Tödlicher Zusammenprall: Glücklicherweise sind Unfälle mit einem Pferd eher die Ausnahme als die Regel. Dennoch sind ausgebüxte Tiere im Straßenverkehr unberechenbar und eine große Gefahr für die Verkehrsteilnehmer.
Tödlicher Zusammenprall: Glücklicherweise sind Unfälle mit einem Pferd eher die Ausnahme als die Regel. Dennoch sind ausgebüxte Tiere im Straßenverkehr unberechenbar und eine große Gefahr für die Verkehrsteilnehmer. | Foto: igm

Zwei Unfälle im Raum Pforzheim

Tödliche Pferdestärken im Straßenverkehr

Im Straßenverkehr sind freilaufende Tiere eine große Gefahr. Das hat der Verkehrsunfall mit einem Pferd Anfang vergangener Woche nahe der Ortsausfahrt Eutingen in Richtung Kieselbronn gezeigt – das Pferd überlebte den Zusammenprall mit dem Auto nicht. Der Fahrer hat glücklicherweise keine schwereren Verletzungen davon getragen. Schon Mitte September ist auf der Landesstraße 565 zwischen Neuenbürg und Schwann ein 56 Jahre alter Autofahrer frontal mit einem Pferd zusammengestoßen. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und musste von der Feuerwehr aus seinem Wagen befreit werden – der ausgebüxte Vierhufer erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.

Wild ist laut Gesetz herrenlos

„Unfälle mit Pferden gibt es relativ selten. Wir haben vier nennenswerte Unfälle mit sonstigen Tieren recherchiert. Drei davon sind mit Hunden oder Katzen, einer mit einem Pferd passiert“, sagt Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr am Polizeipräsidium Karlsruhe. Viel häufiger ereignen sich Zusammenstöße mit Wildtieren, so Zwirner. Bei einem Unfall mit einem Wildschwein, Fuchs oder Reh hafte niemand. „Das Wild ist laut Gesetz herrenlos“, erklärt Zwirner. Anders sehe die rechtliche Frage bei Unfällen mit Hunden, Katzen oder Pferden aus. Die Straßenverkehrsordnung regelt in diesem Fall den gesetzlichen Umgang: „Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefährden können, sind von der Straße fernzuhalten“, heißt es im Gesetzestext. Wer aber bei einem Zusammenstoß mit einem Pferd haftet, ist unterschiedlich.

Die Haftungsfrage

„Das prüft die Staatsanwaltschaft. Diese ermittelt, ob das Tier angebunden und durchgegangen war oder, ob jemand ein Gatter hat offen stehen lassen“, erläutert der Referatsleiter. Auch müsse der Frage nachgegangen werden, ob das Tier in einem Stall untergestellt war. „In so einem Fall haftet dann schließlich der Hofbesitzer, der dafür sorgen muss, dass das Tier nicht ausbüxt“, sagt Zwirner. Ein Unfall mit Verletzten sei immer eine Straftat und die Staatsanwaltschaft beginne zu ermitteln. Da gehe es um fahrlässige Körperverletzung oder bei einem Todesfall, um fahrlässige Tötung.

Masse des Tieres ist entscheidend

Bei einem Verkehrsunfall mit Pferd lässt sich der Halter weniger schwer ermitteln, als beispielsweise bei einer Katze. Der Pferdebesitzer komme bei einem Verkehrsunfall meistens auf die Polizei zu. Unfälle mit Pferden sind für Autofahrer besonders gefährlich. „Das Pferd kann umkippen und aufs Autodach fallen“, meint Zwirner. Außerdem ist die Masse des Tiers bei einem Zusammenprall ebenfalls entscheidend.

Keine riskanten Ausweichmanöver fahren

Bei kleinen Tieren, wie einem Hund, ist der Zusammenprall für den Mensch eher unproblematisch. Dementsprechend rät der Polizist dazu, keine riskanten Ausweichmanöver zu fahren oder heftige Lenkbewegungen zu machen. „In solchen Situationen Handlungsempfehlungen auszusprechen ist sehr schwierig. Zumal man das hinter dem Steuer ohnehin nicht abrufen kann“, sagt Zwirner.