Soll soll es künftig aussehen: Das Gebiet rund um den Bahnhof soll umgebaut und aufgewertet werden
Soll soll es künftig aussehen: Das Gebiet rund um den Bahnhof soll umgebaut und aufgewertet werden | Foto: BNN

Klotzen statt Kleckern

Alles neu am Bruchsaler Bahnhof

Es soll der große Wurf werden: Der Bruchsaler Gemeinderat will das Bahnhofsgelände umstrukturieren, will ein neues Parkhaus bauen und einen zentralen Omnibusbahnhof im Süden installieren. Für die große der drei vorgeschlagenen Varianten hat sich jetzt der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen. Immer wieder wurde der Begriff der Visitenkarte bemüht, die der Bahnhof für die Stadt sei.

Am Bruchsaler Bahnhof soll die Verkehrsführung neu geregelt werden und ein Parkhaus entstehen.
Am Bruchsaler Bahnhof soll die Verkehrsführung neu geregelt werden und ein Parkhaus entstehen. | Foto: BNN

Unterführung wird durchgängig

Die Pläne beinhalten die bereits beschlossene durchgängige Unterführung nach Westen und zwei neue, repräsentative Aufgänge in diese Unterführung. „Das soll ein visueller Startpunkt sein“, so war zu hören. Dazu müsste der Gebäudeteil des Bahnhofs, in dem heute das Irish Pub untergebracht ist, abgerissen werden. Gegenüber, am heutigen Busbahnhof, in einem großen Parkhaus soll neue Fläche für Gastronomie und Einzelhandel entstehen, erläutertet Stadtplaner Hartmut Ayrle. Nach Süden, in Richtung Saalbachcenter soll der heutige Busbahnhof verlegt werden. Ihn würden künftig alle Busse ansteuern, Regionalbusse, Schülerbusse und die städtischen Busse, die sich bisher ja am Rendezvousplatz treffen. Zwischen Busbahnhof und Saalbachcenter wäre dann noch Platz für ein quaderförmiges Gebäude mit Büros und Gewerbe.

Die Zukunft des Busbahnhofs "Rendezvous" ist ungewiss. Künftig sollen alle Busse am Bahnhof abfahren
Die Zukunft des Busbahnhofs „Rendezvous“ ist ungewiss. Künftig sollen alle Busse am Bahnhof abfahren | Foto: BNN

Verkehr rund um den Bahnhof wird neu geordnet

Abgerundet werden soll die ganze Sache mit einer klareren Verkehrsführung rund um den Bahnhof. „Da wollen wir eine Entspannung hinbekommen“, so Ayrle. Wann die Neuordnung des Gebietes angegangen wird, steht allerdings keineswegs fest. Ebenso wenig wie die Kosten, die auf die Stadt zukommen und die mit der Bahn erst noch ausgehandelt werden müssten. Mit großer Mehrheit hat sich der Gemeinderat entschieden, sich bereits jetzt um Fördergeld beim Land zu bemühen. Erst wenn ein Bescheid über eine mögliche Förderung vorliegt, soll sich der Rat endgültig auf eine der drei Varianten festlegen. Nun seien die Bürger an der Reihe, hieß es. Die Verwaltung wurde beauftrag, die Ideen der Bruchsaler in die Entscheidungen einzubeziehen.

Fraktionen wollen die große Lösung

Jens Skibbe von der CDU plädierte dafür, den Busbahnhof am Rendezvous beizubehalten, die städtischen Max-Busse aber zusätzlich zum neuen, zentralen Omnibusbahnhof zu führen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Schmitt stellte die Frage nach den Kosten, plädierte dafür, die Touristinformation an den Bahnhof zu verlegen und freute sich, dass Bruchsal einen ganz neuen Stadteingang erhalte.
Mit der Bahn sollte man auch über eine Aufwertung des Bahnhofsgebäudes sprechen, erklärte Heribert Schmitt (FW/FDP). Sein Ratskollege Hartmut Schönherr, der für Fraktion Grüne/Neue Köpfe sprach, trauerte der Idee einer Brücke über die Gleise nach, für die es seinerzeit keine Mehrheit gab.
Für CDU-Stadtrat Valentin Gölz schließlich ging die Beantragung der Fördergelder zu schnell. „Wir fassen hier Beschlüsse auf Vorrat“, argumentierte er, es sei ein „Stadtumbau im Schnelldurchgang.“
„Wir wollen einen Fuß in der Tür haben“, erwiderte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, die Förderung könne nur einmal pro Jahr beantragt werden.