Schwer geplagt sind die Anwohner der Tunnelbaustelle im Pforzheimer Norden
Schwer geplagt sind die Anwohner der Tunnelbaustelle im Pforzheimer Norden | Foto: Ehmann

Heftige Klagen am Bahntunnel

Baulärm treibt Pforzheimer ins Hotel

„Der Lärm ist unerträglich.“ Während sich die Tunnelbauer der Bahn geduldig Meter für Meter durch den Berg graben, werden die Anwohner an der Bayern- und der Emil-Strauß-Straße langsam ungeduldig. Die Belastung ist inzwischen offenbar so groß, dass die Bahn jetzt Anwohner in Hotels unterbringen will.

„Der Lärm ist unerträglich“

Seit Jahresbeginn treibt die Deutsche Bahn einen neuen Stollen parallel zum alten Pforzheimer Tunnel durch den Fels – von der Königsbacher Landstraße zum Tunnelmund unter der Emil-Strauß-Straße (wie bereits mehrfach berichtet). Inzwischen ist man auf der 909 Meter langen Strecke so weit vorgedrungen, dass der Baulärm für die Anwohner am östlichen Ende der Tunnelbaustelle mehr als deutlich zu hören ist. „Wir nehmen schon so viel Rücksicht, wie wir können. Aber dennoch ist es direkt an der Baustelle sehr laut“, räumt ein Sprecher der Bahn ein.
„Für Menschen, die ganz nahe dran wohnen, ist die Belastung oft auch unerträglich. Deshalb gehen wir jetzt auf die Leute zu. Wenn wir wissen, heute wird’s wieder schlimm, dann bieten wir Hotelübernachtungen an.“

Bahn zahlt Hotelübernachtung

Und so ein Moment, an dem es wieder ganz besonders laut wird, kommt wahrscheinlich schon in der kommenden Woche. Dann rücken die Bauarbeiter mit einer ganz besonders großen Bohrmaschine an, um unterhalb der Hachelbrücke tiefe Löcher für eine sogenannte Spundbohlenwand zu bohren. Mit Blick auf diese zusätzliche Lärmbelastung will die Bahn besonders belastete Anwohner in Pforzheimer Hotels einquartieren. „Das tut uns leid und wir tun alles, um den Lärmpegel so niedrig wie möglich zu halten“, beteuert der Bahnsprecher.

Nächste Woche wird’s noch lauter

So verzichtet man offenbar aus Lärmschutzgründen inzwischen wieder auf den Einsatz einer erst im Februar vorgestellten horizontalen Riesenbohrmaschine. Man wollte Sprengungen vermeiden, um den benachbarten und bis zur Fertigstellung des neuen Tunnels immer noch genutzten alten Tunnel nicht zu gefährden. Doch nach heftigen Beschwerden der geplagten Anwohner hat man jetzt wieder auf die offensichtlich leiseren Sprengungen umgestellt. „Innerhalb des Tunnels wird jetzt nur noch gesprengt“, bestätigt der Bahnsprecher. Und auch eine weitere Lärmquelle will man schon bald deutlich eindämmen. Bislang wird der Abraum mit Lastwagen weggeschafft. „Das bringt natürlich zusätzlich Lärm und Abgase. Deshalb sind wir dran, ein Förderband zu installieren, das den Bauschutt abtransportiert und die vielen vielen Lkw-Fahrten unnötig macht.“ Dieses neue Förderband wolle man Mitte August der Öffentlichkeit vorstellen. Abschließen will man die Bauarbeiten im September 2018. Ab dann plagt die Anwohner nur noch der ganz normale Zuglärm