Das Containerdorf auf dem Waldseeplatz in Baden-Baden ist zwischenzeitlich fertig und zur Hälfte belegt.
Das Containerdorf auf dem Waldseeplatz in Baden-Baden ist zwischenzeitlich fertig und zur Hälfte belegt. | Foto: Bernd Kappler

Asylbewerberunterbringung

Baden-Baden fährt auf Sicht

Die gesunkenen Asylbewerberzahlen erlauben es auch der Stadt Baden-Baden, jetzt auf Sicht zu fahren. Das hat Bürgermeister Michael Geggus im Rahmen der regelmäßigen Berichte vor dem Gemeinderat festgestellt. Konkret bedeutet dies, dass zurzeit weitere Belegungen auf dem Waldseeplatz stattfinden werden. Zudem werde es zu Umsetzungen vom Hotel Abarin auf den Waldseeplatz kommen. Danach werde mit der Belegung der bereits fertigen Unterkunft in Haueneberstein begonnen.
Die anderen geplanten Standorte Hüfenau, Geroldsau, Sandweier, sowie Sommerstraße und Kolbenacker werden angesichts der aktuellen Entwicklung vorerst weiter zurückgestellt. Was nicht bedeute, dass sie vielleicht doch noch gebraucht werden, unterstrich der Bürgermeister.

Ende Mai waren in Baden-Baden 1 025 Asylbewerber untergebracht, 742 beziehen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, 179 sind bereits länger da und sind in der so genannten Anschlussunterbringung. 74 Asylbewerber bekommen keine Unterstützung mehr, da sie Arbeit gefunden haben. Unter den 1 025 Menschen sind 155 Kinder und Jugendliche, die zur Schule gehen, 18 Kinder besuchen Tagesstätten, berichtete Michael Geggus vor dem Gemeinderat.

Im Hinblick auf die steigende Zahl der Anschlussunterbringungen werde damit begonnen, ein Teil der Erstaufnahmeplätze in solche Einheiten umzubauen. Durch die Modulbauweise sei dies einfach möglich. Die Gesamtzahl der Unterbringungsmöglichkeiten verringere sich dadurch von rund 1 600 auf 1 300.
Bei den derzeitigen Zuweisungsraten von bis zu 20 pro Monat würden die Kapazitäten auf dem Waldseeplatz und in Haueneberstein nach heutigem Stand dann Mitte 2017 erschöpft sein. Je nach Entwicklung müsse rechtzeitig vorher reagiert werden, so Geggus.

Für die Betreuung der knapp 750 neu angekommenen Asylbewerber sind insgesamt sieben, für die 204 Menschen in der Anschlussunterbringung ein weitere Sozialarbeiter tätig, sowie insgesamt zwölf Hausmeister.

Nach wie vor offen ist die Finanzierung der so genannten Anschlussunterbringung. Während in den ersten Monaten Bund und Land die Kosten übernehmen, gibt es für die Anschlussunterbringung bekanntlich noch keine so genannte Spitzabrechnung. Laut Geggus würden die Verhandlungen mit den kommunalen Spitzenverbänden laufen, Ergebnisse gebe es aber noch nicht.