Auf der Schlosslichtspiele läuft
Für die Schlosslichtspiele werden Fenster geputzt | Foto: jodo

Start am 7. August

Aufbau für Karlsruher Schlosslichtspiele

Der zweite Teil der Karlsruher Schlosslichtspiele naht: Die Männer wuchten die Projektoren in die Metallboxen. Acht Stück werden gefüllt, jede von ihnen mit jeweils drei Beamern – die zusammen dafür sorgen, dass sich die Schlossfassade in einen Wald verwandelt, in eine Bibliothek, in ein Wellenmeer und in vieles andere mehr: In einer Woche – am Sonntag, 7. August – starten die allabendlichen Schlosslichtspiele. Und vor dem Schloss ist der Aufbau bereits in vollem Gange.

Für Schlosslichtspiele werden Fenster geputzt

Männer schweben auf Arbeitsbühnen entlang der Schlossfassade. In luftiger Höhe putzen sie Fensterchen um Fensterchen. Ist eines blitzblank gewischt, wird eine Leinwandfolie auf dem Glas befestigt. Diese verhindert bei den Projektionen, dass das Glas spiegelt.

„Wir kleben nicht, das Material haftet auf der nassen Fläche durch eine Art Vakuum. Und wenn wir hier Ende September wieder abbauen, hat das Landesmuseum sehr saubere Fenster“, erklärt Thomas Saur von der städtischen Event GmbH, die die Schlosslichtspiele verantwortet.
Karawane zieht weiter

Gerade erst brachte das Event-Team „Das Fest“ über die Bühne. Jetzt geht es am Schlossplatz weiter, wohin einige Laster von der Günther-Klotz-Anlage aus direkt rollten. Ein Teil der Infrastruktur wird nämlich hier wie dort genutzt. Zäune und WC zum Beispiel. Und auch Teile der Gastronomie zogen vom „Fest“ weiter zu den Lichtspielen. Dort wird es schließlich ebenfalls ein Catering geben.

Andere Dimensionen

„Die Dimensionen sind aber völlig anders als auf dem ,Fest‘. Wir benötigen hier nicht mal ein Viertel des Stahls, den wir für die Weinterrasse beim ,Fest‘ im Einsatz hatten“, sagt Saur. Die Herausforderungen am Schloss seien das historische Terrain, das Grün – und die Fassade.

Gold glänzende Brüstung, weißer Fensterrahmen oder in warmem Gelb leuchtende Wand: Am Ende darf dies in der Projektion nicht mehr auffallen, auf der gesamten Fläche müssen die einzelnen Beiträge in sich stimmig zu sehen sein. Hier gibt es einen Vorgeschmack, was die Besucher erwartet:

Starke Beamer

Mehrere Bilder werden deshalb von den insgesamt 24 Beamern übereinandergelegt. Und extrem stark sind sie alle, jeder hat eine Leistung von 20 000 ANSI-Lumen – mehr als das 30-fache dessen, was Projektoren vorweisen, die mancher daheim im Wohnzimmer nutzt. Geschützt gegen Hitze oder Regen wird die Technik durch die Metallboxen, von denen jede am Ende gut eine halbe Tonne wiegt.

Entsprechend stabil konstruiert ist das Gerüst, auf dem die Boxen in den nächsten Wochen stehen.
Alle paar Tage wird nachjustiert, damit die Bilder weiter optimal auf der Fassade erscheinen. Zudem gilt es, immer neue Beiträge durchzuspielen, das Programm wechselt.

Publikumsliebling dabei

Künstlerisch verantwortet wird dieses wie bei der Premiere zum Stadtgeburtstag im vergangenen Jahr vom ZKM, dessen Chef, Peter Weibel, insgesamt fünf Gruppen verpflichtete – darunter „Maxin10sity“ aus Ungarn, die im Festivalsommer 2015 mit ihrem Beitrag „300 Fragments“ Publikumsliebling waren. Der wird auch dieses Jahr wieder gezeigt, wobei die Ungarn zudem ein neues Werk präsentieren – beide sind schon zum Auftakt des Festivalsommers am Sonntag kommende Woche zu sehen. Wie 2015 gilt: Der Eintritt ist frei. Wer die Schlosslichtspiele jedoch unterstützen will, kann für fünf Euro einen Anstecker kaufen. Angeboten wird dieser unter anderem in den BNN-Geschäftsstellen.