Einen berühmten Paten hat die vier Monate alte Julia Sarah Stiebitz, hier mit ihren
Eltern, Geschwistern und Bürgermeister Wolfgang Reinholz.
Einen berühmten Paten hat die vier Monate alte Julia Sarah Stiebitz, hier mit ihren Eltern, Geschwistern und Bürgermeister Wolfgang Reinholz. | Foto: Roland Spether

Besondere Ehre für siebtes Stiebitz-Kind in Sasbach

Bundespräsident übernimmt Patenschaft

Von Roland Spether

Die sieben Stiebitz-Kinder sorgten für viel fröhliches Leben im Amtszimmer von Sasbachs Bürgermeister Wolfgang Reinholz und sie konnten es kaum erwarten, bis der offizielle Teil ihres Ausfluges ins Rathaus vorbei war. Denn ihre Eltern Ursula und Thomas Stiebitz hatten ihnen versprochen, dass es zur Feier des Tages eine richtig große Portion Eis in Achern geben würde. Doch vor der leckeren „Eiszeit“ gab es einen kleinen, feierlichen Akt im Rathaus, der auch für den Sasbacher Bürgermeister eine Premiere war. „Eine solche Ehrung habe ich noch nicht erlebt“, meinte Reinholz. Umso erfreuter öffnete er das Schreiben aus Berlin und waltete sehr gerne im Auftrag von Bundespräsident Joachim Gauck seinen Amtspflichten. Denn das bundesdeutsche Staatsoberhaupt übernahm die Ehrenpatenschaft für Julia, das siebte und derzeit jüngste Kind von Ursula und Thomas Stiebitz, Schülerseelsorger an der Heimschule Lender.

Volles Haus bei den Stiebitz‘

Das kleine Mädchen erblickte vor vier Monaten das Licht der Welt und hat nun neben seinen normalen Paten auch einen Ehrenpaten, was auch mit einer entsprechenden Urkunde nebst Bild des Bundespräsidenten und einer finanziellen Ehrenpaten-Gabe seinen sichtbaren Ausdruck fand. Auch Bürgermeister Wolfgang Reinholz hielt ein Ballance-Spiel für die Kinder bereit, das natürlich gleich ausprobiert wurde. „Hiermit übernehme ich die Ehrenpatenschaft für Julia Sarah, geboren am 5. April 2016“, so die Urkunde mit der echten Unterschrift Gaucks. Mit dessen Patenkind freuten sich die älteren Geschwister Theresia (13), David (12), Franziska (7), Tobias (6), Katharina (4) und Luisa (3). Die ersten vier Kinder wurden, bedingt durch die beruflichen Arbeitsstätten der Eltern, alle in einem anderen Krankenhaus geboren: Bühl, Heppenheim, Oberkirch und Freiburg. Mama Ursula Stiebitz war das sechste von acht Kindern, auch ihre Eltern erhielten damals eine Urkunde des Bundespräsidenten für das siebte Kind. Besondere Ansprüche, die der Bundespräsident erfüllen müsste, können Personen und Familien aus der Ehrenpatenschaft nicht ableiten.

Symbolischer Charakter

„Die Ehrenpatenschaft hat in erster Linie symbolischen Charakter. Sie ist mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen“, so eine Information aus dem Bundespräsidialamt. Intention der Ehrenpatenschaft sei es, dass der Bundespräsident die besondere Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck bringen will. Die Ehrenpatenschaft stelle die besondere Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für das Gemeinwesen hätten. „Die Ehrenpatenschaft soll mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken“. Seit 1949 wurden mit Stand vom 31. Dezember 2015 insgesamt rund 79 325 Ehrenpatenschaften übernommen. Im Jahr 2015 waren es 550 (2014: 600). Bundespräsident Joachim Gauck hat seit dem Amtsantritt am 18. März 2012 bis Ende letzten Jahres 2 209 Ehrenpatenschaften übernommen, hinzu kommt auf jeden Fall die für Julia Sarah Stiebitz.