Delfintherapie
KLEINE TAPFERE LILI: Nach der Therapie mit Delfindame Nubia und Physiotherapeut Matthias Treu hat die kranke Lilijana (7) große Fortschritte gemacht. | Foto: Steinmann-Plücker

Tapfere Lili (7) aus Bruchsal

„Nicht ohne meine Tochter“

Die Ärzte hatten die kleine Lilijana schon aufgegeben, doch für ihre Mutter Daniela war das nie eine Option. Mit viel Kraft und noch mehr Liebe hat die junge Frau ihre behinderte Tochter in  ein neues Leben begleitet. Die wahre Geschichte einer außergewöhnlich tapferen kleinen Familie aus Bruchsal.

Von Petra Steinmann-Plücker

Es gibt Begegnungen, die sind ganz nett, aber schnell wieder vergessen. Davon gibt es reichlich. Und dann gibt es die eher seltenen Begegnungen, die mit einem starken Nachhall verbunden sind. Hierzu gehört die Begegnung mit Daniela Huck und ihrer Tochter Lili. Daniela ist 21 als sie Lilijana zur Welt bringt. Lili wächst kerngesund heran, lacht und erzählt gerne. Bis zum 24. September 2011.

Herzstillstand mit drei Jahren

Die Kleine ist gerade drei geworden und hat sich erkältet, „harmlos“ sagt die Ärztin. Doch am nächsten Tag: Herzstillstand. 15 Minuten später Reanimation, doch in diesen Minuten ist die Sauerstoffversorgung unterbrochen. Nach einer Woche in der Kinderklinik wollen die Ärzte sie aufgeben, die Maschinen abstellen. Doch das lässt die damals 24-jährige Mutter Daniela nicht zu. Sie beschließt: nicht ohne meine Tochter. Gemeinsam mit Lili kämpft sie, und bereits wenige Tage später erwacht das Kind und atmet selbstständig.

Sie herzugeben, in ein Pflegeheim,
das kommt für mich nicht in Frage

Die nun folgende Zeit ist gekennzeichnet durch ständige Aufs und Abs, Operationen, Klinikaufenthalte und – durch den unbändigen Willen von Mutter und Tochter, es zu schaffen. „Sie herzugeben, in ein Pflegeheim, das kam und kommt für mich nicht in Frage“, betont Daniela, dass ein Leben ohne ihre Tochter keine Option für sie ist. Lili feiert bald ihren achten Geburtstag. Obwohl sie nach Aussage der Ärzte „eigentlich im Zustand eines Wachkomapatienten sein müsste“, so Daniela, beweist sie allen das Gegenteil. Sie sitzt im Rollstuhl, nimmt alles wahr, lacht, isst gerne Eis und kommuniziert vor allem mit ihrer Mama. Sie besucht die Ludwig-Guttmann-Schule in Kronau, hat Freundinnen, bekommt Reittherapiestunden, die ihr die Reitacademie Stevenson in Oberderdingen unentgeltlich ermöglicht.

Mutter und Tochter kämpfen

Danielas Leben hat sich komplett verändert. Doch anstatt mit dem Schicksal zu hadern, packt die 28-Jährige es an und kämpft sich und ihre Tochter nach vorne. Sie beendet 2012 ihre Ausbildung als Bauzeichnerin, aber für eine alleinerziehende Mutter, die sich nach den Betreuungszeiten ihrer Tochter richten muss, sind die Stellen rar bis ungeeignet. Und wieder nimmt Daniela das Steuer selbst in die Hand, geht zur Fachhochschule und meistert das Abi, auch wenn die Verzweiflung nahe ist, denn Lili muss während der Prüfungszeit notoperiert werden. Doch es geht alles gut. Nun hat sich Daniela für ein Sozialpädagogikstudium eingeschrieben. Woher sie die Kraft nimmt: „Lili gibt mir die Kraft“, sagt sie und schaut ihre Tochter liebevoll an. Und die Fortschritte, die sie macht, geben ihr Zuversicht.

Delfintherapie bringt sichtbaren Erfolg

Besonders erfolgreich sei die zweiwöchige Delfin gestützte Therapie Ende letzten Jahres auf Curaçao gewesen. Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten Matthias Treu und Delfindame „Nubia“ habe Lili Riesenschritte in der Weiterentwicklung gemacht. Sie lernte gehen und sich mitzuteilen, so berichtet die Mutter. Tiergestützte Therapieverfahren wie die Delfintherapie mögen in der medizinischen Fachwelt umstritten sein, doch für die junge Mutter Daniela zählt der sichtbare Erfolg bei der Entwicklung ihrer Tochter. „Eine zweite Delfintherapie nächstes Jahr wäre ein Traum“, wünscht sich Daniela Huck deshalb. 8 000 Euro fehlen noch, die ausschließlich durch Spenden aufzubringen sind.
Und die junge Mutter schaut weiter positiv in die Zukunft, will ihr Studium schaffen und für sich und Lili ein eigenes Haus, in dem sie zusammen und doch jeder individuell leben können. Daran glaubt sie ganz fest.

Mehr zu Lili und ihrer Mutter Daniela gibt es auf Facebook: „Herzenskämpfer gemeinsam für Lilijana“.
Spendenkonto für die Delfintherapie: dolphin aid e.V., IBAN: DE86 3005 0110 0020 0022 00,
Verwendungszweck: Lilijana A. Huck