Nicht mehr zu retten: Die Dienstlimousine der Bruchsaler Oberbürgermeisterin. Brandstifter zündeten die E-Klasse an
Nicht mehr zu retten: Die Dienstlimousine der Bruchsaler Oberbürgermeisterin. Brandstifter zündeten die E-Klasse an | Foto: Polizei

OB zeigt sich nachdenklich

Bleibt Bruchsaler Brandstiftung ungelöst?

Bleibt die Brandstiftung am Dienstwagen der Bruchsaler Oberbürgermeisterin womöglich für immer unaufgeklärt? Zumindest gibt es knapp drei Wochen nach der Tat keine heiße Spur. Der oder die Täter blieben bislang unerkannt. „Wir haben keine weiteren Zeugenhinweise erhalten“, erklärt ein Polizeisprecher auf erneute BNN-Anfrage. Auch die Frau mit Rucksack, nach der gesucht wurde, blieb unerkannt.

Polizei ermittelt weiter

Gleichwohl werde der Fall nicht zu den Akten gelegt. „Es wird weiter in alle Richtungen ermittelt“, so heißt es von der Polizei. Der Staatsschutz ist eingeschaltet, er ermittelt, ob ein politisches Motiv für die Tat infrage kommt.

Wollte er mich als Person treffen?

Derweil ist die Oberbürgermeisterin aus dem Urlaub zurückgekehrt. Nach wie vor beschäftigt sie der Fall, wie sie im Gespräch mit der Bruchsaler Rundschau erklärt. „Für mich stellt sich natürlich als Hauptfrage, warum er oder sie das getan hat“, erklärt Cornelia Petzold-Schick. „Wollte er mich als Person treffen oder meine Funktion?“, so überlegt die OB. Wenngleich sie einräumt: So streng lasse sich das ohnehin nicht trennen.

Bruchsals OB Cornelia Petzold-Schick zeigte sich bestürzt über die Tat.
Bruchsals OB Cornelia Petzold-Schick zeigt sich bestürzt über die Tat. | Foto: Heintzen

Der Fall habe sie sehr nachdenklich gemacht. Zugleich sei sie aber zu dem Schluss gekommen, dass sie an ihrem Stil, das OB-Amt zu bekleiden, nichts ändern wolle. „Ich halte an dieser offenen Art fest.“ Sie sei viel unterwegs, lasse sich auf allerlei Veranstaltungen blicken, „ich bin eine Person, die sich angreifbar macht. So verstehe ich aber mein Amt, so will ich die Stadt auch in Zukunft führen.“

Ich will mich deswegen nicht verstecken

Sie rufe die Bürger auf, wenn sie mit etwas nicht einverstanden seien, das Gespräch mit ihr zu suchen. Es gebe viele Möglichkeiten der Auseinandersetzung, sei es bei Bürgersprechstunden, bei Veranstaltungen oder schriftlich. „Ich bin immer bereit, vor Ort zu gehen. Ich will mich von dieser Brandstiftung nicht davon abschrecken lassen. Ich will mich deswegen nicht verstecken.“
Sie solle sich nicht entmutigen lassen – Bruchsaler hätten ihr mit dieser Ansage den Rücken gestärkt, berichtet Petzold-Schick weiter. Sie habe im Urlaub Zeit zum Nachdenken gehabt, „es ging ans Eingemachte“, erklärt sie, dass sie die Brandstiftung nicht kalt lasse. Man dürfe sich aber nicht in eine Angstspirale begeben, so ihre Erkenntnis, drei Wochen nachdem ihr Mercedes brannte.

Warum war das Auto nicht in der Garage?

Auch kritische Nachfragen, warum das teure Dienstauto nicht in der Garage geparkt war, habe sie bekommen. „Die Garage ist alt, und für das Dienstfahrzeug im Grunde zu eng“, stellt Petzold-Schick klar. Es gebe seitens der Versicherung zudem keine Pflicht, den Wagen in einer Garage zu parken. „Ich bin so viel mit dem Auto unterwegs. Das steht dauernd draußen, tagsüber vor dem Rathaus oder bei vielen Veranstaltungen.“ Für die Versicherung sei das überhaupt kein Thema gewesen. Diese sei mit einem Privatwagen nicht vergleichbar.

Die Versicherung übernimmt den Schaden von etwa 25 000 Euro. Bis ein Ersatzfahrzeug beschafft ist, fährt die OB im Moment mit einem kurzfristig organisierten anderen Auto.
Für die Zukunft stelle sich für sie tatsächlich die Frage nach der generellen Sicherheit in der Stadt. „Das ist ein aktuelles gesellschaftliches Thema, auch etwa was den Bruchsaler Bahnhof angeht“. Hier müsse es einen gesellschaftlichen Dialog darüber geben, auch was man an Einschränkungen bereit ist, in Kauf zu nehmen, um die Sicherheit zu erhöhen, so Petzold-Schicks Fazit.

Zeugensuche

Die Polizei sucht weiter nach Zeugen oder Hinweisgebern, Telefon: (07 21) 9 39 55 55