Herzlicher Abschied: Baden-Badens OB Margret Mergen (rechts) dankte Bürgermeister Werner Hirth für seinen fast 40-jährigen Einsatz in der Kommunalverwaltung. Auch für Hirths Ehefrau Lioba gab es ein Geschenk.
Herzlicher Abschied: Baden-Badens OB Margret Mergen (rechts) dankte Bürgermeister Werner Hirth für seinen fast 40-jährigen Einsatz in der Kommunalverwaltung. Auch für Hirths Ehefrau Lioba gab es ein Geschenk. | Foto: Collet

Abschied für Werner Hirth

Baden-Badens „Vater der Cité“ geht

Es war ein bewegender Abschied: Werner Hirth versagte immer wieder die Stimme, vor allem beim Dank an seine Frau Lioba und seine Kinder war der Erste Bürgermeister den Tränen nahe. Nach fast 40 Jahren in führenden Ämtern der Kommunalverwaltung Baden-Badens ist nun Schluss. Der 66-Jährige geht in Ruhestand, was ihm sichtlich nahegeht – und auch den rund 230 Gästen im Kongresshaus: Zum Schluss der Abschiedsfeier applaudierten sie Minuten lang im Stehen.

Konversion wir dzur Erfolgsgeschichte

Oberbürgermeisterin Margret Mergen würdigte Hirth als authentischen und geradlinigen Menschen, bei dem die wichtigen Dinge in allerbesten Händen gewesen seien. Er habe Großes erreicht und tiefe Spuren hinterlassen. Als „Vater der Cité“ habe er aus der Konversion eine Erfolgsgeschichte gemacht. Die Liebe zu Baden-Baden habe Hirth immer motiviert, viele Projekte voranzubringen. Bei allem engagierten Einsatz für die Sache sei es Hirth immer wichtig gewesen, nie zu spalten, Überzeugungsarbeit zu leisten und nach Kompromissen zu suchen.

Viele Mosaiksteine ergeben ein Gesamtkunstwerk

Stadtrat Klaus Bloedt-Werner dankte im Namen des Gemeinderats für die stets faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Hirth sei nie ein reiner Verwaltungsmensch, sondern immer mit Herz und Seele dabei gewesen. Als Bürgermeister habe er das vorgelebt, was er vertrete: „Das ist gelebtes Christentum“, sagte Bloedt-Werner. In seiner Ära habe Hirth es geschafft, viele Mosaiksteine zu einem Gesamtkunstwerk Baden-Baden zusammenzufügen.

Bürgermeister nimmt die Menschen mit

„Kompetent, bescheiden, nahe bei den Menschen“ – auf diese Formel brachte Rudolf Schübert, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, im Namen der Rathaus-Beschäftigten die Zusammenarbeit mit Hirth. Die Hartnäckigkeit, mit der der Bürgermeister seine Ziele verfolgt habe, sei für die Mitarbeiter manchmal anstrengend gewesen. Aber Hirth habe es immer verstanden, Menschen zu formen und mitzunehmen. Sein Abschied bedeute eine markante Zäsur.

Stammspieler wechselt sich jetzt aus

„Es ist mir noch nie so schwergefallen, eine öffentliche Rede zu halten“, räumte Hirth ein. Natürlich schwinge Wehmut mit, aber er habe sich entschieden, das Fest zu verlassen, wenn es am schönsten sei. Für ihn öffne sich nun ein neues Fenster. Ihm sei es gelungen, die vielen Ämter ohne Skandale und Blessuren zu überstehen. Einen Grund sieht der Bürgermeister darin, dass er sich wie im Fußball immer als Mannschaftsspieler verstanden habe. Die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Oberbürgermeistern sei umso erfolgreicher gewesen, je mehr Bälle sie einander zugespielt hätten. „Ich habe gerne in diesem Team gespielt. Aber nun lasse ich mich auswechseln, obwohl ich noch die eine oder andere Steilvorlage geben könnte“, sagte Hirth Er schlüpfe nun in die Rolle des Bürgers Werner Hirth, der er auch als Bürgermeister immer gewesen sei.