Tay Schmedtmann
Der Sänger Tay Schmedtmann (l) aus dem Team von Andreas Bourani (r) gewinnt das Finale der Sat.1-Castingshow «The Voice of Germany». | Foto: Jörg Carstensen

Fantas verpassen Hattrick

Tay Schmedtmann gewinnt «The Voice of Germany»

Berlin (dpa) – Tay Schmedtmann aus dem westfälischen Steinhagen ist der Sieger der ProSiebenSat.1-Castingshow «The Voice of Germany» 2016.

3,08 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 10,4 Prozent) wurden am Sonntagabend Zeugen, wie sich der 20-Jährige in einem knappen Finale mit fast 54 Prozent der Zuschauerstimmen gegen den österreichischen Songwriter Robin Resch (22) durchsetzte. «Ich kann es noch nicht ganz realisieren», sagte der Sänger nach der über dreieinhalbstündigen Liveshow gegen Mitternacht.

Schmedtmanns erste Single «Lauf Baby Lauf» war bereits vor dem Finale der Download-Renner im Internet. Der Bürokaufmann feierte seinen Sieg ausgiebig bei der Aftershow-Party in Berlin-Adlershof – genauso wie Resch. Beide waren bis 4.30 Uhr noch da, ebenso wie der hinter ihnen Platzierte Boris Alexander Stein (29) aus Lüneburg. Unter den Gästen waren auch die früheren Gewinnerinnen Ivy Quainoo und Jamie-Lee Kriewitz.

Schmedtmann überzeugte während der ganzen Staffel mit seiner gefühlvollen Stimme, die an seinen Coach und Mentor Andreas Bourani oder an dessen Kollegen Xavier Naidoo erinnert. In der balladenreichen Finalshow trat er unter anderem im Duett mit R&B-Musiker John Legend («Love Me Now») auf. «Es ist schön, dass in der sechsten Staffel endlich jemand gewonnen hat, der eine deutschsprachige Platte macht. Das wurde höchste Zeit», meinte Bourani.

Leer aus gingen diesmal – ausnahmsweise – die Coaches Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier. Die Rapper aus Stuttgart wollten sich den dritten «The Voice»-Erfolg mit einem Protagonisten aus ihrem Stall holen. Am Ende kam es anders. Ihr Schützling, Rockröhre Marc Amacher (32) aus der Schweiz, legte zwar fulminante Auftritte hin, schwächelte aber im Duett mit Balladen-Queen Emeli Sandé («Breathing Underwater»). Auch Tätowierer Boris Alexander Stein konnte im Team von Yvonne Catterfeld die Fernsehzuschauer am Ende nicht von sich überzeugen.

Neben den vier Finanlisten gab es auch eine Reihe von Weltstars auf der Bühne. Darunter war Grammy-Abräumerin Alicia Keys (35, «Girl on Fire»), die nach ihrem zweiten Auftritt gegen Ende der Show am Bühnenrand noch fleißig Autogramme schrieb. Auch die US-Rockband OneRepublic («Apologize») und der britische Castingshow-Gewinner James Arthur (28, «Say You Won’t Let Go») standen auf der Bühne in Berlin-Adlershof. 

Mit den Quoten der Castingshow zeigten sich Sat.1 und ProSieben, die die Sendung im Wechsel übertrugen, zufrieden. Das Experiment, das Musikformat erstmals auch am Sonntag gegen den «Tatort» zu platzieren, hat sich aus ihrer Sicht gelohnt, denn in der für die Sender wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer lag der Marktanteilsdurchschnitt bei 18,7 Prozent. Noch bevor sich zeigen wird, wohin Tay Schmedtmanns Karriere steuern wird, steht fest: Er wird auf jeden Fall nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen wie seine Vorgängerin Jamie-Lee Kriewitz. Und: Im nächsten Jahr wird die siebte Staffel bei ProSieben und Sat.1 zu sehen sein.