So soll es am Ende aussehen: Das neue Bader-Versandzentrum in Östringen.
So soll es am Ende aussehen: Das neue Bader-Versandzentrum in Östringen. | Foto: Bader

Richtfest in Östringen

Bader wächst in den Himmel

Das neue Versandzentrum wächst unübersehbar in den Himmel: Der aus Pforzheim stammende Bader-Versand hat  am Mittwoch auf seiner Großbaustelle im Gewerbegebiet von Östringen Richtfest gefeiert. „Es ist alles im Kosten- und Zeitplan“, verkündete der Geschäftsführer Klaus Bader zufrieden. Bleibt das so, soll im November 2017 der Betrieb aufgenommen werden. Die Geschäfte der Frühjahrssaison will der Versandhändler von Östringen aus angehen. Dann läuft das neue Logistikzentrum mit einer Fläche von 78.000 Quadratmeter im Industriepark unter Volllast.

Der Rohbau steht. Am Mittwoch feierte man Richtfest im Östringer Gewerbegebiet
Der Rohbau steht. Am Mittwoch feierte man Richtfest im Östringer Gewerbegebiet | Foto: Zäpfel

Die Ware kommt per Band zum Mitarbeiter

Schon in der kommenden Woche soll die derzeit noch rohe Hülle mit dem modernen Innenleben ausgestattet werden. Dann beginnt der Ausbau der vollautomatischen Zuführung zur Kommissionierung. Allein in der Halle, in der am Mittwoch gefeiert wurde, werden später 360 sogenannte Shuttles auf einer Länge von 120 Metern die Ware befördern.
Das Prinzip der modernen Anlage: Die Ware kommt per Band zum Mitarbeiter. Darauf ist Geschäftsführer Bader besonders stolz. „Wir zahlen hier den doppelten Mindestlohn“, so will sich der Familienunternehmer aus Pforzheim bewusst zu Großkonkurrenten wie Amazon absetzen.

Das hochmoderne Versandzentrum soll im November 2017 seinen Betrieb aufnehmen.
Das hochmoderne Versandzentrum soll im November 2017 seinen Betrieb aufnehmen. | Foto: Zäpfel

Firmensitz bleibt in Pforzheim

Seinen Firmensitz behält das Unternehmen mit 85-jähriger Geschichte in Pforzheim. Dort bleibt die Zentrale. Der Löwenanteil des Versands wird aber künftig über Östringen abgewickelt werden.
In Östringen freilich freut man sich, dass man den großen Player mit seiner gut 90-Millionen-Euro-Investition ins Gewerbegebiet locken konnte. Dies, nachdem der Versandhändler ja zunächst ein Auge auf das Industriegebiet zwischen Bruchsal und Karlsdorf-Neuthard geworfen hatte. Der Deal allerdings ist letztlich gescheitert.  Lachende Dritte waren die Östringer, die damit ihren Industriepark weiter ausbauen können.

Drei Millionen Artikel im modernen Hochlager

Immerhin 400 Arbeitsplätze will Bader schaffen. „On top“ kommen noch einmal 50 Jobs im Callcenter, verkündete Klaus Bader. Die etwa 300 Gäste, die zum Richtfest gekommen waren, konnten sich schon mal einen Eindruck der Dimensionen verschaffen. Das Versandzentrum könne über drei Millionen Artikel einlagern und wird mit einer der modernsten Fördertechniken Europas ausgestattet. Täglich können zunächst über 40 000 Sendungen im Einschichtbetrieb verschickt werden, so informiert das Unternehmen. 733 000 Lagerplätze und knapp 14 Kilometer Förderstrecke werden eingebaut. 22 000 Kubikmeter Beton werden und wurden bereits verbaut.

Fassade in Aubergine-Tönen

Umso wichtiger sei es, so betonte der Geschäftsführer, dass jetzt endlich die Zufahrtsstraße ausgebaut werde. Zwischen Bader, dem Industriepark und der Gemeinde Östringen hakt es in der Sache gerade. „Für uns ist diese Zufahrtsstraße aber existenziell“, so Bader.  Das Richtfest als Fest für die Handwerker und die am Bau Beteiligten betonten sowohl der Polier der Firma Züblin, Thomas Drumm, der den Richtspruch sprach, als auch der Projektleiter des Generalunternehmers, Ingo Fesenmayr. Ende Mai vergangenen Jahres wurde Züblin beauftragt, Anfang Juli bereits wurde das Grundstück eingeebnet. Seither ist viel passiert. Allein der markante Farbverlauf der Fassade in Auberginen- und Gelb-Tönen war eine Herausforderung.