Eindrucksvoll ist der Blick in die Tiefe vom Rand des neuen Pumpwerks an der Badener Brücke aus. Ab Mitte September wird es im Boden versenkt.
Eindrucksvoll ist der Blick in die Tiefe vom Rand des neuen Pumpwerks an der Badener Brücke aus. Ab Mitte September wird es im Boden versenkt. | Foto: Collet

Pumpwerk-Bau in Rastatt

Arbeiter stoßen auf altes Denkmal-Fundament

Ganz schön hoch ist es, das neue Pumpwerk bei der Badener Brücke – so hoch gar, dass manch einem Anwohner die schöne Aussicht auf die Murg vorübergehend genommen ist. Aber dieser Zustand ist ja nicht von Dauer, denn das sechs Meter hohe Bauwerk an der Murg wird schließlich komplett im Erdboden versenkt. Ganz schön tief muss dafür gebuddelt werden, und wie der städtische Bauleiter Peter Polak jetzt erklärt, wird damit voraussichtlich bereits Mitte September begonnen. Wie Matthias Hafner von der ausführenden Firma Hartlieb aus Bruchsal erklärt, wird dann zunächst mit einem großen Kran ein kleiner Bagger in den riesigen Quader hinabgelassen. Der schafft erst mal Platz und leistet Vorarbeit für den großen Bagger, der dann fürs Grobe anrückt und dafür sorgt, dass am Ende des Tages, oder vielmehr am Ende der Bauarbeiten nach einigen Wochen, nicht mehr zu sehen sein wird, als lediglich die Abdeckplatte der Montageöffnung.
Etwas verzögert wurden die Arbeiten indes durch einen unerwarteten Fund: Bei den Bauarbeiten tauchte plötzlich im Untergrund ein „enormes, sehr altes Fundament“ auf: Nach Worten der städtischen Pressesprecherin Heike Dießelberg handelt es sich offenbar um das Fundament des Kriegerdenkmals für die Rastatter Kriegsteilnehmer 1870/71. Das im Jahr 1902 errichtete Denkmal war später umstritten, wie die Badischen Neuesten Nachrichten im Januar 1953 berichteten – damals stand die Frage im Raume, ob das Kriegerdenkmal restauriert oder demontiert werden sollte. Letzteres war schließlich der Fall. In mehreren Teilen, so ist dann zwei Jahre später nachzulesen, wurde das Denkmal „demontiert und auf Wanderschaft geschickt“. Der Plan, es bei der „Neuen Brücke“ wieder aufzustellen, wurde nicht umgesetzt. Die Teile sollten, so das Vorhaben, vorübergehend gelagert werden, weil noch zu klären war, ob an dem neuen Standort eventuell eine Jugendherberge entstehen sollte. „Besonders anziehend sieht das Denkmal in seiner jetzigen Form natürlich nicht aus“ befand der BNN-Redakteur dazu im Jahr 1955. Und heute? „Die Einzelteile sind verschollen“, erklärt Heike Dießelberg. „Kein Mensch weiß, wo sie sich befinden.“ Nun musste also auch das „nicht erhaltenswerte“ Fundament dran glauben. „Aber so etwas macht die Arbeit im Tiefbau gerade spannend“, sagt Bauleiter Polak. „Man weiß nie, auf was man unter der Erde trifft.“