Ihr Taschengeld aufbessern wollen viele Kinder und Jugendliche durch kurzfristige Beschäftigungen in der schulfreien Zeit. Weil bei Ferienjobs strenge Regeln gelten, müssen die Arbeitgeber aufpassen.
Ihr Taschengeld aufbessern wollen viele Kinder und Jugendliche durch kurzfristige Beschäftigungen in der schulfreien Zeit. Weil bei Ferienjobs strenge Regeln gelten, müssen die Arbeitgeber aufpassen. | Foto: Peter Heck

Bei Ferienjobs gelten strenge Vorschriften

Alter entscheidet über Beschäftigung

Während manche Jugendliche in den Ferien auf der faulen Haut liegen, nutzen andere die freie Zeit, um ihr Taschengeld aufzubessern und erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Doch aufgepasst: Nicht alle Tätigkeiten dürfen Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Ferienjobs ausüben. Julia Morelle, die Leiterin des Amtes für Gewerbeaufsicht, Immissionsschutz und Abfallrecht im Landratsamt Ortenaukreis, erklärt die wichtigsten Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Kinder bis 15 Jahren benötigen Einwilligung der Eltern

Grundsätzlich gilt: „Kinder unter 15 Jahren unterliegen einem Beschäftigungsverbot, von dem es für Kinder unter 13 Jahren keine Ausnahmen gibt“, so Morelle. Kinder zwischen 13 und 15 Jahren dagegen könnten in den Schulferien mit Einwilligung der Eltern bis zu zwei Stunden täglich in landwirtschaftlichen Familienbetrieben nicht mehr als drei Stunden täglich tagsüber zwischen 8 und 18 Uhr mit leichten Tätigkeiten beschäftigt werden. Was aber sind leichte Tätigkeiten? „Weder das Bedienen in der Sommergastronomie noch die Arbeit in Gärtnereien zählen dazu“, sagt Morelle. Da die Beurteilung schwierig ist, sollten Betriebe oder Eltern beim Amt für Gewerbeaufsicht, Immissionsschutz und Abfallrecht nachfragen, ob die angestrebte Tätigkeit als leichte Tätigkeit gewertet werden kann.
Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen während der Schulferien beschäftigt werden, höchstens aber vier Wochen im Kalenderjahr. Sie können in diesem Zeitraum einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. In Baden-Württemberg umfasst die Vollzeitschulpflicht neun Schuljahre. Jugendliche, die nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegen, sind in der Dauer ihres Ferienjobs nicht beschränkt.

Akkordarbeit ist tabu

Für alle Jugendlichen gelten aber unter klare rechtlichen Grundbedingungen: Akkordarbeit sowie sonstige Arbeiten, bei denen ein höheres Entgelt durch gesteigertes Arbeitstempo erzielt werden kann, sind ebenso unzulässig wie gefährliche Arbeiten. Zu letzteren zählen nach Auskunft aus dem Landratsamt vor allem Tätigkeiten mit Unfallgefahren, die aufgrund mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung von den Jugendlichen nicht abgeschätzt werden können. Auch Arbeiten mit außergewöhnlichen klimatischen Einwirkungen oder solche, die ihre physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen zählen dazu. Ferner ist der Umgang mit Gefahrstoffen für Jugendliche mit erheblichen Beschäftigungsbeschränkungen versehen. „Darüber hinaus ist Nachtarbeit grundsätzlich verboten“, stellt Morelle klar.

Zwölfstündge Unterbrechung vorgeschrieben

Nach Beendigung ihrer täglichen Arbeitszeit dürfen Jugendliche erst nach einer ununterbrochenen Freizeit von mindestens zwölf Stunden wieder beschäftigt werden. Spätestens nach viereinhalb Stunden ist eine Ruhepause von 30 Minuten erforderlich. Beträgt die tägliche Arbeitszeit mehr als sechs Stunden, muss die Ruhezeit insgesamt 60 Minuten betragen, heißt es im Jugendarbeitsschutzgesetz. Vor Beginn der Beschäftigung muss jeder Mitarbeiter und damit auch jeder Jugendliche über die an seinem Arbeitsplatz vorhandenen Gefahren unterwiesen werden. Die Unterweisung ist vom Arbeitgeber zu dokumentieren. Der Jugendliche, heißt es aus dem Landratsamt, müsse mit seiner Unterschrift bestätigen, dass er die Inhalte der Unterweisung verstanden hat.

Amt für Gewerbeaufsicht im Landratsamt, Telefon (07 81) 8 05 98 41