Kandidaten-Duell mit Frank Burkard und Thorsten Moch Kronau
EINER WIRD GEWINNEN: Frank Burkard (links) und Thorsten Moch (beide CDU) sind die beiden aussichtsreichsten Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl am 3. Juli in Kronau. | Foto: privat / Montage: BNN

Bürgermeisterwahl am Sonntag

Kandidaten-Endspurt in Kronau

Ein Bürgermeister-Wahlkampf kostet Zeit, Kraft und Geld. Und Nerven. In Kronau wird dieser Tage mit Leidenschaft und Härte um die Nachfolge des Amtsinhabers Jürgen Heß gerungen. In den Lagern der beiden Favoriten Thorsten Moch und Frank Burkard herrscht Erleichterung, dass am Sonntag der Sieger endlich feststehen wird.

Gespräche an Infoständen und auf den Straßen von Kronau, Besuche von Vereinen und gastronomischen Betrieben. Die Terminkalender der beiden aussichtsreichen Kandidaten für das Bürgermeisteramt in der 5.800-Einwohnergemeinde, Thorsten Moch und Frank Burkard, weisen in diesen Tagen wenig weiße Stellen aus. Am kommenden Sonntag ist die entscheidende Wahl, das Bewerberrennen im Endspurt.

Nachdem die beiden CDU-Mitglieder Moch aus Kronau und Burkhard aus Waghäusel beim ersten Urnengang mit 35 beziehungsweise 32 Prozent der Stimmen am besten abgeschnitten haben und der drittplatzierte Thomas Barth aus Weiher (28 Prozent) seine Kandidatur zurückgezogen hat, erwarten Beobachter eine knappe Entscheidung; für den Einzug ins Rathaus reicht am Sonntag die einfache Mehrheit. Die Beteiligung könnte wie beim ersten Urnengang am 19. Juni bei über 70 Prozent liegen.

Kandidaten investieren in den Wahlkampf

Doch nicht nur die beiden Favoriten sind derzeit viel auf den Beinen. Auch die Helferteams des konkurrierenden Duos sind stark gefordert. Beispielsweise beim Verteilen von Flyern. Um die Wahlberechtigten in der Gemeinde von der eigenen Person zu überzeugen, investieren die Kandidaten nach Schätzungen von Experten jeweils zwischen 12 000 und 15 000 Euro. „Ich finanziere meinen Wahlkampf ausschließlich aus meinen eigenen privaten Mitteln, ohne Spenden- und Sponsorengelder und ohne Parteiunterstützung der CDU Kronau“, betont der 40 Jahre alte Realschullehrer und stellvertretende Bürgermeister Moch: „Die Junge Union Kronau hat meine Kandidatur begrüßt. Im administrativen Bereich unterstützt mich mein Helferteam, bestehend aus Freunden und Bekannten.“
Dass er seinen Wahlkampf aus der eigenen Tasche zahle, erklärt auch der 39-jährige Burkard, Referatsleiter in der Regionalverwaltung der Metropolregion Rhein-Neckar.

CDU-Vorstand: Keine Spendensammlung

Allerdings berichten aufgebrachte Kronauer der Redaktion, dass sie von CDU-Vertretern an Haustüren und auf Straßen um Spenden zur Unterstützung von Burkards Bewerbung gebeten worden seien. Was an sich legitim ist, wirkt auf manche Einwohner vor dem Hintergrund des uneinheitlichen Verhaltens der örtlichen CDU-Spitze irritierend. Die Führungscrew der Union im Ort hat sich nach eigenen Angaben der öffentlichen Neutralität gegenüber den beiden rivalisierenden Christdemokraten um die Nachfolge des scheidenden Jürgen Heß verpflichtet. In einem Schreiben des Vorstands an die Mitglieder wurde indes eine Wahlempfehlung zugunsten Burkards ausgesprochen. (Die Rundschau berichtete.)
Als unwahr bezeichnet CDU-Ratsmitglied Karl Vetter als Vertreter des verhinderten Ortsverbandschefs Ralf Bork das angebliche Sammel-Engagement eines Vorstandsmitglieds. Man habe – wie Vetter übrigens auch – lediglich als „Privatpersonen“ im Team mit anderen „Kronauer Bürgern und Wählern“ Flyer von Burkard verteilt. Kandidat Burkard versichert derweil: „Ich sammle keine Spenden, und ich habe auch niemanden darum gebeten, Spenden für meine Bewerbung zu sammeln.“

Kronauer Rathaus
RATHAUS KRONAU: Am Sonntag bestimmen die Kronauer Wähler, wer der neue Verwaltungschef wird. | Foto: Gemeindeverwaltung Kronau

4.600 Wahlberechtigte in Kronau

Rund 4.600 Einwohner Kronaus sind am Sonntag zum Urnengang zwischen 8 und 18 Uhr ins Rathaus an der Kirrlacher Straße aufgerufen. Auf den Wahlzetteln stehen neben den Namen von Moch und Burkard auch jene von Jürgen Ungerer aus Bad Schönborn, dem Kreisgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, und Alfred Wilhelm (Nein? – Idee) aus Neuweiler bei Calw. Beim ersten Votum am 19. Juni hatte Ungerer 0,66 und Wilhelm 0,27 Prozent der Stimmen erhalten. Der Kronauer Peter Rösch (AfD/3,07 Prozent) hatte wie Barth seine Kandidatur zurückgezogen.

So berichtete BNN.de zuletzt über den Wahlkampf in Kronau.

http://bnn.de/nachrichten/buergermeister-wahl-kronau-wirbel-um-cdu-wahlempfehlung