Kronau Heß Bürgermeister
NUR EINER WIRD GEWINNEN: Der Wahlkampf um die Nachfolge von Bürgermeister Jürgen Heß in Kronau wird zum Duell zweier Christdemokraten. | Foto: Gemeinde Kronau (Archiv)

Zwei Bürgermeister-Kandidaten

Wahl in Kronau: Kontroverse bei CDU

Wer wird Nachfolger von Bürgermeister Jürgen Heß (CDU)? Am 3. Juli fällt in Kronau die Entscheidung. Dass auch der künftige Verwaltungschef ein CDU-Parteibuch hat, erscheint gut möglich. Im ersten Wahlgang am 19. Juni lagen zwei Parteifreunde vorne: Kronauer Fraktionschef Thorsten Moch erzielte 35 Prozent. Dahinter folgte der Waghäuseler Frank Burkard mit knapp 32 Prozent. Über die Frage der Unterstützung eines Kandidaten sind sich die Kronauer Christdemokraten uneins.

Manchmal kommt es eben doch anders. Auf der Treppe der Mehrzweckhalle hatte sich ein rüstiger Rentner postiert und kommentierte die Präsentation der Kronauer Bürgermeisterkandidaten im Brustton der Überzeugung: „Kronauer wählen Kronauer.“ Das Ergebnis des Urnengangs am vergangenen Sonntag strafte den grauhaarigen, kräftigen Mann indes Lügen. Zwar landete in Thorsten Moch mit etwas mehr als 35 Prozent tatsächlich ein Einheimischer auf Rang eins, der Waghäuseler Frank Burkard und Thomas Barth aus Weiher vereinigten zusammen aber über 60 Prozent der Stimmen auf sich. Spannung ist vor dem erneuten Votum am Sonntag, 3. Juli, bei dem die einfache Mehrheit zum Einzug ins Rathaus reicht, garantiert.Da sich der parteilose Barth noch nicht entschieden hat, ob er ein weiteres Mal antritt, könnte der Wahlkampf auf der Zielgeraden zu einem Zweikampf werden – zwischen den beiden Christdemokraten Moch und Burkard.

Thorsten Moch will Bürgermeister in Kronau werden
Thorsten Moch (CDU) aus Kronau | Foto: privat
Frank Burkard
Frank Burkard (CDU) aus Waghäusel | Foto: privat

Ortsverbandsvorsitzender betont Neutralität

Während Beobachter den Wettstreit um die Nachfolge des freiwillig scheidenden Amtsinhabers Jürgen Heß als „sehr emotional“ beschreiben, gibt sich der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands, Ralf Bork, betont sachlich. Und neutral. „Wir werden uns weiterhin bedeckt halten“, erklärt der Berufssoldat und meint: Die Kronauer Union wird auch vor dem Tag der Entscheidung keine Wahlempfehlung für einen der Kandidaten abgeben. „Das ist keine Parteiwahl“, erklärt Bork: „Die einzelnen Kandidaten müssen sich darstellen, und die Wähler müssen entscheiden: Wer bringt die entsprechende Qualität für das Amt mit?“

Junge Union unterstützt Moch

Die Jugendorganisation der Kronauer Christdemokraten hatte sich dagegen schon vor der ersten Abstimmung festgelegt und bleibt nach den Worten von Fabien Knaus, JU-Vorsitzender und Fraktionschef der Jungen Liste in Personalunion, bei ihrem Plädoyer für den 40-jährigen Moch.

Das ist keine Entscheidung gegen Frank Burkard

„Das ist keine Entscheidung gegen Frank Burkard“, betont Knaus beim Gedanken an den Vorstandsbeschluss und ergänzt: „Thorsten Moch hat mit uns in der Jungen Union zusammengearbeitet und ist kommunal im Ort verwurzelt.“ Finanzielle Unterstützung gebe es für den Kandidaten allerdings nicht. Dass Moch nicht die ungeteilte Zuneigung der Kronauer Union zuteil wird, überrascht viele der rund 5 800 Einwohner nicht.

CDU-Stimmenkönig löste Heß-Stellvertreter ab

Vor zwei Jahren hatte der heutige Bürgermeisterkandidat bei den Gemeinderatswahlen von allen CDU-Anwärtern die meisten Stimmen erhalten und auch auf eigenes Drängen den erfahrenen Ratsherrn und Parteifreund Karl Vetter als ersten Stellvertreter des Rathauschefs abgelöst.

Mit deutlich anzumerkendem Wehmut

Mit „ihm deutlich anzumerkendem Wehmut“, so heißt es auf der Internet-Seite der Kommune, habe Amtsinhaber und CDU-Mann Heß damals Vetter verabschiedet.

Von der SPD, der dritten im Gemeinderat vertretenen Fraktion, war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Deren Ortsvereinsvorsitzender Thomas Weber hatte bei einer Bewerberpräsentation, zu der die Genossen eingeladen hatten, für eine „sachliche Entscheidung“ geworben.

So wird auf der BNN-Facebook-Seite über den Kronauer Bürgermeisterwahlkampf diskutiert.