Bahnhof Bruchsal bei Nacht, Uhr an Gleis 2 zeigt fünf Minuten nach 2 Uhr an.
In der Nacht zum Samstag wurde am Bruchsaler Bahnhof ein 31-Jähriger brutal niedergeschlagen. | Foto: Heintzen (Archiv)

Polizei sucht weitere Zeugen

Brutaler Überfall am Bahnhof Bruchsal

Nach einem brutalen Überfall beim Bruchsaler Bahnhof, bei dem in der Nacht zum Samstag ein 31-jähriger Mann aus Bruchsal schwere Verletzungen davontrug, macht sich Bestürzung unter vielen Bruchsalern breit. Forderungen nach mehr Sicherheit werden laut.

Das Opfer wurde laut Zeugenberichten in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr bei den Gleisen von zwei Männern im Alter von etwa 16 bis 22 Jahren angegriffen und niedergeschlagen. Anschließend gingen die beiden Männer, „eventuell Türken“, wie es in der Pressemitteilung der Polizei heißt, zu Fuß an den Gleisen entlang in Richtung Heidelsheim/Bretten. Der Geschädigte blieb auf dem Boden liegend zurück. Er war laut Polizei nicht mehr ansprechbar.

Verletzungen nicht so schwer wie befürchtet

Wie die ärztlichen Untersuchungen ergaben, erlitt der Mann eine Wirbelsäulenverletzung sowie Kopfverletzungen. Aufgrund der Schwere der Verletzungen zog man zunächst auch die Möglichkeit von Lähmungen und Nervenschädigungen in Betracht, weshalb das Opfer vorsorglich vom Krankenhaus Bruchsal in die Uniklinik Heidelberg verlegt wurde. Offenbar hatte der Mann aber mehr Glück als zunächst vermutet: Auf Nachfrage teilte das Polizeipräsidium am Sonntag mit, dass die Verletzungen doch nicht ganz so schwer seien, zumindest eine Lähmung könne man wohl ausschließen. Weitere Details, auch zum Tathergang, könne man derzeit nicht geben, die Ermittlungen liefen weiter. Auch Zeugenaussagen hätten bisher nicht zum großen Erfolg geführt, man sei aber zuversichtlich, dass sich weitere Zeugen finden würden, die zur Aufklärung beitragen könnten.

Forderungen nach mehr Sicherheit am Bahnhof Bruchsal

Zwischenzeitlich entwickelten sich im sozialen Netzwerk Facebook heftige Diskussionen zu dem Fall, Forderungen nach mehr Sicherheit in Form von leistungsfähigen Überwachungskameras und „deutlich mehr Polizeistreifen“ sind in den Kommentaren zu lesen. Die Rundschau erreichte per E-Mail eine Stellungnahme des FDP-Ortsverbands Bruchsal: Man sei „entsetzt über den brutalen Vorfall am Bruchsaler Bahnhof“, heißt es darin. „Wir fragen uns, was nach diesem schrecklichen Vorfall noch passieren muss, bis es ein neues und abgestimmtes Sicherheitskonzept für den Bahnhof gibt“, so der Bruchsaler FDP-Ortsvorsitzende und Stadtrat Jürgen Wacker. Schon lange setze man sich dafür ein, dass die Sicherheitsvorkehrungen am Bruchsaler Bahnhof verbessert würden, geschehen sei bisher nichts. Deshalb werde man nun den ehemaligen Justizminister und heutigen innenpolitischen FDP-Sprecher Ulrich Goll und die FDP/DVP-Landtagsfraktion einschalten, um das geforderte Sicherheitskonzept für Bruchsal auch in den Landtag einzubringen beziehungsweise einen Antrag an das Innenministerium zu stellen.
Außergewöhnlich bedenklich sei die Sicherheitslage am Bahnhof nicht, so die Einschätzung eines Beamten vom Bruchsaler Polizeirevier. Durch die Lage zwischen Karlsruhe und der Rhein-Neckar-Region sowie die naheliegenden Kneipen sei dort generell viel los. „Es ist nicht so, dass man sagen könnte: Man kann sich nicht mehr an den Bahnhof trauen. Wo viel Party ist, gibt es eben auch viel Ärger.“ Die Polizeibeamten seien regelmäßig dort unterwegs, auch wegen der Obdachlosenszene im Viktoriapark. Ein solch schwerer Vorfall wie Freitagnacht sei in Bruchsal sehr selten, so der Polizeibeamte.

Die Polizei bittet dringend Zeugen, die Angaben zu dem Vorfall machen können, sich beim Kriminaldauerdienst in Karlsruhe unter Telefon (07 21) 9 39 55 55 zu melden.