Saalbachcenter
NEBEN DEM GLEIS ODER IN DER SPUR? Vor einem Jahr eröffnete das Saalbachcenter in der Bruchsaler Bahnstadt. Das von der Stadtverwaltung initiierte Fachmarktzentrum kommt offenbar nur langsam in die Gänge. | Foto: str

Bahnstadt Bruchsal

Ein Jahr Saalbachcenter: „Erwartungen nicht erfüllt“

Das Saalbachcenter in Bruchsal ist mehr als nur ein Einkaufszentrum. Das erste Gebäude, das in der neuen „Bahnstadt“ entstand, ist auch eine politische Verheißung. Der von der Stadtverwaltung initiierte 20-Millionen-Euro-Einkaufskomplex sollte ein Herzstück des neuen Stadtquartiers werden und die „Kofferraumkunden“ vom Umland wieder zurück in die Innenstadt des Mittelzentrums holen. Waren die Erwartungen zu optimistisch?

Vor einem Jahr öffnete das Bruchsaler Saalbachcenter seine Pforten. Das einjährige Bestehen begehen die Händler und Dienstleister mit Kundenaktionen und einer umfangreichen Beteiligung am verkaufsoffenen Sonntag, 18. September. Das 250 Meter lange Gebäude an der Prinz-Wilhelm-Straße war von der Stadt Bruchsal initiiert und vorangetrieben worden. Große Erwartungen waren damit verknüpft. Das Saalbachcenter mit seinem großen „Rewe-Center“ als Mittelpunkt sollte den Verwaltungsplänen zufolge nicht nur zentraler Bestandteil der Bahnstadt-Ost werden, sondern auch ein Einkaufsmagnet mit regionaler Bedeutung, der die „Kofferraumkunden“ aus dem Umland ins Bruchsaler Zentrum lockt.

Mit der Anziehungskraft des Saalbachcenters hapert es

Aus Sicht vieler Beobachter hapert es bei der Anziehungskraft noch. Positiv zu vermelden ist wiederum, dass das teilweise befürchtete Verkehrschaos rund um das Center und dessen Parkhauszufahrt ausgeblieben ist. Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber die Besucherfrequenz in den weitläufigen Geschäften scheint noch deutlich ausbaufähig.

Die optimistischen Erwartungen sind nicht erfüllt worden

So sieht man das auch in der Bruchsaler Politik. „Die optimistischen Erwartungen sind nicht erfüllt worden“, bilanziert nüchtern der Bruchsaler Freie-Wähler-Fraktionschef Roland Foos. Es sei aber zunächst an den beteiligten Unternehmen, ihr Angebot zu optimieren. so Foos.

Bei „Rewe“ hört man keine Klagen

Auch CDU-Fraktionschef Hans-Peter Kistenberger sieht noch Luft nach oben, will aber dem Hauptmieter „Rewe“ keinen Vorwurf machen. „Das Angebot ist gut, die Infrastruktur auch. Es dauert wohl noch eine Weile, bis das bei allen Verbrauchern angekommen ist.“ Kistenberger plädiert für einen langen Atem, so wie die Bahnstadt wachse, werde auch die Nachfrage im Saalbachcenter wachsen.
Beim „Rewe“ selbst hört man keine Klagen. Man sehe in Bruchsal zwar noch „Luft nach oben“, aber im Großen und Ganzen sei man zufrieden. Auffällig ist: In den vergangenen Monaten wurde im Markt immer wieder das Sortiment verändert, der „Nonfood“-Bereich ist größer geworden, aber auch die Frischtheken. Laut Ankündigung will der Bruchsaler „Rewe“ jetzt auch Mitglied im hiesigen Branchenbund werden – was ungewöhnlich ist für eine Kette –, aber offenbar dem Wunsch nach besserer Anbindung an die Bruchsaler Geschäftswelt geschuldet ist.

Stichwort: Saalbachcenter
Das Einkaufszentrum „Saalbachcenter“ an der Bruchsaler Prinz-Wilhelm-Straße wurde für rund 20 Millionen Euro von der Machmeier-Gruppe (Inwo-Bau) aus Sandhausen errichtet und am 10. September 2015 eröffnet. Es verfügt über 115 000 Quadratmeter umbaute Fläche. Neben dem „Rewe-Center“ sind der Biofachmarkt „Füllhorn“ sowie ein großes Fitnessstudio, eine Zoohandlung und eine Apotheke vertreten. Das moderne Saalbachcenter-Parkhaus mit Zufahrt am südlichen Ende des Gebäudes verfügt über 320 Parkplätze mit Überbreite.

Oberbürgermeisterin weiter optimistisch

 Eine ganz konkrete Verbesserung der Anbindung ist ebenfalls vorgesehen. Wie die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick auf Anfrage sagte, steht eine neue Bushaltestelle direkt vor dem Center vor der Umsetzung. Dies sei von den Einzelhändlern immer wieder gefordert worden. OB Petzold-Schick zeigte sich für das Center unverändert optimistisch und lobte auch die Bemühungen der Händler, künftig mehr als Gemeinschaft aufzutreten.
Auch zur Zukunft des noch unbebauten Bereichs zwischen Saalbach-Center und Bahnhofsgebäude äußerte sich die OB: „Wir sind hier in Gesprächen mit der Bahn und mit möglichen Investoren.“ Über den Sachstand wolle man demnächst den Gemeinderat informieren.