Landesschau Baden-Württemberg“ berichtet am  Montag, 4. Juli 2016, um 18.45 Uhr im SWR-Fernsehen über den Kellner-Lauf.

Link zum Vorbericht und zum Film mit Hans Albers