Kaum ein Quadratmeter ist am Haltepunkt Haueneberstein frei von Graffiti. Die Bahn hat resigniert.
Kaum ein Quadratmeter ist am Haltepunkt Haueneberstein frei von Graffiti. Die Bahn hat resigniert. | Foto: Bernd Kappler

Haltepunkt Haueneberstein

Bahn resigniert bei Graffiti

Die Deutsche Bahn hat resigniert: „Wir werden am Haltepunkt Haueneberstein nur noch die Verkehrssicherheit herstellen, die Schmierereien bleiben.“ Bahnsprecher Roland Kortz ist im BNN-Gespräch ziemlich deprimiert, denn die DB hat den Kampf gegen Schmierer augenscheinlich verloren. Kaum ein Quadratmeter Fläche ist noch frei von Verunstaltungen. 2015 waren die Wartehäuschen erneuert worden, vor einigen Wochen klirrten Scheiben und Sprayer haben sich längst auch über die neuen Häuschen hergemacht. Auch die von der Stadt aufgestellten Fahrradboxen sind verunstaltet. Echte Graffiti, die vielleicht schön anzusehen wäre, ist in der Minderzahl. Überwiegend haben Schmierer die Hand im Spiel. Roland Kortz: „Es ist einfach schlimm.“
Was Ortsvorsteher Hans-Dieter Boos im Baden-Badener Stadtteil nur bestätigen kann. Der Zustand des Haltepunktes Haueneberstein ist regelmäßig Thema im Ortschaftsrat.

 

Auf einen neuerlichen Vorstoß beim Karlsruher Verkehrsverbund hat er noch keine Antwort erhalten. Wobei der KVV oder besser gesagt die Albtalverkehrsgesellschaft nur die Nutzer sind, denn der Haltepunkt befindet sich in der Obhut der Deutschen Bahn, die von der AVG Stationsgebühren einstreicht. Allerdings, so relativiert Roland Kortz, mit dem Geld könne man nichts gegen die Schmierereien ausrichten. Allein die Säuberung der beiden Wartehäuschen würde 4 000 Euro kosten. Und: Die Erfahrung zeige, dass wenige Wochen später neue Verunstaltungen auftauchen. Kortz: „Da könnten wird das Geld gleich verbrennen.“

Um wen es sich bei den Tätern handelt ist unbekannt. Der früher vermutete Zusammenhang mit der wenige hundert Meter entfernten Diskothek greift laut Ortsvorsteher Boos nicht, denn das Tanzlokal ist seit Jahren geschlossen, aber die Schmierereien sind nicht weniger geworden.
Ortsvorsteher Boos vermutet, dass die Täter gezielt den abgelegenen und vor allem nachts nicht so stark frequentierten Haltepunkt aufsuchen, um ihr Unwesen treiben zu können.

Wie dagegen vorgegangen werden kann, wissen aber weder Boos noch die Bahn. Ob das Anbringen von „schöner“ Graffiti eine Lösung wäre? Hans-Dieter Boos könnte sich das möglicherweise vorstellen. Gespräche hierzu fanden aber noch keine statt.