Das "La Cubanita" am Europaplatz ist Geschichte. Demnächst heißt es hier: Lokale Schmankerl im Wirtshaus.
Das "La Cubanita" am Europaplatz ist Geschichte. Demnächst heißt es hier: Lokale Schmankerl im Wirtshaus. | Foto: Heintzen

Europaplatz wird neu belebt

Bruchsaler Gastro-Szene im Umbruch

„La Cubanita“ war gestern, künftig geht es am Bruchsaler Europaplatz zünftiger zu. Knapp ein Jahr nach Schließung tut sich etwas: Plakate künden von der baldigen Eröffnung eines neuen Lokals namens „Wirtshaus“. Handwerker tummeln sich im Innern. Die Werbung verspricht ein „neues Schmankerl“ am Europaplatz. Noch gibt man sich beim Betreiber, einem Bruchsaler Wirt, eher geheimniskrämerisch.
Er will zusammen mit der Karlsruher Brauerei Hoepfner demnächst an die Öffentlichkeit gehen und sein Konzept für den Europaplatz vorstellen. Los gehen soll es nach seinen Aussagen wohl im März. Damit wäre der etwas mehr als einjährige Leerstand beendet.

 

Aus dem „La Cubanita“ wird „Das Wirtshaus“

Das Cubanita hatte zum letzten Mal am Silvestertag 2015 geöffnet, seitdem steht es leer. Hoepfner ist Hauptmieter des Objekts und hat es an den Bruchsaler Gastronomen verpachtet, mit dem er jetzt das neue Konzept aufzieht. „Es soll ein gemütliches Wirtshaus werden, mit deutscher, regionaler Küche, regionalen Rohstoffen, ein Wirtshaus für Jung und Alt“, verrät eine Hoepfner-Sprecherin.
Die Bruchsaler Gastronomie ist also in Bewegung, nicht nur am Europaplatz, wo das Cubanita seit 14 Jahren prägend war und mittlerweile der kleine Burgerladen „Liebes Beef“ von sich reden macht.

Aus für „Von dehoim“ und „Am letzten Brunnen“

Mit selbstgemachten Suppen und Hausmannskost, mit Maultaschen oder Dampfnudeln war das kleine Lokal „von dehoim“ in der Martin-Luther-Straße bei der dm-Drogerie angetreten. Doch seit einigen Tagen ist dort zu: „Aus gesundheitlichen Gründen muss ich den Laden schließen“, informiert die Geschäftsführerin ihre Kundschaft. Der Laden steht zum Verkauf. Auch das Lokal „Am letzten Brunnen“ in der Württemberger Straße ist seit geraumer Zeit zu.

Vor geschlossenenen Türen steht man seit einigen Tagen im "von dehoim". Der Laden steht zum Verkauf
Vor geschlossenenen Türen steht man seit einigen Tagen im „von dehoim“. Der Laden steht zum Verkauf | Foto: Streib

Bürgerkeller kurz vor der Verpachtung

Dagegen steht der Bürgerkeller im Bürgerzentrum kurz vor einer neuen Verpachtung. Seit Mai herrschte dort Leerstand, zuvor war die Pizzeria „Bei Nando“ 13 Jahre lang dort. „Im Moment wird saniert“, berichtet Birgit Kling, die Geschäftsführerin der Bruchsaler Tourismus- und Marketing GmbH. Sie ist zuversichtlich, dass das Lokal wieder in gute Hände kommt. Zwei Bewerber gibt es bereits. Am Dienstagabend tagte der Aufsichtsrat. Er sollte entscheiden, welcher der beiden künftig die 60 Sitzplätze des Kellerlokals sowie das Nebenzimmer und die Kegelbahn bewirtet. „Wir haben im Bürgerzentrum 200 Abendveranstaltungen. Viele unserer Gäste suchen danach noch ein Lokal. Ich bin froh, wenn wir den Bürgerkeller wieder verpachten können“, so Kling.

Es tut sich was am Europaplatz: Die Brauerei Hoepfner lässt das Lokal gerade umbauen. Wohl im März soll das neue Wirtshaus mit einem Bruchsaler Pächter eröffnen.
Es tut sich was am Europaplatz: Die Brauerei Hoepfner lässt das Lokal gerade umbauen. Wohl im März soll das neue Wirtshaus mit einem Bruchsaler Pächter eröffnen. | Foto: Streib

Was passiert mit dem „Irish Pub“ am Bahnhof?

Generell würde sich die Tourismus-Expertin eine Belebung der Gastronomielandschaft wünschen. „Es gibt nur wenige Lokale mit regionaler Küche.“ Oft werde aber von Bruchsal-Touristen genau danach gefragt. Mit regionaler irischer Küche punktet seit knapp einem Jahr das Egan’s Irish Pub im Bahnhof. Doch auch dessen Tage könnten gezählt sein. Zumindest, wenn die große Umstrukturierung des Bahnhofs tatsächlich irgendwann wie geplant umgesetzt wird.

Mit uns hat niemand gesprochen

Der Gemeinderat hat vergangene Woche schon mal die Richtung vorgegeben. In der von ihm verabschiedeten Variante würde der Gebäudeteil mit dem Pub komplett weichen, zugunsten eines großzügigen Zugangs in die dann durchgängige Unterführung. Katarina Egan, die mit ihrem Mann das Pub führt, macht sich Sorgen. „Mit uns hat noch niemand darüber gesprochen“, berichtet sie. Die Egans haben einen Fünf-Jahres-Vertrag mit ihrem Vermieter, der Bahn, geschlossen. Die Familie wäre von einem Abriss doppelt getroffen, denn sie wohnt auch noch über ihrem Pub.
Im Gemeinderat wurde zumindest in Aussicht gestellt, dass es eine Alternative geben könnte. Genau gegenüber soll ein neues Parkhaus entstehen mit Gastronomie im Erdgeschoss. SPD-Stadträtin Helga Langrock machte sich schon jetzt für den Erhalt des Pubs stark. „Das ist eine absolute Bereicherung“.