Auf Spritztour mit dem EnBW-Chef: Frank Mastiaux nimmt BNN-Redakteur Mario Beltschak im Elektro-Smart mit.
Auf Spritztour mit dem EnBW-Chef: Frank Mastiaux nimmt BNN-Redakteur Mario Beltschak im Elektro-Smart mit. | Foto: jodo

BNN begleiten EnBW-Chef

Mit Mastiaux auf Spritztour

Dass Frank Mastiaux eines Tages als Taxifahrer oder Chauffeur anheuern muss, ist unwahrscheinlich. Der Vorstandschef des Karlsruher Energiekonzerns EnBW verfügt jedoch über die nötigen Fähigkeiten für diese Jobs. Das wird bei einer kleinen Spritztour mit einem Elektro-Smart im Rahmen des „Code_n new.New Festivals“ deutlich. Obwohl Mastiaux vom „zügigen Anzug“ der E-Flitzer schwärmt, geht er sachte mit dem „Strompedal“ um. Der Journalist auf dem Beifahrersitz soll sich offenbar wohlfühlen.

Konzern setzt auf E-Autos

Selbst besitzt Mastiaux kein Elektroauto, „wir haben aber schon über 100 in der Firma“, erzählt er bei der Tour rund um das ZKM. „Für innerstädtische Fahrten, aber auch zwischen Standorten, die nah beieinander liegen“ nutzt die EnBW ihre E-Mobile. „Das Thema ist stark im Kommen“, ist Mastiaux überzeugt. Die Bundesregierung würde sich indes wünschen, dass die E-Autos flotter in Fahrt kommen, als es Chauffeur Mastiaux an diesem Morgen tut. Der EnBW-Chef ist dennoch vom Durchbruch der Elektromobilität überzeugt. „Auch wenn die Zulassungszahlen noch nicht da sind, wo man sie sich jetzt wünscht. Das ist aber auch eine Frage der realistischen Einschätzung.“ Eine Million E-Autos auf deutschen Straßen bis 2020 hält Mastiaux für unrealistisch. Bis wann der Durchbruch kommt? „Ich finde die Prognose schwer. Ich bin aber überzeugt, dass das Thema irgendwann materiell werden wird“, sagt Mastiaux.

Ladesäulen als wichtiges Projekt

Damit es so kommt, will auch die EnBW kräftig mitwirken – nicht zuletzt natürlich, weil der Konzern dann zu den großen „Treibstoff“-Lieferanten gehören würde. Der Vorstandschef drückt deshalb beim Ausbau der Ladeinfrastruktur aufs Tempo. 700 Ladepunkte an 350 Ladesäulen bieten die Karlsruher derzeit in Baden-Württemberg an. Beim Daimler-Angebot Car2go ist die EnBW als Unterstützer involviert, eine Kooperation mit Tank & Rast ist jüngst vereinbart worden. An 34 Autobahn-Raststätten sollen laut Vertrag 68 EnBW-Ladesäulen aufgestellt werden. „Das ist so ein bisschen die erste Rolle die wir einnehmen“, betont der Konzernchef.
Der Grund, warum Mastiaux Runden um das ZKM dreht, ist jedoch nicht allein die Elektromobilität. Er sucht bei Code_n auch nach der einen oder anderen Innovation. Obwohl der Konzern in Karlsruhe über einen eigenen Innovationscampus verfügt, schaut man sich in der Start-up-Szene um. „Wir sind zwar einer der Sponsoren von Code_n, bringen also etwas mit, wir nehmen aber auch viel mit.“ Die Atmosphäre bei der Veranstaltung sei inspirierend, Code_n eine „echte Bereicherung“, sagt Mastiaux während er den E-Smart wieder einparkt. „Er hat keinen Kratzer abbekommen“, betont er stolz.