Über den Ausbau der Autobahn in der Enztalsenke informierte das Regierungspräsidium den Gemeinderat von Niefern-Öschelbronn.
Über den Ausbau der Autobahn in der Enztalsenke informierte das Regierungspräsidium den Gemeinderat von Niefern-Öschelbronn. | Foto: Tilo Keller

Brückenneubau über die Enz

Autobahnausbau beginnt Ende 2018

Von Claudia Keller

Niefern-Öschelbronn. Kurz vor Ende seiner Amtszeit hat Niefern-Öschelbronns Bürgermeister Jürgen Kurz in seiner letzen Gemeinderatssitzung das Gremium von Vertretern des Regierungspräsidium Karlsruhe über den aktuellen Sachstand zum Ausbau der A 8 in der Enztalsenke, den Ausbau und die Verlegung der Autobahnraststätte und der Erneuerung der Enzbrücke der Bundesstraße B 10 informieren lassen. Planer Axel Speer berichtete, dass insgesamt elf Standorte für die Tank- und Rastanlage untersucht worden seien und davon zuletzt noch vier Standorte übrig waren. „Am 22. Juni haben wir die Zustimmung bekommen, dass der Standort Kämpfelbach weiterverfolgt werden soll“, erklärte Speer. Somit werde die Tankstelle der bisherigen Tank- und Rastanlage in Niefern verlegt. Am Areal verbleibt dann nur ein Parkplatz mit WC-Anlage.
Er stellte die Planfeststellung für den neuen Standort für Ende 2018 in Aussicht. „Was uns in den letzen Jahren wichtig war, ist, dass eine bessere Situation entsteht und dass eine Ausweitung der Tank- und Rastanlage nicht in Frage kommt“, merkte Bürgermeister Kurz an.

Letzte Sitzung von Bürgermeister Kurz

Gemeinderat Udo Hummel begrüßte, dass die Gemeinde in diesem Fall verschont werde. „Das ist ein besonderes Sahnehäubchen innerhalb ihrer Amtszeit“, stellte Gemeinderat Erik Schweickert fest. Er wollte wissen, ob sich durch die Verlegung auch etwas in der Ausführungsplanung der Autobahn ändere. „So wie die Situation in der Planfeststellung war, bleibt sie bestehen“, erklärte Speer. Kollege Klaus-Dieter Maier-Bätz berichtete, dass derzeit zahlreiche Bohrungen zur Baugrunderkundung für den Autobahnausbau laufen. Rund 200 Bohrungen, die bis zu 30 Metern Tiefe gehen, sind erforderlich. Kollege Timo Martin berichtete, dass für das Bauprojekt der Autobahn rund 150 Millionen Euro veranschlagt werden. Derzeit rechne man für den 4,8 Kilometer langen Abschnitt mit einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren. Im September dieses Jahres soll ein vorgezogene Ausgleichsmaßnahme erfolgen. Vorgesehen ist bei Eutingen ein rund 200 Meter langes Parallelgewässer an der Enz einzurichten. Im nächsten Jahr soll für den Autobahnausbau die Ausführungsplanung erfolgen sowie erste Leitungsumlegungen. Im Jahr 2018 ist die Umlegung der Gasleitung geplant und im dritten oder vierten Quartal des Jahres soll dann schließlich der Autobahnausbau beginnen.

Abstimmung mit Bahn schwierig

„Oberstes Ziel ist, den Verkehr so gut wie es geht aufrecht zu erhalten“, betonte Martin. Dabei sollen stets vier Fahrspuren bereit stehen. „Wir nehmen uns für diese Maßnahme Zeit, um intensiv zu planen. Da darf nichts schief gehen“, sagte Maier-Bätz. Als schwierig bezeichnete er auch die Abstimmung mit der Bahn, da die Bahnbrücke nur in einem engen Zeitfenster abgerissen und neu eingesetzt werden kann. Gemeinderat Schweickert betonte, dass man Engstellen vorher beseitigen sollte, da Umleitungen unvermeidbar sein werden. Maier-Bätz betonte, dass grundsätzlich nicht von der Autobahn abgeleitet werde. „Es sind die Autofahrer, die sich dafür entscheiden“, erklärte er. Eine Vollsperrung gebe es höchstens kurzzeitig, beispielsweise für den Brückeneinhub. Bei Unfällen wäre die Verkehrsbehörde für Umleitungen zuständig.
Beim Thema B 10 Brücke teilte Speer mit, dass die Brücke über die Enz ersetzt werden soll. Das Bauwerk sei nicht baufällig, allerdings ist es nicht für Schwertransporte geeignet. „Die Planung läuft. Wir gehen davon aus, dass wir Ende 2017 mit dem Bau beginnen können“, erklärte Speer. „Die Brücke muss so schnell wie möglich gebaut werden“, unterstrich Bürgermeister Kurz. „Das ist eine zentrale Verkehrsachse hier im Enztal.“ Abschließend bezeichnete er die aktuellen Informationen aus dem Regierungspräsidium als gute Nachrichten, sah aber noch so manche Schwierigkeiten offen.