Für die U-Strab werden unter der Kaiserstraße Schachteln für die Haltestellen ausgehoben.
Für die U-Strab werden unter der Kaiserstraße Schachteln für die Haltestellen ausgehoben. | Foto: jodo

Stabilität der Sohle fraglich

Bagger für U-Strab unter Europaplatz gestoppt

Der Bauherr Kasig bestätigt, dass man zunächst die provisorischen Wände der Haltestelle für die U-Strab sicherheitshalber mit Streben versteifen oder mit Ankern stabilisieren will, um Druck von der mangelhaften Sohle zu nehmen. Die geplante Inbetriebnahme der U-Strab 2019 ist damit unsicher.

Neues Problem beim Bau U-Strab hat Auswirkungen

Die Kasig und die Baufirma BeMo Tunnelling haben dabei am Europaplatz erneut mit einem alten Problem zu kämpfen. Es kann den Baufortschritt bei der U-Strab erheblich drosseln und damit dazu beitragen, dass sich die Fertigstellung des Jahrhundertprojekts deutlich ins nächste Jahrzehnt verschiebt.

Die Sohle ist nicht so, wie sie sein sollte

„Die Sohle ist zwar derzeit dicht, aber sie ist nicht so, wie sie sein sollte“, bestätigt Kasig-Pressesprecher Achim Winkel.
Deshalb wagt man momentan noch nicht, die unterirdische Betonschachtel komplett auszubaggern. Vielmehr wurde bereits vor rund einem Monat der Aushub der Grube unter dem Betondeckel auf halber Tiefe gestoppt. Laut Winkel sind also sechs Meter ausgehoben, man befindet sich damit jetzt zehn Meter unter dem „Euro“ – und bis in 15 Meter Tiefe muss man am Ende damit kommen.

Mit Querträgern oder Ankern sichern

Um der potenziellen Gefahr der Instabilität von Sohle und Wänden während des weiteren Aushubs vorzubeugen, erwägen Experten derzeit noch eine Alternative: „Querträger provisorisch als Stützen einbauen, oder die von oben eingebrachten Bohrpfahlwände, die den Schachtelrahmen für den eigentlichen Betonrohbau der U-Station bilden, mit Ankern sichern“, erklärt Winkel.

 

Der EUropaplatz ist vom U-Strab-Bau seit Jahren in Beschlag genommen.
Der Eindruck täuscht: Der Europaplatz ist eine Baustelle, doch unter der Erde wird die
U-Strab-Station derzeit nicht ausgebaggert.
| Foto: jodo

Auf dem Europaplatz stach am 21. Januar 2010 die Prominenz mit Ministerpräsident Günther Oettinger an der Spitze die Spaten zum offiziellen Start des U-Strab-Bau-Zeitalters in die Karlsruher Erde. Zudem begannen vor der Postgalerie tatsächlich vor sechseinhalb Jahren mit dem Einrammen der Bohrpfähle die Arbeiten an der ersten Schachtel für eine der sieben Untergrundstationen.

„Euro“ wird der Letzte sein

Nach aktuellem Stand der Dinge wird die U-Strab-Haltestelle unter dem „Euro“ auch noch als letzte fertig werden. Die Bodenverhältnisse unter dem Europaplatz bereiten den U-Strab-Strategen schon seit den Anfängen im Frühjahr vor über sechs Jahren Sorgenfalten. Weder das Wandbauverfahren per Bohrpfählen, noch die erste Version des Eindüsens der Sohle in rund 17 Meter Tiefe unter der Südhälfte des „Euro“, also vor der Postgalerie, funktionierten so wie erwartet.

Für das Betonieren der Schachtelseiten brauchte man viel mehr Zeit als später beim für alle anderen U-Strab-Stationen angewandte Schlitzwand-Verfahren. Unter dem Europaplatz wurde früh der Grundstein für die bald auf zwei und inzwischen wohl eher auf drei bis vier Jahre aufgelaufene Verspätung beim U-Strab-Bau gelegt, der eigentlich 2016 abgeschlossen werden sollte.

 

Drei Mal nachgedüst

Vor allem aber die Sohle drückt die Verantwortlichen bis heute: Sie hielt 2010 und 2011 mehreren Dichtigkeitsproben nicht stand. Dreimal habe man dann von oben „nachdüsen“ müssen, bis man den Deckel auf die Haltestellenschachtel machen konnte, berichtet Winkel. Auf der Nordhälfte des „Euro“ kam man dann dank anderer Verfahren besser zurecht. Dennoch bangten die Kasig-Verantwortlichen etwas, als der Riesenbohrer „Giulia“ vor gut einem Jahr Untergrundkurs auf den „Euro“ nahm. Doch dann die Überraschung: „Giulia“ hatte überhaupt kein Problem und flutschte binnen einer Woche unter dem „Euro“ durch.

Jetzt aber ist eingetreten, was man damals für möglich hielt: Die Prüfmessungen lassen laut Winkel den Schluss zu, dass der Sohle die nötige Festigkeit gegen den Wasser- und Erddruck fehle. Durch das vorübergehende Stabilisieren der provisorischen Bohrpfahlwände per Querstreben oder Anker, wolle man auch die Sohle entlasten.

Untersuchungen  bald abgeschlossen

„Die Untersuchungen werden bald abgeschlossen sein“, versichert Winkel. Zudem hoffe man, „dass dann die Stabilisierung der Wände so rasch folgen könne, dass im Herbst unter dem Europaplatz weiter gebaggert wird. Klar scheint heute: Der Rohbau der U-Station „Euro“ kann frühestens Ende 2017 als letzte der sieben U-Strab-Schachteln fertig werden. Der Rohbau für die Station „Durlacher Tor“ wird noch 2016 abgeschlossen.

In der komplett ausgehobenen Grube „Marktplatz“ liegt die Bodenplatte, jetzt beginnt der Bau der massiven Wände. Gerade ausgehoben ist „Kongresszentrum“. Dort geht man jetzt an die Bodenplatte. Zur Hälfte ausgehoben sind die unterirdischen Hallen „Lammstraße/Gleisdreieck“ und „Kronenplatz“.

Inforamtionen zum Bauverlauf  der Kombilösung, deren Hauptteil die U-Strab ist, bietet auch die Kasig.