Durch Um- und Anbauten ist von der ursprünglichen Bausubstanz des Sinner-Baus in der Lichtentaler Straße nicht mehr viel übrig geblieben, wie dieser Blick vom Dach des Anbaus zeigt.
Durch Um- und Anbauten ist von der ursprünglichen Bausubstanz des Sinner-Baus in der Lichtentaler Straße nicht mehr viel übrig geblieben, wie dieser Blick vom Dach des Anbaus zeigt. | Foto: Kappler

Investor will nach positiven Signalen weitermachen

Baden-Badener Victoria-Palais bleibt im Rennen

Das Victoria-Palais, das ein russischer Investor auf dem Gelände des ehemaligen Kinos in der Lichtentaler Straße und den Nachbargrundstücken bis zur Maria-Viktoria-Straße in Baden-Baden verwirklichen will, ist noch nicht zu den Akten gelegt. Wie Karl Herle von Augusta-Immobilien im BNN-Gespräch mitteilte, seien auf die Protestnote des Investors zwischenzeitlich positive Signale aus dem Rathaus gekommen.
Der Investor, der nach der Sitzung des Gestaltungsbeirats im Mai, zunächst das Handtuch werfen wollte, habe inzwischen entschieden, das Projekt weiter voranzutreiben. Jetzt soll ein Architekturbüro die Unterlagen zusammentragen, die erforderlich sind, um nachzuweisen, dass ein Erhalt des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes der früheren Brauerei Sinner unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zumutbar ist. Bei der Erarbeitung der Expertise würden auch Studenten des KIT in Karlsruhe eingebunden.
Das Problem laut Herle: Es existieren überhaupt keine Baupläne der vorhandenen Bausubstanz. Mithin müsste jetzt zunächst einmal eine vollständige Aufnahme des Gebäudes vorgenommen werden. Danach müsse überlegt werden, wie und mit was es weitergenutzt werden könnte und unter welchen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Herle rechnet damit, dass diese Arbeiten vier, eher sechs Monate in Anspruch nehmen werden.

Entwurf für das ehemalige Cineplex Kino Baden-Baden: Der Investor plant ein großzügiges Wohnprojekt.
Entwurf für das ehemalige Cineplex Kino Baden-Baden: Der Investor plant ein großzügiges Wohnprojekt. | Foto: haber turri architekten

Um wen es sich bei dem Investor handelt, wollen weder der Makler, noch der Projektbeauftragte, Domino Burki, von der Züricher Du Lac Capital Ldt. sagen. Nach BNN-Informationen handelt es sich bei dem Geldgeber um einen Mann, der in der Luftfahrtbranche in Russland tätig ist und der seit vielen Jahren Beziehungen nach Baden-Baden hat. „Es liegt ihm sehr viel an dem Projekt“, betont Karl Herle.
Das Konzept des Frankfurter Architekten Stefano Turri sieht auf dem 1.780 Quadratmeter großen Gesamtgrundstück 21 Wohneinheiten mit Wohnungsgrößen von 50 bis 170 Quadratmeter und drei Gewerbeeinheiten mit 150 bis 325 Quadratmeter Fläche vor. In einer von der Maria-Viktoria-Straße aus zugänglichen Tiefgarage sind 28 Stellplätze vorgesehen. Zum Bau der Tiefgarage müsste aber das alte Kino abgerissen werden. Nur die Fassade soll erhalten bleiben.