Jürgen Heß tritt als Bürgermeister von Kronau ab. Zwei CDU-Kandidaten haben Chancen, ihren Parteifreund zu beerben.
SCHILD VOR DEM KRONAUER RATHAUS: Die Bürgermeisterwahl in Kronau wird offenbar zum Duell zwischen zwei CDU-Kandidaten. Jetzt ist eine Wahlempfehlung des Ortverbands an seine Mitglieder aufgetaucht. | Foto: Gemeinde Kronau (Archiv)

Duell bei Wahl in Kronau

Wirbel um geheime CDU-Wahlempfehlung

Die Bürgermeisterwahl in Kronau wird wohl zum Zweikampf. Nachdem die beiden favorisierten Christdemokraten Thorsten Moch und Frank Burkard ihre erneute Kandidatur für den entscheidenden Wahlgang am 3. Juli angekündigt hatten, zog der drittplatzierte Thomas Barth zurück. Unterdessen sorgt eine bislang unbekannte Wahlempfehlung der CDU Kronau an ihre Mitglieder für Wirbel. Das Schreiben sollte vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben.

Beim ersten Votum über die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Jürgen Heß hatte der Kronauer Moch 35 Prozent, der Waghäuseler Burkard 32 Prozent und der parteilose Weiherer Barth 29 Prozent der Stimmen erhalten. „Die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang ist für mich leider nicht aussichtsreich genug, um eine realistische Chance zu haben, die Bürgermeisterwahl doch noch zu gewinnen“, teilte Barth mit und ergänzte im Gespräch mit der Bruchsaler Rundschau: „Ich mache das nicht aus Groll. Ich bin mit mir im Reinen.“

AfD-Kandidat sieht in Kronau „CDU-Fixiertheit“

Während der Kreisgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Ungerer aus Bad Schönborn, und der Nordschwarzwälder Alfred Wilhelm (Nein! – Idee) trotz der geringen Ausbeute von jeweils weniger als einem Prozent der Stimmen beim ersten Votum auch am 3. Juli antreten werden, machte der Kronauer Peter Rösch einen Rückzug. „Angesichts der im Kronauer Kommunalbereich derzeit tatsächlich immer noch unbeirrt bestehenden CDU-Fixiertheit, welche die qualitativ höherwertige Alternative weitgehend ausblendet, will ich meinen Anhängern den weiteren Urnengang ersparen“, erklärte der AfD-Pressereferent in Kreis- und Gemeinde.

Frank Burkard
Bürgermeisterkandidat Frank Burkard (CDU) aus Waghäusel | Foto: privat

CDU-Ortsvorstand empfiehlt Burkard

Doch nicht nur im Umfeld von Oberstudienrat Rösch sorgt die Union in der 5 800-Einwohner-Gemeinde in diesen Tagen für Gesprächsstoff. Besonders Aussagen des Ortsverbandsvorsitzenden Ralf Bork irritieren einige Beobachter. „Wir werden uns weiterhin bedeckt halten“, hatte der Christdemokrat gegenüber der Bruchsaler Rundschau auf die Frage, ob es vonseiten der CDU eine Wahlempfehlung geben werde, gesagt. Eine Aussage, die nun in einem ganz anderen Licht erscheint. Denn offenbar hat der Kronauer CDU-Vorstand insgeheim sehr wohl einen Favoriten, wie aus einem Schriftstück hervorgeht. Warum er diese Überzeugung nicht öffentlich macht, bleibt unklar. Der andere Kandidat mit CDU-Parteibuch, Thorsten Moch, ist in Kronau CDU-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeister-Stellvertreter. Für ihn hat sich, wie berichtet, die Junge Union der Gemeinde ausgesprochen. Der CDU-Ortsvorstand kommt indes zu einem anderen Schluss als die örtliche Jugendorganisation der Partei.

Diese Eigenschaften und den Eindruck, dass er die Gemeinde in eine gute Zukunft führt, sehen wir bei dem Kandidaten Frank Burkard vereint.

Mittlerweile liegt der Bruchsaler BNN-Redaktion ein Schreiben des CDU-Gemeindeverbands an die „lieben Mitglieder“ vom 27. Mai dieses Jahres mit der Unterschrift des Vorsitzenden Ralf Bork vor. Darin erklärt er im Namen des Vorstands im Anschluss an ein kurzes Persönlichkeitsprofil des künftigen Bürgermeisters: „Diese Eigenschaften und den Eindruck, dass er die Gemeinde in eine gute Zukunft führt, sehen wir bei dem Kandidaten Frank Burkard vereint.“

Darauf angesprochen, dass es sich bei diesen Worten sehr wohl um eine Wahlempfehlung handele, entgegnete der Kronauer CDU-Ortsverbandschef: „Das sehe ich nicht so.“ Vielmehr verwies er auf einen weiteren Passus in dem Schreiben, in dem die CDU-Mitglieder aufgefordert werden, vor ihrer Entscheidung mit Moch und Burkard „offen und unvoreingenommen“ zu sprechen. 

Thorsten Moch will Bürgermeister in Kronau werden
Bürgermeisterkandidat Thorsten Moch (CDU) aus Kronau. | Foto: privat

Dieser Wahlkampf stinkt an allen Ecken und Enden

„Dieser Wahlkampf stinkt an allen Ecken und Enden“, fasste ein Kenner der Kommune den Wettstreit um den Chefsessel im Rathaus an der Kirrlacher Straße in diesen Tagen zusammen. Der zweite und entscheidende Wahlgang der Kronauer Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 3. Juli statt.


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Link: So wird auf der BNN-Facebook-Seite über den Kronauer Bürgermeisterwahlkampf diskutiert.